Dienstag, 20. Februar 2018
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Zwischen Arsen und Kamille

Frank Rhode erfüllte sich mit der Übernahme der Kröpeliner Apotheke eines seiner Ziele. Der 28-Jährige ließ einen kurzen Blick hinter die Kulissen zu.

Kröpelin Ein Kügelchen hiervon, ein Pülverchen davon: Verschwiegene Apotheker experimentieren im versteckten Labor mit Pillen und gießen Zäpfchen. Dieser geheimnisvolle Charme des Apothekerberufes ist überholt. Heute besteht das Angebot einer Apotheke aus Fertigarzneimitteln. Gut 4000 verschiedene Präparate hat Frank Rhode davon auf Lager, in seiner Kröpeliner Schwaanen-Apotheke, deren Geschichte schon im Jahre 1786 in der kleinen Stadt begann. Die Geschichte des Apothekers Frank Rhode beginnt mit dem Ende der Berufszeit von Renate Wendt. Sie geht nach 38 Jahren und übergibt ihr Revier einem jungen Mann aus Rostock, der zuvor 18 Monate lang in ihrer Apotheke arbeitete.
Schließt der 28-Jährige morgens acht Uhr die Ladentür in der Kröpeliner Straße auf, ist ihm schon bewusst, dass er seit einem Monat Chef im Haus ist. Nun ist es seine Aufgabe, drei- bis viermal am Tag die Ware anzunehmen, das Angebot verschiedener Vertreter zu checken, nebenbei den Papierkram in den Griff zu kriegen, es den Krankenkassen recht zu machen, den Großhändler zu kontaktieren und… „dann möchte ich mir den Kontakt zum Patienten oder Kunden nicht nehmen lassen“, sagt Rhode, der mit seiner neuen Aufgabe auch den Umzug von Rostock in das Ostseebad Nienhagen verband. Dort liegt die Strandlandschaft zur sportlichen Entspannung des begeisterten Volleyballers direkt vor der Tür. Freunde, Musik und Fußball gehören außerdem zum Feierabend.

Nach einem Streifzug hinter die Kulissen des gepachteten Apothekerladens taucht dann doch noch ein Fünkchen aus der Vergangenheit auf: Im kleinen Labor stehen sie hübsch aufgereiht, die Fläschchen und Döschen, wie man sie aus den alten Läden mit Regalen bis an die Decke und unzähligen Schubladen kennt. Dazu verrät Frank Rhode, dass auch heute noch Zäpfchen selbst gegossen werden. Das gelte allerdings nur für den Notfall. Mit den oft etwas komisch wirkenden Gerätschaften für die Herstellung von Medikamenten muss eine Apotheke allerdings ausgerüstet sein. „Vorschrift “, sagt Rhode, eben auch für den Notfall. Allerdings, speziell verordnete Salben und Cremes stellt der Apotheker ja desöfteren noch in in seinem Labor her.

Zurzeit sind es allerdings eher die Mittelchen gegen Halsschmerzen, die über den Ladentisch gehen. Die eisige Kälte halte sogar den Schnupfen fern. Derzeit empfiehlt der Apotheker rund um auf die Stärkung des gesamten Immunsystems zu achten. Und, die Haut im Winter weniger mit Feuchtigkeit, eher mit einer fettreicheren Creme schützen.

DORIT WEHMEYER
OZ vom 08.02.06

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