Sonntag, 18. Februar 2018
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Zwanzig deutsche Wörter in der Woche

Neu unter deutschen Kindern, und mit der Sprache hapert es auch noch sehr. In der Kröpeliner Kita „Pusteblume “ weiß man sich zu helfen.

Kröpelin Die kesse Nina breitet die Arme aus: „Das heißt: Ich mag dich“. Maxime lächelt. Er ist neu im Kindergarten „Pusteblume“. Erst im Dezember kam er mit seinen Eltern aus Russland nach Neubukow. Geschwister hat er nicht. Seit Januar gehört Maxime Dengis zu den großen Kindern der Kröpeliner Einrichtung am Hohlweg 1. Jeden Tag bringen ihn die Eltern mit dem Zug zum Kindergarten, denn in Neubukow gab es keinen Kita-Platz mehr. Doch den Dengis war es sehr wichtig, dass der Sechsjährige schnell den Kindergarten besuchen kann, bevor er im Sommer zur Schule kommt.Die Aufnahme-Untersuchung dafür hat er bereits bestanden. „Er muss noch schnell ganz viel Deutsch lernen“, informiert Kita-LeiterinInes Brüsehaber. Sie ist allerdings sehr zuversichtlich, denn mit Sprachassistentin Maria Garasimov ist das Ziel in greifbare Nähe gerückt.
Maria Gerasimov kommt jeden Tag für ein paar Stunden in die Einrichtung. Meist in der Zeit des freien Spielens am Vormittag. Sie hilft dem Sechsjährigen Sprachbarrieren zu überwinden, übersetzt für die Erzieherinnen und übt mit Maxime allein. Mindestens 20 neue Wörter in der Woche ist das Ziel – am Anfang. Die Stelle der Sprachassistentin ist eine Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme der Arbeiterwohlfahrt, Träger der Kita. Die ehemalige Lehrerin betreut auch Maxims Eltern, sowie andere Migranten-Familien, die mit Sprachschwierigkeiten beispielsweise Behördengänge meistern müssen.

Maxime lernt schnell, spricht bereits ganze Sätze, traut sich nur manchmal nicht so richtig. Die Kinder machen ihm den Kita-Alltag allerdings leicht. Sie haben sich extra ein neues Spiel für ihn ausgedacht: Pantomime. Und das Vokabelspiel: „Kykolka heißt Puppe und Maschina ist ein Auto“, sagt Hanna stolz. Die Sechsjährige geht mit winkenden Händen auf Maxime zu. Sie will mit ihm rausgehen.

Seit 33 Jahren ist Ute Raabe als Erzieherin tätig. Ausländische Kinder zu betreuen ist auch für sie neu. Integrationsschwierigkeiten? „Am Anfang ist es eben die Sprache, aber sonst ist es eher eine Bereicherung für die Gruppe“, so Ute Raabe. Die Hilfsbereitsschaft unter den Kindern sei nun ausgeprägter, Maxime male gern und gut, auch Puzzeln ist durch ihn sehr interessant geworden.

Auch der sechsjährige Phuo Vo Van bereichert seit sechs Monaten den Multikulti-Kindergarten in Kröpelin. Er ist in Deutschland geboren, hatte es allerdings schwieriger mit der Sprache, da es keinen Übersetzter für ihn gab und zu Hause die Muttersprache gilt. Und die Eltern? „Da gab es, außer mit der Verständigung , noch nie Schwierigkeiten“, so Ines Brüsehaber.

DORIT WEHMEYER
OZ vom 18.02.2006

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