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Wohlfühlen in uralten Gemäuern

Erstellt am 26/04/05 um 07:57:33 CET von tgutteck

„Grundsubstanz erhalten“: Für rund 150 000 Euro restauriert die evangelische Gemeinde in Kröpelin ihr Gotteshaus.

Kröpelin „Man muss sich in einer Kirche auch wohl fühlen und gerne hereingehen“, sagt Pastor Olaf Pleban. Mit reiner Kosmetik habe die Renovierung des Chorraumes der evangelischen Kirche in Kröpelin allerdings nichts zu tun. „Es geht darum, die Grundsubstanz zu erhalten“, sagt der Pastor.
Der Dachstuhl des Chorraumes aus dem Jahr 1268 sei schadhaft gewesen und habe bereits auf das Mauerwerk gedrückt,. „ so dass das Gesims verschoben wurde“. Weil zu DDR-Zeiten nur an Kirchen gebaut worden sei, „die im Plan des Kreises waren, hat es einen großen Stau gegeben“, berichtet Pleban. Nur wenige Kirchen hätten so großzügige Mittel zur Renovierung zur Verfügung gehabt wie das Doberaner Münster.

Möglich wurden die Bauarbeiten am Kröpeliner Gotteshaus mit so genannten Patronatsmitteln, die das Land Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung stellt. Kirchen, für die früher die Landes- oder Gutsherren zuständig waren, erhalten nun Zuwendungen vom Land. „Weil ein anderes Projekt ausgefallen ist, sind kurzfristig Mittel frei geworden“, erklärt Pleban. Die Kröpeliner Gemeinde konnte unverzüglich einspringen, „weil die Planungen schon seit dem Jahr 2002 laufen“.

Etwa 60 000 Euro fließen aus Landesmitteln. Den Rest muss die Gemeinde stemmen. Besonders kostspielig sind die neuen Dachziegel. „Der Doppelrömer aus DDR-Zeiten kommt runter“, sagt Pastor Pleban. Stattdessen werde der komplette Chorraum mit so genanntem Klosterbiber gedeckt. Diese besonders schweren Pfannen werden in der Kronendeckung angebracht. Das heißt, dass die Dachziegel besonders eng übereinander liegen. Neben den Arbeiten am Dach werden auch die brüchigen Fugen in der Außenfassade nachverfugt. „Der Felssteinsockel wird ganz überarbeitet.“

Auch im Innenraum wird gearbeitet. Die alten Ausmalungen in der Fassung von 1948 sollen wieder hergestellt werden. Ältere Schichten könnten nicht freigelegt werden. „Das ist so fest. Es wäre sehr schwierig, das abzukriegen“, sagt Pleban. Nur das Bild des Heiligen Christopherus aus dem 15. Jahrhundert soll wieder in altem Glanz erstrahlen.

Überarbeitet wird auch das Altarbild. „Das ist schon seit einiger Zeit beim Restaurator.“ Nach dem Diebstahl im Jahr 1988 war das Kunstwerk stark beschädigt worden.

Der Gottesdienst wird während der Renovierung in der Winterkirche in einem Seitenflügel gefeiert. Wenn alles planmäßig läuft, könne die Gemeinde ihren neuen Chorraum am 21. August einweihen.

CHRISTIAN VOSS

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