Donnerstag, 22. Februar 2018
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Meinung Stadtentwicklung

Wiedersehen mit KRÖPELIN. Ein Altkröpeliner schreibt an seinen Bruder:

InternetHauptstraße zu Weihnachten

Lieber Klaus,
drei Tage in Kröpelin, nach über 25 Jahren, möchte ich dir meine Eindrücke nicht vorenthalten. Ich bin gut untergebracht in der „Giebelstube“. Kennst Du nicht, gibt es aber schon gleich nach der Wende. Dieses rustige Lokal ist am neuen Parkplatz, nahe der Rostocker Straße, durch die Familie Kruse errichtet worden und die bewirtschaften es auch sehr erfolgreich, wie zu hören und sehen ist. Parallel zur Giebelstube hat „Schreibmaschinenhermi“ jetzt sein Geschäft. Das „weiße Haus am Parkplatz“ heißt nach dem Gründer „ FRAMM Bürotechnik“. Die Firma ist gut im Geschäft, höre ich öfter am Stammtisch und es gibt sie schon über 25 Jahre. Die Gemüsebude am Parkplatz wurde abgerissen. Jetzt ist da eine öffentliche Toilette. Soll an die 200.000 € gekostet haben. Ob sie geöffnet ist, kann ich nicht sagen. Ich konnte noch keine „Kundenbewegung“ feststellen. Der Parkplatz ist nicht wiederzuerkennen. Schick gepflastert sollte er ein Busbahnhof werden. Nachdem er fertig war, hat sich aber herausgestellt, dass er durch Busse nicht befahren werden darf. Längere Geschichte, erzähle ich Dir, wenn ich zurück bin. Es hat sich viel verändert in unserer Heimatstadt. Gleich vorweg, Stadtkirche und Rathaus sehen noch am alten Platz und wurden noch nicht „zweckentfremdet“ wie z.B. die Post. In dem Gebäude ist jetzt eine Zahnarztpraxis und eine Poststelle befindet sich in dem ehemaligen Konsum Textilladen. „Kramkiste“ heißt die. Unser Kindergarten ist jetzt ein Veteranentreff und in unserer alten Schule, in der Wismarschen Straße, befindet sich ein Kindergarten. Es gibt noch einen im Hohlweg, bei den Neubaublocks. Der sieht ziemlich neu aus. In unmittelbarer Nähe hat die AWO ein Seniorenheim gebaut. Macht optisch einen guten Eindruck. Hier sollten wir uns einen Platz bestellen – kleiner Scherz! In der alten Landschule ist jetzt ein Optiker, Zimmermann heißt der. Und du wirst es nicht glauben, in der Molkerei befindet sich ein Sonnenstudio. Die alte „Einheit“ hieß „Küsters Gaststätte“ bevor sie vor Jahren geschlossen wurde. Sie steht schon länger zum Verkauf. Im einstmals ersten Haus am Platze, dem „Lindenhof“, der schon länger der Tischlersternfamilie gehört, befindet sich eine Fahrschule. Ein Kulturhaus gibt es nicht mehr. In dem Gebäude sind jetzt eine Spielothek und ein ASIA Restaurant. Den „ Raben“ gibt es noch und ich werde zum Wochenende einmal das Tanzbein schwingen gehen. Hier soll immer noch richtig etwas los sein, seitdem ein Herr Arndt den gekauft hat. Wo einst Konsumfleischerei und Bäckerei waren, steht ein Neubau, in dem „KIK“, ein Blumenladen und eine Arztpraxis sind. Nach der Wende soll hier ein PLUS Laden gewesen sein. Dieser ist dort hingezogen, wo einmal das große Möbellager war und heißt jetzt NETTO. Ein LIDL Laden wurde gerade aufgemacht. Du weißt schon, wo einmal unser Schulhort und die Kegelbahn waren. Der Laden von Kaufmann Kords / Hamann ist schon lange geschlossen und verfällt so langsam. Im Haus von Kaufmann Schütt hat Bäcker Papenhagen eine Filiale und der eine Schüttsohn betreibt im ehemaligen „DELIKAT“ Laden eine Katalogbestellannahme mit Dienstleistungsangeboten und Kleinverkauf. Auch die Kaufhalle am Wedenberg ist nach zweimaliger Wiedereröffnung wieder geschlossen worden. Für immer, denke ich. Nur Kaufmann Framm junj. ist, dort, wo er schon immer war, fast so wie ein Wunder, noch immer am Verkaufen. In der Fleischerei von Ludwig Hackendahl hat schon länger ein Pizza Bäcker aufgemacht. Die Hackendahls sind jetzt im Reddelicher Gewerbegebiet am produzieren und haben in Kröpelin 2 Verkaufsläden. Einen am Markt, wo früher der Konsum Laden war und einen im „Penny Markt“. Der ist am Stadtausgang und ohne Auto verlangt es nach einem längeren Fußmarsch, wenn du dort einkaufen willst.
Schlecker
In der Druckerei „Michaels“ befindet sich eine Schleckerdrogerie und wo die alte Drogerie einmal war, baut „Elektro Chrull“ um. Der hat das Haus gekauft. Hier soll, wenn Alles fertig ist, einmal die Physiotherapie einziehen. Die Schuhfabrik wurde abgewickelt und In der Schusterwerkstatt von Meister Versümer ist schon lange eine Versicherungsvertretung. „SCHUHSCHMIDT“ gibt es auch nicht mehr. Hier ist jetzt eine Reinigungsannahme und es kann Bürobedarf eingekauft werden. Traurig, aber wahr, es gibt keine Schuhe mehr zu kaufen, in der „SCHUSTERSTADT“. In dem Fischladen, in der Dammstraße ist eine Gemeinschaftsarztpraxis, nachdem hier eine Elektrofirma seine Geschäftstätigkeit aufgab. Für die „SERO Annahme“ hat sich auch ein neuer Eigentümer gefunden. Hier ist schon länger, nach Umbau, der Sitz der Firma „Garten und Landschaftsbau Schreck“. Den Bahnhof kennst Du auch nicht wieder. Die Fenster und Türen vernagelt gleicht er einer verlassenen Bahnstation, wie man sie in Sibirien vermutet. Die Nebengleise sind mit Buschwerk bewachsen und die Bahnhofsstraße gesperrt.
“Harrys ACZ” hatte die Wende überlebt und ist erst vor Kurzem Pleite gegangen. Die ZBO, als Baubetrieb, gibt es schon lange nicht mehr. Das Betriebsgelände ist zum Gewerbegebiet geworden und gehört den Stellmachs. Die betreiben einen Metallbaubetrieb und verpachten Gebäude und Lagerflächen an Firmen. Glaser Schmidt hat hier auch seine Werkstatt. Der alte VEAB Kornspeicher in der Lindenstraße heißt jetzt „HB Möbel“. Heinz Burmeister und Bernd Reyer haben den umbauen lassen, was ihnen gut gelungen ist. Es gibt auch ein Lokal in dieser Straße. „MS Brutzel“ heißt es.
Soll gut laufen und ist beliebt bei den Kröpelinern, wird gesagt. Erdmann heißen die Betreiber. In der Sparkasse ist jetzt die Bibliothek und die Sparkasse am Markt in einem Neubau. In der Bauernbank ist jetzt ein Gemüseladen und die Bauernbank, die jetzt Raiffeisenbank heißt, dort wo einmal die Bratwurstbude vom Konsum stand. Bau Dombrowski hat hier einen Neubau errichtet, in dem auch noch Wohnungen sind. Georg Müllers Geschäftshaus, ehemals HO Haushaltsladen, steht zwar noch, ist aber unbewirtschaftet und am Verfallen.
So viel für Heute. Alle Veränderungen habe ich noch nicht „aufdecken“ können, bleibe aber neugierig, was sich noch veränderte. Übrigens, hat Kröpelin schon länger eine Umgehungsstraße. Eine gute Idee, denn ich habe bis jetzt noch nichts gefunden, warum ein Durchreisender in Kröpelin Halt machen sollte.

Bald einmal mehr,
sei gegrüßt
von Deinem Bruder Paul.

NS:Hat Kröpelin durch diese Veränderungen an Lebensqualität gewonnen?

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