Mittwoch, 21. Februar 2018
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Meinung Kommunalwahl 2009

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“

Dieser Satz stammt von Helmut Schmidt und ist natürlich, wie bei Zitaten üblich, aus einem Zusammenhang gerissen. Helmut Schmidt sprach sich niemals gegen die Notwendigkeit von Ideen als solche aus, aber aus gutem Grund gilt er nicht in erster Linie als Visionär, sondern als Macher.

Ich will mit diesem Zitat anspielen auf die in letzter Zeit verstärkt auftretenden Visionen in der Stadt Kröpelin. Zum großen Teil waren sie bereits in den regionalen Medien nachzulesen und es ist anzunehmen, dass im Zuge der Kommunalwahlen noch weitere Visionen auftauchen. Alles schön und gut. Visionen mögen taugen, nur es darf dabei nicht bleiben. Das ist der entscheidende Punkt.

Natürlich haben auch wir Sozialdemokraten Ideen. Mir selber kommen bei einem Gang durch die Innenstadt oder bei einer Fahrt durch die Dörfer ständig welche. Doch, statt sie dann in der Presse zu verkaufen, suche ich Mitstreiter, mit denen ich darüber gemeinsam nachdenken kann. Meine Mitstreiter finde ich unter politisch Gleichgesinnten, also zuallererst in der SPD und in den Reihen ihrer Kröpeliner Sympathiesanten. Mir fällt es leicht, eine Idee mit anderen zu teilen und ich erhebe darauf keinen Bonus. Dafür bekomme ich schließlich auch sofort persönliche Rückmeldungen und ehrliche Meinungen. Damit lassen sich die Blindgänger unter meinen Ideen schon mal leicht und rechtzeitig entschärfen.

Der nächste Schritt ist es, darüber hinaus sich mit weiteren, möglichst unbefangenen Fachleuten zu unterhalten, gewissermaßen vorzufühlen, um die Machbarkeit einer Idee zu prüfen. Ein Bürgermeister hat es leicht, da seine Rauthausmitarbeiter im besten Falle Mitstreiter und Fachleute zugleich sein können. Aber auch unbesoldete Bürger können den Sachverstand der Verwaltung lange im Vorfeld einer Entscheidung anzapfen. Die Verwaltung ist auch dazu da, die Bürger zu beraten und in ihren Anliegen zu unterstützen. Darüber hinaus haben wir über die SPD schnell und unkompliziert deutschlandweiten Kontakt zu Fachleuten auf allen Ebenen. Schnell können wir wertvolle Hinweise bekommen, zum Beispiel zu Gesetzeshürden und -lücken, vergleichbare Projekte und Fördermitteltöpfe.

Im dritten Schritt geht es darum, Mehrheiten zu gewinnen. Dazu gilt es, überzeugende Argumente zu finden, die Gegenargumente zu entkräften. In Kröpelin gibt es bislang keine Grabenkämpfe zwischen den Fraktionen und das ist gut so. Wichtig bleibt das gleiche Ziel, nämlich das Beste für die Stadt zu wollen. Auf dieser Basis werden sich auch in der künftigen Stadtvertretung Mehrheiten finden lassen.

Einzelkämpfertum dagegen führt rasch in ein enttäuschendes Aus, selbstdarstellerische Egomanen werden scheitern. Die Stadtkasse dürfen wir nicht den cleveren Kerlchen überlassen, die zuallererst ihren eigenen wirtschaftlichen Vorteil daraus ziehen wollen. Kurzfristige Strohfeuer dürfen wir nicht zünden, sondern langfristig gut investieren und die Interessen der Allgemeinheit und künftiger Generationen im Sinn haben.

Wenn Sie ebenso denken, dann machen Sie doch einfach bei uns mit. Auf unserer Liste ist noch Platz. Rufen Sie mich einfach an: 0163-1808093.

Thomas Wendt
Vorsitzender SPD-Ortsverein
Rerik Salzhaff Kröpelin

4 Kommentare zu “„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“”


  1. avatar 1 gast Karl heinz Mann (Gast)

    Sehr geehrter Herr Thomas Wendt, lange habe ich überlegt wie ich mit diesen Artikel umgehen soll. Meine erste Reaktion war einfach ignorieren. Es ist nicht zu verstehen, dass Sie auf der einen Seite im Kommentar anmerken dass bislang keine Grabenkämpfe stattfinden und dann mit der Hauspost bzw auf dieser Seite äußerst beleidigend auf Andere losgehen. Ich streite zwar gern mal um die Sache, aber dabei vergeht mir die Lust.
    Mit freundlichen Gruß.

    Karl Heinz Mann

  2. avatar 2 regm Thomas Wendt (Leser)

    Sehr geehrter Herr Mann,

    wie bitte kommen Sie überhaupt darauf, ich wollte in diesem Artikel “äußerst beleidigend aus andere losgehen”? Und, wen unterstellen Sie, hätte ich dabei im Visier? Seien Sie versichert, an Sie habe ich beim Schreiben nicht gedacht, zumal ich Sie gar nicht persönlich kenne.

    Dachte ich überhaupt an konkrete Personen? Gibt es solche Charaktertypen etwa tatsächlich in unserer Stadt? Erkennen Sie in meiner Beschreibung etwa jemanden? Wenn ja, dann sitzen diese hoffentlich nicht demnächst in der Stadtvertretung. Wenn nicht, dann dürfte der Artikel doch für Sie kein persönliches Problem darstellen.

    Bitte behalten Sie Ihre Lust. Es gibt genug zu tun in der Stadt. Das Visier sollte aber offen bleiben dabei.

    Mit freundlichem Gruß
    Thomas Wendt

  3. avatar 3 gast Steffen Steinlein (Gast)

    Sehr geehrter Herr Wendt,

    erfreulich, das Sie zuweilen Visionen und Ideen haben, erstaunlich, das Sie, als sozialer Demokrat, eine eher autokratische Haltung gegenüber nicht Ihrem Sinne entsprechenden Visionen oder Charaktertypen erkennen lassen.

    Sozialdemokratie bezeichnet doch immer noch, bezogen auf die sprachlichen Ursprünge (socius = gemeinsam, Demos = Volk, kratia = Herrschaft) eine ausgewogene Herrschaft des Volkes.

    Somit -als Volkspartei- sollte es Ihnen doch nicht schwerfallen, sich auch mit Charaktertypen innerhalb einer Stadtversammlung auseinandersetzen zu können, mit oder ohne Visier (LTI).

    Viele Grüße
    Steffen Steinlein

  4. avatar 4 regm Thomas Wendt (Leser)

    Sehr geehrter Herr Steinlein,

    wie gut, daß auch Sie hier auf dieser Seite und in unserer Zeitung nachlesen können, daß ich mich keineswegs gegen Charaktertypen an sich ausgesprochen habe. Im Gegenteil, ich freue mich über jeden, der zu einem eigenen Standpunkt fähig ist und nicht marionettenhaft die Interessen anderer verfolgt. Es wird mir eine besondere Freude sein, sollte ich denn in die Stadtvertretung gewählt werden, mich dort mit allen vorhanden Charaktertypen auseinander- bzw. zusammen zu setzen.

    Und es wird mir eine Freude sein, genau die speziellen Sorten von Charakteren, die ich in meinem Artikel und insbesondere im letzten Absatz überhaupt nur ansprach, als solche zu entlarven. Aber ich glaube, die Kröpeliner werden durch ihre Wahlentscheidung schon dafür sorgen, daß die “ausgewogene Herrschaft des Volkes”, wie Sie es beschreiben, nicht durch eine Interessensgruppe aus dem Lot gebracht wird.

    Übrigens schrieb ich diesen Artikel für unsere Zeitung wegen der Drucklegungsfristen schon einige Zeit bevor mir von Ihrer Wählerliste überhaupt etwas bekannt wurde. Von daher wundert es mich, daß ausgerechnet Herr Mann und nun auch Sie sich davon so sehr angesprochen fühlen wollen.

    Ja, und zum Thema Volkspartei sei nachzutragen, daß ich als Person gewiß nicht den Anspruch habe, eine Volkspartei darstellen zu wollen. Ich schäme mich aber auch nicht, einer solchen anzugehören und dies auch offen zu bekennen. Die SPD gibt es in Kröpelin legal seit 1908 Jahren, in Deutschland seit 1863. Es wurde auf lange Sicht, mit Mühen und auch Opfern vieles erreicht, was damals als Vision galt. Und vieles ist noch zu tun. Aber eben nicht mit Strohfeuern, Egomanentum und aus purem Eigennutz.

    In diesem Sinne
    beste Grüße
    Thomas Wendt

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