Montag, 26. August 2019
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Vorfahrtsänderung ist umstritten

Durch eine Änderung der Vorfahrtsregelung soll die Unfallsituation in Kröpelin entschärft werden. Bürgermeister Schlutow hält die Pläne für unausgereift.

Kröpelin Kraftfahrer können sich schon jetzt auf eine baldige Änderung der Verkehrsführung in Kröpelin einstellen. In den nächsten Tagen wird an der berühmt-berüchtigten Ecke Schulstraße/Rostocker Straße die Vorfahrtsregelung geändert. Berühmt-berüchtigt deswegen, weil es an dieser Stelle immer wieder zu Verkehrsunfällen kommt. Die Kreis-Unfallkommission hält es deshalb für notwendig, dass die Hauptstraße in diesem Bereich künftig anders verlaufen wird.

In Zukunft wird der Fahrzeugverkehr aus der Schulstraße nicht, so wie jetzt stadteinwärts, sondern in Richtung Avia-Tankstelle geführt. Das bedeutet, dass die Rostocker Straße aus Richtung Stadtzentrum zur untergeordneten Straße wird. An der Einmündung Schulstraße werden für den Verkehr aus Richtung Marktplatz Stoppschilder aufgestellt.

Von der Vorfahrtsänderung verspricht sich die Kreis-Unfallkommission weniger Verkehrsunfälle auf dieser Kreuzung. Im vergangenen Jahr krachte es hier 14-mal. Was auffällt: Immer wieder waren Vorfahrtsfehler die Ursache.

„Aus meiner Sicht wird die Änderung der Vorfahrtsregelung zu keiner Verbesserung des Verkehrsunfallgeschehens führen“, sagt Bürgermeister Paul Schlutow. Er befürchtet zudem einen erheblichen Rückstau aus der Stadt. Unzufrieden stimmt ihn auch, dass für den Verkehr aus Richtung A 20 die Weg- sowie Vorwegweiser in die Ostseebäder Kühlungsborn und Rerik nicht geändert werden sollen. „Der Fahrzeugverkehr hätte bei dieser Gelegenheit gut auf unsere für viel Geld gebaute Ortsumgehung gelenkt werden können“, erklärt Schlutow. Das bedeute, dass der Verkehr an die Ostsee weiter durch die Innenstadt fahre. Nach Ansicht Schlutows seien viele Dinge unberücksichtigt geblieben. „Dazu zählt, dass der Verkehr über eine kommunale Straße in Richtung Penny-Markt geführt werden soll und hier unter anderem kein vernünftiger Gehweg vorhanden ist“, sagt er. Außerdem hätten für diesen Schritt weder eine Planung noch Verkehrszählung vorgelegen. Der Bürgermeister erteilte zu der geplanten Änderung der Vorfahrtsregelung deshalb auch nicht sein Einvernehmen.

Die Verkehrsführung wird trotzdem geändert. Ende April sollen laut Anordnung des Straßenverkehrsamtes die neuen Schilder stehen und die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht sein.

Sollte sich herausstellen, dass diese Kreuzung weiterhin ein Unfallschwerpunkt bleibt, steht noch die teurere Variante einer Ampelanlage zur Disposition.

DETLEF LÜBCKE
OZ vom 18.04.06

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