Sonntag, 18. Februar 2018
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Von der Werkstatt in die Amtsstube

Um in der Heimatstadt Kröpelin etwas zu bewegen, ist Paul Schlutow Bürgermeister geworden. Gegen fünf Mitbewerber hat er sich 1999 durchgesetzt. In knapp zwei Jahren läuft seine Amtszeit aus.

Kröpelin Bevor Paul Schlutow Bürgermeister wurde, reparierte er unter anderem Toaster, Rührgeräte oder Waschmaschinen. „Ein Handwerksberuf ist immer eine gute Grundlage“, sagt das Stadtoberhaupt von Kröpelin. Deshalb lernte er nach der Schule erst einmal Elektriker.
Paul Schlutow verbringt mit kurzen Unterbrechungen sein ganzes Leben in Kröpelin. Er wurde heute vor 60 Jahren in der Stadt geboren, ging hier zur Schule und absolvierte seine Lehre in der Kleinstadt. Das Elternhaus verließ er das erste Mal im Alter von 20 Jahren, als er zum Wehrdienst im Berliner Raum einberufen wurde. Ansonsten hat Paul Schlutow nie Kartons für seinen Umzug schleppen müssen. Nicht weil er zu faul war, sondern weil er seit seiner Geburt in einem und demselben Haus lebt. „Ich wohne in dem Haus, in dem mein Großvater schon Leineweber war. Er war der Letzte seiner Zunft“, sagt der zweifache Vater und Opa.

Nach seinem Wehrdienst arbeitete er in einem Dienstleistungsunternehmen und reparierte Haushaltsgeräte in Kröpelin und den Dörfern des Kreises. „Ich habe diese Zeit dann genutzt, um Elektrotechnik in Wismar zu studieren“, so der Kommunalpolitiker. Mitte der 70er-Jahre fing Paul Schlutow in der Kreisverwaltung an. „Wir haben uns mit der Kalkulation der Preisbildung in der Wirtschaft befasst“, erinnert er sich an die damalige Zeit. In Potsdam drückte er dann noch einmal zwei Jahre die Schulbank, um Verwaltungsrecht zu pauken. Als dann in Neubukow die Stelle des stellvertretenden Bürgermeisters frei wurde, bewarb sich der damals 33-Jährige für den Posten. Im Oktober 1981 wurde aus dem Stellvertreter der Bürgermeister. Allerdings nicht in Neubukow, sondern in Satow. Dort übernahm er 13 Jahre das Zepter. „Ich fühle mich heute noch mit den Menschen in Satow und Neubukow verbunden“, versichert er. Danach folgten Zeiten der Arbeitslosigkeit. Zweieinhalb Jahre vor seinem Amtsantritt in Kröpelin arbeitete der Diplom-Elekrotechniker in der freien Wirtschaft in Rostock. Seit September 1999 sitzt er im Rathaus von Kröpelin. Gegen fünf Mitbewerber hat er sich in der ersten Direktwahl nach der neuen Kommunalverfassung durchgesetzt. Den Schritt in die Stadtverwaltung hat der Bürgermeister nicht bereut. „Ich fühle mich hier echt wohl“, sagt er mit einem Lächeln.

Der Kröpeliner sieht eher mit Wehmut dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 2008 entgegen. „Man kann nur bis 62 Jahre kandidieren“, bedauert das Gemeindeoberhaupt. Daran denkt er heute nicht, heute wird gefeiert.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 25.01.06

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