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Von Altenhagen zur Werft mit dem Rad

Radsportlegende Klaus Ampler hat sein bewegtes Leben nieder-geschrieben. Sein Buch „Schweiß“ stellt er am kommenden Sonntag im Gutshaus Altenhagen vor. In dem Dorf ist er aufgewachsen.

Altenhagen Klaus Ampler war einst der erste Radsportler, der aus dem Mecklenburgischen aufbrach, um beim SC DHfK Leipzig eine erfolgreiche internationale Radsportkarriere zu starten. Viele weitere Nordlichter folgten ihm. Den späteren Friedensfahrtsieger (1963) zieht es in unregelmäßigen Abständen immer wieder zurück nach Altenhagen, wo er eine unbeschwerte Kindheit verlebte und mit einem selbst zusammengebauten Fahrrad die Gegend unsicher machte.
Der 75-jährige Willi Gerdel, bis 2004 Bürgermeister in Altenhagen, meint heute schmunzelnd: „Schon damals war zu erkennen, dass der junge Bursche mit unbändiger Kraft in die Pedalen trat. Ich ahnte, dass der Klaus es im Radsport mal zu etwas bringen wird.“ Gerdel sollte Recht bekommen. Bereits 14-jährig begann Klaus Ampler auf der Warnemünder Warnow-Werft eine Lehre als Schweißer. Den Weg dorthin und auch wieder zurück legte Ampler natürlich mit dem Fahrrad zurück. Machte locker um die 60 Kilometer pro Tag. Da er schon immer mit dem Radsport liebäugelte, war es nur eine Frage der Zeit, bis er Mitglied in der dortigen Radsportsektion wurde. Mit viel Fleiß und unbeugsamem Willen trainierte er und gewann schon bald die ersten Rennen. Ampler startete für die Farben der BSG Motor Rostock und schon bald bei Rennen in der ganzen DDR. Beim Traditionsrennen „Rund um Berlin” gelang ihm 1959 ein Husarenstück. Er siegte überlegen. Dieser Sieg eröffnete ihm beim SC DHfK Leipzig eine lange und erfolgreiche sportliche Karriere, die mit dem Friedensfahrtsieg im Jahre 1963 einen Höhepunkt hatte.

Auch nach seiner aktiven Zeit blieb Klaus Ampler seinem Rennrad treu, startete u. a. mehrmals bei der „Hanse Tour Sonnenschein”, die auch durch den Bad Doberaner Landkreis führte, testete für den MDR die Friedensfahrtstrecken und organisiert jährlich Tour-de-France-Reisen. Irgendwann reifte in Ampler der Entschluss, sein Leben gemeinsam mit einem Radsportkenner zu Papier zu bringen. Druckfrisch liegt das Buch mit dem Titel „Schweiß” nun vor. Noch vor der offiziellen Präsentation, die kein geringerer als die Sportreporterlegende Heinz Florian Oertel am 2. Dezember in Leipzig gestalten wird, stellt Klaus Ampler das Buch in seiner alten Heimat Altenhagen vor: am Sonntag, dem 20. November um 11 Uhr im Gutshaus.

JOCHEN MÜLLER
Ostseezeitung vom 15.November 2005

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