Donnerstag, 22. Februar 2018
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Verunsicherung an Kröpelins Schule

Seitdem bekannt ist, dass die fünfte Klasse aufgelöst werden soll, rumort es. Für manche wäre der Wegfall der Klasse der Todesstoß für das Schulzentrum.

Kröpelin Ferien an der Regionalschule Kröpelin. Und dennoch rumort es rund um das Gebäude. Seitdem bekannt wurde, dass der Schweriner Bildungsminister Hans-Robert Metelmann unter anderem in Kröpelin die gerade gebildete fünfte Klasse wegen zu geringer Schülerzahlen auflösen möchte, weiß keiner so recht, woran er ist.
„Wir haben noch nichts Offizielles bekommen“, sagt Bürgermeister Paul Schlutow. Wenn etwas auf seinem Tisch landet, werde er prüfen, inwieweit er Rechtsmittel einlegen kann. Geklagt hat die Stadt schon einmal gegen das Bildungsministerium – im vergangenen Jahr, als in Kröpelin erstmals keine fünfte Klasse gebildet worden war.

Die Stadt hatte damals einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gestellt. Vom Ministerium wurde dies verweigert. Die anschließende Klage der Stadt wurde von den Gerichten abgewiesen, so Bürgermeister Paul Schlutow. Konsequenz: Die fünfte Klasse entstand nicht, die Kinder wurden auf andere Schulen verteilt.

Auch bei Gerd Friese rührt die neu entfachte Debatte über die fünfte Klasse in Kröpelin in alten Wunden. Gut ein Jahr ist es her, als er für seine Enkeltochter Julia vor Gericht zog. Er klagte mit sieben weiteren Familien gegen die Stadt Kröpelin. Sie habe als Schulträger das Recht und die Pflicht die fünfte Klasse zu bilden. „Die Stadt ist nicht so unschuldig, wie sie tut“, sagt Friese. Die Gerichte sahen das anders. Sowohl das Verwaltungsgericht in Schwerin als auch das Oberverwaltungsgericht in Greifswald wiesen die Klagen ab.

Was Gerd Friese nicht versteht, ist, dass er jetzt 476,76 Euro zahlen soll. Diese Summe hat das Verwaltungsgericht Schwerin als Kosten für die Verfahren in den beiden Instanzen festgesetzt. „Wer klagt, muss sich auch des Risikos bewusst sein“, sagt Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow. Er habe es ohnehin nicht verstanden, warum acht Familien gegen die Gemeinde vor Gericht gingen.

Nicht nachvollziehen könne er auch, warum Kröpeliner Eltern ihre Kinder lieber in die freie Schule Rerik bringen, als in die Einrichtung am Ort. „Damit machen sie unseren Schulstandort kaputt.“

Für den Kreiselternrats-Vorsitzenden Ramon Grondkowski wäre die Auflösung der fünften Klasse „in der Tat der Todesstoß“ für Kröpelins Schule. Grondkowski denkt jedoch, dass Bildungsminister Metelmann seine Pläne umsetzen wird. „Er steht so unter finanziellem Druck, dass er quasi darauf angewiesen ist, die fünften Klassen wieder aufzulösen.“

THOMAS PULT
OZ vom 14.10.05

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