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Unsicherheit in Kröpeliner Feuerwehren

Ostsee-Zeitung, Dienstag, 12. April 2005 | Neubukow und Kröpelin

Vier Feuerwehren in Kröpelin und wer hat das Sagen? Die Wehren in Schmadebeck, Jennewitz und Altenhagen wollen einen Leiter vor Ort.

Groß Siemen/Kröpelin Gemeindewehrführer Frank Schwanitz ist Ehrenbeamter. Das steht auf seiner Urkunde, die er als Leiter der Jennewitzer Kameraden vom Bürgermeister bekommen hat. Der 28-Jährige ist erster Ansprechpartner für die Feuerwehrleute in Jennewitz. „Die rufen alle bei mir an“, sagt er. Es gäbe ja auch sonst keinen, der sich in Jennewitz verantwortlich fühlt. Solange er vom Bürgermeister nicht abberufen wird, sei er der Gemeindewehrführer in Jennewitz. „Es muss erst einer kommen, der sagt: ‘Es ist zu Ende’“, meint Frank Schwanitz. Und das sei noch nicht geschehen.

Mit dem Beitritt der Gemeinden Jennewitz, Schmadebeck und Altenhagen zur Stadt Kröpelin ist auch für die vier Feuerwehren im Stadtgebiet eine neue Situation eingetreten. Unklar ist, welche Wehr nach der Fusion welchen Status hat. Laut Bürgermeister Paul Schlutow haben die drei Wehren „keine rechtliche Stellung“. Im Gebietsänderungsvertrag sei festgeschrieben, dass die Wehren in Jennewitz und Altenhagen zu „Abteilungen“ der Kröpeliner Wehr werden. Die Kameraden in Schmadebeck sollten als Ortswehr bestehen bleiben, so der Beitrittsvertrag.

Ziel der Fusion seien „schlankere Strukturen“ in allen Bereichen, sagt Bürgermeister Schlutow. Die Feuerwehr sei davon nicht ausgenommen. „Es muss alles bezahlbar sein“, so der Bürgermeister. Er werde Gespräche mit den Feuerwehren führen, um zu einer „einvernehmlichen Lösung“ zu kommen. Bei ihrer nächsten Sitzung müssten die Stadtvertreter entscheiden, ob die Wehren in Schmadebeck, Jennewitz und Altenhagen als Ortswehr oder als Stützpunkt der Kröpeliner Wehr weitergeführt werden.

Das Etikett sei den Feuerwehrleuten egal, betont Dieter Klaes, Mitglied der Schmadebecker Wehr. „Den Begriff Stützpunkt gibt es laut Brandschutzgesetz nicht.“ Auch die Definition einer „Abteilung“ sei unklar. „Das gibt es nur für die Jugendwehr und die Musikabteilung“, sagt der Schmadebecker Wehrführer Sieghart Schümann. Es müsse also festgelegt werden, was mit diesem neuen Namen verbunden sein wird.

Die technische Ausrüstung der einzelnen Standorte sei dabei zweitrangig, erklärt Frank Schwanitz. „In Jennewitz haben wir zum Beispiel ein besseres Fahrzeug, als es für eine Ortswehr erforderlich wäre.“ Zu Einsparungen sei die Wehr bereit. „Wir sind ja nicht Feuerwehrleute geworden, weil wir gerne auf roten Autos durch die Gegend fahren“, sagt Dieter Klaes. Für den Brandschutz sei es zwingend notwendig, dass jede Wehr an ihrem Standpunkt einen Verantwortlichen habe, so Sieghart Schümann.

Die Zusammenarbeit mit den Kröpeliner Kameraden habe durch die Unsicherheit unter den Wehrleuten nicht gelitten, betont Frank Schwanitz. „Es gibt eine völlig normale Zusammenarbeit bei den Einsätzen. „Wir brauchen uns gegenseitig, damit wir eine einsatzfähige Truppe sind.“

CHRISTIAN VOSS

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