Dienstag, 17. September 2019
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Überbackene Äpfel mit Quark

Vierzehn Jugendliche aus Lettland besuchten in den vergangenen Tagen Mecklenburg. Zuvor waren Schüler aus Deutschland bei ihnen.

Kröpelin Lena Klopova ist das erste Mal in Deutschland. Es gefällt ihr sehr gut. „Es ist eine ganz andere Lebenswelt. Alles ist hier sehr gepflegt, sauber und ordentlich“, lässt die 15-Jährige von einer Dolmetscherin übersetzen. Die Schülerin nimmt in diesem Jahr an einem Austausch zwischen deutschen und lettischen Schülern, welcher vom Internationalen Bund (IB) organisiert wurde, teil. Ungewohnt sei es für die Lettin, dass die Geschäfte so früh schließen und am Sonntag gar nicht geöffnet sind.
Lena ist eine von 14 Jugendlichen, die mit drei Betreuerinnen sieben Tage in Mecklenburg verbringt, um den deutschen Alltag sowie die Kultur und Natur kennen zu lernen. Die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren haben in der Woche mit deutschen Jugendlichen, die zuvor eine über eine Woche in Lettland verbracht haben, viel unternommen und gesehen. „Wir haben eine wunderschöne Natur kennen gelernt. Wir waren in Rerik und Kühlungsborn und haben eine Nachtwanderung im Natur- und Umweltpark in Güstrow gemacht“, sagt Natálija Péteráne, Betreuerin der lettischen Gruppe, begeistert.

Jennifer Remer aus Rostock war schon dreimal in Lettland. „Die Menschen da sind sehr freundlich und hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen“, so die 15-Jährige. Sie habe viele Freunde gefunden und durch das Schreiben von Briefen auf Englisch ihre Note verbessert. „Nun möchte ich noch Russisch lernen“, sagt die Schülerin.

Für Organisatorin Sigrid Warnke vom IB ist das Projekt, das vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde, pädagogisch besonders wertvoll. „Unsere Kinder waren begeistert von der Offenheit der anderen Jugendlichen“, sagt Warnke. Durch den Austausch seien viele Freundschaften entstanden und auch die Eltern der deutschen Jugendlichen würden nach der Reise ihrer Kinder Interesse für das Land im Ostseeraum zeigen. Der Diplom-Pädagogin zufolge sind die lettischen Heranwachsenden wesentlich aktiver. Die 40-Jährige hofft, dass die deutschen Teilnehmer etwas von der Motivation mit nach Hause nehmen.

Am letzten Tag kochten die deutschen und lettischen Jugendlichen jeweils ihr landestypisches Gericht. Bei den Letten gab es Apfelkuchen und überbackene Äpfel mit Quark und die Deutschen haben Kartoffelsalat und Klopse zubereitet. Wenn die Förderprogramme weiterlaufen, wird auch im kommenden Jahr eine deutsch-lettischer Austausch stattfinden. Finanziert wird das Projekt vom Landesjugendamt Mecklenburg-Vorpommern sowie vom Jugendamt in Doberan und Rostock.

STEFANIE ADOMEIT

Ostseezeitung vom 03.08.2005

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