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Straßenbau bringt Wirt in Bedrängnis

Das fünfte Jahr in Folge wird an der Kreisstraße zwischen Satow und Kröpelin gebaut. Wirt Reinhard Hoffmann bringt das in Existenznot.

Schmadebeck „Wenn die Straße fertig ist, sind wir auch fertig“, sagt Reinhard Hoffmann. Der Betreiber der Schmadebecker Gaststätte „Moordiele“ wirkt frustriert. Seit Donnerstag ist die Kreisstraße 5 von Kröpelin aus in Richtung Schmadebeck voll gesperrt. Es ist eine der Haupt-Zufahrten zum Restaurant. Die Umleitung führt über Satow – ein Umweg von mehr als 20 Kilometern.
An der Straße wird seit fünf Jahren gebaut – immer stückweise, so wie das Geld fließt. Und immer in der Hauptsaison, im Sommer. In den vergangenen Jahren hielten Hoffmann und seine Frau durch. Jetzt fürchtet er, die Gaststätte dicht machen zu müssen. „Wenn sich nicht dramatisch etwas ändert, ist das für uns der Genickbruck.“ Derzeit sei er zufrieden, wenn am Tag mehr als zehn Gäste kommen.

Dramatisch etwas ändern wird sich kaum: Bis zum Schulstart in drei Wochen wird die Straße voll gesperrt bleiben, sagt der Reddelicher Tiefbau-Unternehmer Dirk Dassel. Er und seine Männer sind derzeit dabei, die Straße mit Baggern aufzureißen. Vom 8. August an werde es nur noch eine halbseitige Sperrung geben. „Ende September kommt dann auch die Schwarzdecke drauf“, so Dassel. Am 20. Oktober soll der Bau des 1,65 Kilometer langen Abschnitts abgeschlossen sein.

Der Schmadebecker Sigurd Heinz freut sich darauf. „Damit läuft die Strecke von Kröpelin nach Satow endlich glatt durch; die längste Lindenallee Deutschlands.“ Der 56-Jährige sagt, dass sich die meisten Schmadebecker über die Erneuerung der Straße freuen. Am 21. August will er ein Fest auf seinem Dreiseithof an der Satower Straße geben. „Wenn die Allee fertig ist, gibt es doch einen Grund zu feiern.“ Für Moordielen-Wirt Hoffmann gibt es dann vielleicht keinen mehr.

THOMAS PULT
Ostseezeitung Wochenendausgabe, 16. Juli 2005

1 Kommentar zu “Straßenbau bringt Wirt in Bedrängnis”


  1. avatar 1 regm TGutteck (Leser)

    Wenn man sich die Entwicklung des Strassenbau’s zwischen Kröpelin und Satow über Schmadebeck anschaut, welcher ja wirklich schon über Jahre geht, kann ich nur den Hut ziehen das Herr Hoffmann immer noch überleben konnte.

    Gerade an dieser abgelegenen Strecke kommen doch eher weniger Touristen vorbei und so entwickelte sich die Moordiele auch für mich immer als Geheimtipp, wo man eigentlich immer einen Platz kriegt, das Essen schmeckt und die Preise auch angemessen sind.

    Ich würde es schade finden, wenn diese Gaststätte geschlossen werden würde, deshalb möchte ich jetzt zum einfach dazu aufrufen, auch trotz der widrigen Umstände dort essen zu gehen und somit den Wirt zu unterstützen.

    MFG

    Thomas Gutteck

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