Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Seit 20 Jahren erstmals eine Königin

Schmadebeck ermittelte einen neuen Tonnenkönig. Erstmals gewann den im Landkreis einmaligen Wettbewerb eine Frau. Auf dem Sportplatz wurden echte und motorisierte Pferdestärken präsentiert.

Schmadebeck Etwa 40 Minuten dauerte es, bis das diesjährige Schmadebecker Tonnenabschlagen am Sonnabend entschieden war. Als neuer Tonnenkönig wurde eine Frau gefeiert. Christiane Rexrodt aus dem kleinen Ort Carlsruhe bei Marlow gelang es, von insgesamt zwölf Reiterinnen und Reitern das letzte Teil der an einem Seil befestigten hölzernen Tonne abzuschlagen und damit den Wettbewerb zu gewinnen.
Der Boden der Tonne gab bereits nach wenigen Minuten den harten Eichenkeulenschlägen nach. Dirk Haslinger, ebenfalls aus Carlsruhe, brachte ihn zu Fall und sich damit auf das Treppchen des Bodenkönigs.

Die letzte Stäbe der mit Eichenlaub und Schleifenband geschmückten Holztonne schlug mit seinem Glückstreffer Bruno

Rehaag ab, was dem Parkentiner Reiter den Titel Stäbenkönig einbrachte.

Schmadebeck ist der einzige Ort im Landkreis Bad Doberan, in dem die Tradition des Tonnenabschlagens gepflegt wird. Seit 20 Jahren schon. Die Sternstunde dieses Reiterspektakels schlug 1984 zur 650-Jahr-Feier Schmadebecks. Von wenigen Unterbrechungen abgesehen, unter anderem durch strömenden Regen bedingt, setzte das „Dreikönigstreffen“ seitdem Jahr für Jahr dem Dorffest die Krone auf.

Erstmalig gewann in diesem Jahr nicht nur eine Frau den Wettbewerb. Erstmalig wurde der Siegerin auch eine historische Reitpeitsche mit silbernem Knauf verliehen. Das gute Stück stammt aus dem Jahre 1931.

„Die Peitsche wurde damals von dem Groß Siemener Oskar Gasche, der in Steffenshagen bei einem Landwirt in Stellung war, beim Hauptrennen der Landleute auf der Doberaner Rennbahn gewonnen“, weiß Werner Kruth von der veranstaltenden Schmadebecker Land-Projekt-Gemeinschaft „Hügelland“.

Christiane Rexrodt darf die Peitsche für ein Jahr behalten. Danach bekommt die Wandertrophäe der neue Sieger des Tonnenabschlagens.

Ein Novum war außerdem die Westernshow, die von den „Freunden des Western- und Wanderreitens Groß Siemen“ um Annett und Fred Malchow gezeigt wurde. 25 Mitwirkende in Gestalt von Siedlern, Indianern und Banditen sowie 15 Pferde und ein Hund ließen einen Hauch von Wild-West-Film-Atmosphäre aufkommen.

Neben echten Pferden gaben auf dem Rasen des Schmadebecker Sportplatzes auch motorisierte Pferdestärken den Ton an.

25 Oldtimer-Besitzer aus nah und fern präsentierten ihre liebevoll restaurierten und blitzblank polierten Traktoren, Pkw und Motorräder.

DETLEF LÜBCKE
OZ vom 04.07.2005

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