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Schwierige Suche nach neuem Hausherrn

Ostseezeitung: Mittwoch, 19.05.2004

Altenhagen möchte sein Gutshaus möglichst noch vor dem 13. Juni verkaufen

Nicht irgendjemand soll neuer Eigentümer des Gutshauses in Altenhagen werden. Die Gemeinde will, dass es für das Dorf zugänglich bleibt. Vier Kaufangebote liegen für das 1856 erbaute Gebäude vor.

Altenhagen Vielleicht gelingt es der Gemeinde in den letzten Wochen ihres Bestehens ja doch noch, das Altenhagener Gutshaus zu verkaufen. Mit Ablauf des 12. Juni verliert Altenhagen den Status als Gemeinde, wird dann fortan zur Stadt Kröpelin gehören. Bis dahin würde Bürgermeister Willi Gerdel das Gutshaus gern noch an den Mann bringen. Von allem, was er bis zum Anschluss an die Stadt Kröpelin für seine Bürger noch bewegen will, ist das, wie er sagt, sein wichtigstes Anliegen. Das vor nahezu 150 Jahren erbaute Haus ging nach dem zweiten Weltkrieg in Gemeindeeigentum über. Die nach der Wende von den Alteignern erhobenen Ansprüche der Rückübertragung scheiterten an einem Prozess, aus dem die Gemeinde als Siegerin hervorging. Dieser Erfolg ist maßgeblich Willi Gerdel zuzurechnen. Er ließ sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen. Der Rentner fand im Landeshauptarchiv eine alte Urkunde, mit der die Rückübertragungsansprüche letztlich zurückgewiesen werden konnten.

So blieb das Gutshaus Eigentum der Gemeinde Altenhagen. Von außen und teils auch von innen ließ sie das Gebäude in den vergangenen Jahren sanieren – das Ziel vor Augen, etwas Gescheites daraus zu machen. Den Gaststättenbetrieb im Haus hätte sie sich gern weiter gewünscht. Doch die Gaststätte schloss im vergangenen Jahr.

Seit längerem bemüht sich die Gemeindevertretung, einen neuen Hausherrn zu finden. Doch nicht irgendjemand soll der neue Eigentümer werden. “Das Haus soll für die Altenhägener weiter zugänglich bleiben. Sie möchten hier gern wieder ihr Bierchen trinken und Feste feiern”, sagt Gerdel. Eine Wiedereröffnung der Gaststätte als öffentliche Restauration ist einer der Wünsche. Dazu würde die Gemeinde es gern sehen, wenn das Haus für die Vermietung von Ferienzimmern oder als Hotel genutzt werden könnte.

Nach neuestem Kenntnisstand gibt es vier Interessenten, die das Haus kaufen und im Sinne der Gemeinde bewirtschaften würden. Eines der Kaufangebote scheidet für den Bürgermeister jedoch bereits aus. “Es liegt weit unter dem Wert. Fast verschenken wollen wir das Haus bei all dem, was wir da hineingesteckt haben, nun auch nicht”, begründet er.

Unter den drei anderen Kaufinteressenten befindet sich auch der Investor für die bei Altenhagen geplante Milchviehanlage. Unternehmer Stotz will das Haus aber nur dann, wenn er die umstrittene Anlage dort auch bauen darf. Letzteres hat die Gemeindevertretung abgelehnt.

Die Gemeinde steht nun vor der schwierigen Entscheidung, den nach ihrer Auffassung richtigen Käufer zu finden. “Es laufen Verhandlungen”, bezeichnete Gerdel den aktuellen Stand der Dinge. Sollte sich die Gemeindevertretung bis zum 12. Juni nicht mehr zu einem Entschluss durchringen können, obliegt es der neu zu wählenden Kröpeliner Stadtvertretung, darüber zu entscheiden, was schließlich aus dem Altenhagener Gutshaus wird.

DETLEF LÜBCKE

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