Freitag, 23. August 2019
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Schule nicht einfach schließen

Zur Schließung der Kröpeliner Regionalschule schreibt Dr. Jürgen Borchardt aus Kröpelin:

Ein Sprichwort besagt: „Ein Volk hat die Politiker, die es verdient“. Womit aber haben die Schüler, die Eltern und die Lehrer in Kröpelin, die um den Erhalt ihrer Regionalschule kämpfen, die gegenwärtigen Politiker verdient? Mit welchen Mitteln die gewählten Volksvertreter in Schwerin (Kultus- und Innenministerium) das neue Schulgesetz durchboxen, haben wir jüngst erlebt: Warnung an den Landeselternrat zur Durchführung des Volksbegehrens, Maulkorberlass für Lehrer und Untersagung der Unterstützung durch Bürgermeister. Die verantwortlichen Entscheidungsträger in Bad Doberan (Schulverwaltungsamt und Landrat) schließen eine völlig neu sanierte Schule mit komplett neuer Ausstattung einschließlich auf den modernsten Stand der Technik eingerichteter Fachkabinette, um Kosten einzusparen, ohne vorher die Schule in Augenschein genommen oder mit den Betroffenen gesprochen zu haben.

Bei gutem Willen und Verständnis für die Schüler und Eltern hätten die Verantwortlichen eine Ausnahmereglung für die angemeldeten 22 Schüler in Kröpelin entsprechend des Schulgesetzes erteilen können. Dem gegenüber steht der Um-, An- und Erweiterungsbau bzw. die Sanierung der Regionalschulen in Kühlungsborn, Satow und Bad Doberan für über 10 Millionen Euro plus 465 000 Euro für einen Ausweichcontainer für die Grundschüler während der Baumaßnahme an der Kampschule in Bad Doberan. Bleibt als Quintessenz das Zitat von Thomas Mann: „Demokratie, das bedeutet Herrschaft der Politik; Politik, das bedeutet ein Minimum von Sachlichkeit.“

OZ den 04.05.06

2 Kommentare zu “Schule nicht einfach schließen”


  1. avatar 1 gast H1 (Gast)

    Kann mir mal jemand erklären warum die Schule geschlossen wird. Ich bin 9 Jahre alt.

  2. avatar 2 regm Thomas Wendt (Leser)

    Das die Schülerzahlen sinken würden, muß auch einer verschlafenen Stadtverwaltung und Schulleitung auffallen. Andernorts wurde man aktiv und ging frühzeitig auf die Suche nach Alternativen. In Kröpelin verließ man sich dagegen völlig auf die in den Jahren unter Bürgermeister Karl-Heinz Schwarck durchgeführte mustergültige Komplettsanierung der Schule.

    Regelrecht verhindert wurde dagegen in den letzten Jahren die Suche nach inhaltlichen Verbesserungen. Doch heute entscheiden sich Eltern nicht nur nach dem baulichen Zustand einer Schule, sondern eben auch nach pädagogischen Konzepten und Angeboten. Hier soll keinesfalls das Engagement einzelner Lehrer und Elternvertreter angezweifelt werden. Jedoch, ein durchgängiges Konzept von den beiden (!) Kindertageseinrichtungen, über Vorschule, Grundschule, Hort bis zur Regionalschule kam in unserer Kleinstadt einfach nicht zustande. Einige Eltern schickten ihre Kinder lieber gleich nach außerhalb. Dann haben Klagen allein über Klassenstärken und Fahrtwege wenig Sinn und überzeugen keinen Ministerialbeamten.

    Natürlich kommt das unsägliche mehrgliedrige Schulsystem hinzu. Viele Eltern glauben ihre Kindern auf das Gymnasium schicken zu müssen und niemand kann es ihnen verdenken. Es wird Zeit, das von der rot-roten Landesregierung im neuen Schulgesetz anvisierte längere gemeinsame Lernen umzusetzen, Im ersten Schritt bis zur Klasse 6 und in einem folgenden Schritt bis Klasse 8. Das ist dann vielleicht auch noch einmal eine zweite Chance für den Schulstandort Kröpelin.

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