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Presse Kirche

Sanierung war sehr aufwändig

Dienstag, 23. August 2005 | Neubukow und Kröpelin

Der erste Bauabschnitt bei der Sanierung der mittelalterlichen Kröpeliner Stadtkirche ist abgeschlossen. Das wurde mit einem Gottesdienst gefeiert.

Kröpelin Seitlich des quadratischen Marktplatzes steht die aus Backsteinen erbaute Stadtpfarrkirche von Kröpelin. Vermutlicher Baubeginn war 1265. Drei Jahre darauf wurde – so ein heutiges dendrologisches Gutachten – die letzte Eiche für den Dachstuhl geschlagen, der noch jetzt im Original vorhanden ist, und im Chorraum wurden bei jüngsten Restaurierungsarbeiten die Reste eines Wandbildes von 1270 freigelegt, das die Anbetung von Christus durch die Heiligen Drei Könige darstellt.

Propst Olaf Pleban weiß um diesen einmaligen Schatz und verweist auf das gegenüberliegende Wandbild, einen sehr großen Christophorus, der durch Wellen schreitet und dessen Füße die Fische umspielen – ein recht seltenes Bild in dieser Art in mecklenburgischen Kirchen. Am letzten Wochenende konnten die Gemeindemitglieder nun nach vielen Wochen wieder in ihrer Kirche den Gottesdienst feiern, denn während der Bauzeit von April bis Mitte August war die Kirche geschlossen.

Die Sanierung war unumgänglich, so Propst Pleban, denn der bauliche und farbliche Zustand war wenig erfreulich. Der Dachstuhl des Chores wies in etlichen Bereichen große Holzschäden auf, am Chorgiebel waren Teile des Zierwerkes verloren gegangen, die mit Formsteinen wieder aufgemauert werden mussten, und durch die Schäden im Dachstuhl hatten gleichwohl Gewölbe und Mauerwerk gelitten. Jetzt erfolgte die komplette Überarbeitung und Instandsetzung, wobei die Risse ausgefugt und mit Spezialmörtel ausgepresst wurden. Auch die Außenwände überstanden die Jahrhunderte nicht unversehrt und wiesen starke Verwitterungen auf, vor allem an den Dachtraufen. Ein weiteres Problem war das Altarbild von Gaston Lenthe. Er lebte von 1805 bis 1860 und verstarb in Schwerin als Hofmaler. 1988 war es bei einem Diebstahl durch Knicken stark beschädigt worden. Das Bild kam zwar ein Jahr später wieder in die Kirche, doch diese Spuren konnten erst jetzt durch sorgfältige Restaurierung in der Werkstatt Vormelker nahezu vollkommen beseitigt werden.

Die erste Etappe der Sanierung ist beendet und kostete 150.000 Euro. 60.000 Euro kamen aus Patronatsmitteln und 90.000 Euro brachte die Kirchgemeinde auf. Erfolgreich war dabei die Postwurfsendung eines Gemeindebriefes an alle Kröpeliner Haushalte mit der Beschreibung der Sanierung. Bis jetzt gingen daraufhin 9000 Euro ein, “und einige weitere Spendenzuwendungen liegen noch vor”, sagte Olaf Pleban, der seit 1997 in Kröpelin als Probst amtiert.

Dem ersten großen Bauabschnitt wird bald der zweite folgen. Die Vorplanungen laufen und Sanierungsgutachten sind eingeholt. Dabei geht es vor allem um die Restaurierung und Innengestaltung. Die Vögel, die jedes Jahr in der Kirche brüten, ließen sich vom Baulärm nicht abschrecken. Gezählt wurden elf Brutpaare – Dohlen, Turmfalken und ein Schleiereulenpaar.

PETER GERDS

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