Dienstag, 20. Februar 2018
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Rosentraum erfüllte sich

Erst vor vier Jahren kaufte Familie Schütte das Anwesen, ein Gutshaus in der Art englischer Landhäuser, in Groß Siemen. Es lädt zum Züchten der Königin der Blumen ein.

Groß Siemen

„Schöne Rose, groß bist Du in Deiner Pracht, ausgezeichnet in dem Garten Gottes. Im Kreise aller Kinder der Floren, heftet sich nur auf Dich das Auge des Sterblichen, unter allen Schönheiten der Flur strebt nur die Hand nach Deinem Besitz, als der Siegerin.“ So überschwänglich beschrieb ein unbekannter Autor aus Mecklenburg vor über 200 Jahren die „Königin der Blumen“, und ähnliche Worte könnte einer heute finden – etwas zeitgemäßer – der den Rosengarten von Edda Schütte in Groß Siemen besucht, nahe der Landstraße von Satow nach Kröpelin. Erst vor vier Jahren kaufte Familie Schütte das Anwesen, ein Gutshaus in der Art englischer Landhäuser. Aber bis zu diesem Zeitpunkt war es ein wenig heruntergekommen und mit Mängeln versehen, wie sich im Laufe der Bauzeit herausstellte. Doch Edda Schütte, ihr Mann und die vier Kinder (heute zwischen 8 und 15 Jahren), dazu zwei Hunde hatten ihr Domizil in der wunderbaren Landschaft gefunden, dort, wo der Hellbach entlangfließt, und wo ein alter und unter Denkmalschutz stehender Park das heute sanierte Gutshaus mit zwei Ferienwohnungen umgibt. Hier kann sich die charmante, kluge und fröhliche Frau ihren Traum von der Gestaltung eines Gartens und Parks erfüllen. Nicht dass die Rose schon immer ihre Favoritin war; aber in der Villa Clara in der Doberaner Dammchaussee, wo die Familie anfangs wohnte und einen 400 Quadratmeter großen Garten besaß – und zuvor noch im Pfarrhaus Retschow – begann das Interesse für diese Blume lebhafter zu werden, bis es sich für die Juristin in eine berufliche und zugleich erfüllte Lebensaufgabe wandelte, denn „wenn man mit Rosen anfängt, kann man damit nicht mehr aufhören“, sagt sie.
Der warme Sommerwind weht den Duft der Rosen (historische und englische) durch die offenen Leinenzelte, und Edda Schütte breitet auf dem Tisch die kürzlich verteidigte Diplomarbeit von Katharina Bilkowski aus, die an der Universität Rostock (FB Landschaftspflege) entstand. Sorgsam hatte die Studentin den Park erkundet, Wegeführungen und Gewässerläufe datiert und gezeichnet, Bäume und Sträucher gezählt und vermessen, alte Unterlagen zu Rate gezogen und somit die Handlungsgrundlage für Edda Schütte geschaffen.

Deren eigene Vorstellungen und die der Denkmalpflege ergeben zusammen mit der Diplomarbeit den idealen Ausgangspunkt für den zu restaurierenden Park. Die Anfänge sind sichtbar, so am terrassenförmigen Rosengarten. Drei Rosenfeste feiert Edda Schütte jedes Jahr – beim jüngsten im August kamen über 1000 Interessenten – und das nächste findet am Tag des offenen Denkmals statt. Anregungen für die Beschäftigung mit Rosen fand Edda Schütte in England. Von dort brachte sie die Crabtee & Evelyn Produkte (Badezutaten mit dem Duft der Evelyn-Rose) mit nach Groß Siemen. Mittlerweile sind eigene Kreationen hinzugekommen, zum Beispiel ein Gelee aus Klaräpfeln, die im nahen Obstgarten wachsen, mit einem Hauch von Rosengeschmack.

Edda Schütte bietet zudem Rankstäbe und Rankgitter, die nach ihren Entwürfen von einem Schmied gearbeitet werden, und sie ist reich an Einfällen, wenn es darum geht, nicht nur aus Rosen, sondern aus Hagebutten, Holunder, Minze und aus allem, was in Park und Garten blüht, Wohlschmeckendes in Flaschen und Gläser zu füllen. Die Aufzucht von Rosen aber ist das Grundanliegen, und vor kurzem sind 1400 Stängel aus England eingetroffen, die blühen werden.

PETER GERDS
Ostseezeitung vom 01.Sep. 2005

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