Montag, 26. August 2019
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Regionale Schule steht vor dem Aus

Lange haben die Lehrer der Regionalen Schule Kröpelin gehofft, dass die Schule 2007 nicht geschlossen wird. Nun kam das Schreiben vom Amt.

Kröpelin Jetzt ist es amtlich. Die Regionale Schule Kröpelin wird zum Schuljahreswechsel 2007 geschlossen. Zumindest für den Landkreis Bad Doberan als Planungsträger der Schulentwicklungsplanung ist das beschlossene Sache. Vergangene Woche flatterte das Schreiben in die Kröpeliner Amtsstube. „Die Schülerzahl hat sich seit der Wende halbiert und wird nicht wieder zunehmen. Hinzu kommt, dass Kinder, die in Privatschulen, etwa in Rerik oder Bad Doberan angemeldet werden, den staatlichen Schulen fehlen“, erklärt Landrat Thomas Leuchert.

Der Bürgermeister von Kröpelin, Paul Schlutow, gibt sich nicht so schnell geschlagen. „Es war zu erwarten, weil die Unterstützung des Landrats für den Erhalt der Kröpeliner Schule nicht zu erkennen war. Ich gebe aber nicht auf“, so das Stadtoberhaupt. Deshalb ist er jetzt mit verschiedenen Trägern im Gespräch, um die Bildungsstätte doch noch zu erhalten.

„Ich weiß nicht, welche Mittel und Wege noch beschrieben werden können, weil wir alle Entscheidungsträger angesprochen und angeschrieben haben“, so Schulleiter Thorsten Ruf. Die einzige Möglichkeit sei, ein Verfahren als Stadt Klage einzureichen. „Das ist die letzte Möglichkeit und Hoffnung, die Aufhebung des Beschlusses zu erreichen“, meint der Pädagoge. Bürgermeister Paul Schlutow sieht diesen Weg allerdings als „äußerst schwierig“ an.

Grund für die Schließung der Regionalen Schule ist die sinkende Schülerzahl. Für das kommende Schuljahr wurden 23 Kinder angemeldet. Mindestens 36 Schüler sind aber nötig. Eine Ausnahmeregelung, die bei einer Schüleranzahl von 22 beantragt werden könnte, wurde abgelehnt mit der Begründung: „Bei Aufhebung der Schule entstehen jedoch keine unzumutbaren Schulwegzeiten, sodass die Ausnahmegenehmigung nicht erteilt werden kann“, so die Leiterin des Schulverwaltungsamtes des Kreises, Angela Wehner.

Rund 140 Schüler besuchen derzeit die Bildungsstätte. Im Jahr 1998 wurde die umfassende Sanierung der Regionalen Schule und der Grundschule abgeschlossen. Die Arbeiteten kosteten damals 13 Millionen DM. Die Turnhalle, die ein Jahr später fertig gestellt wurde, 4,5 Millionen DM. Diese würde mit einer Schließung der Schule auch nicht mehr ausgelastet werden. „Die Schüler müssen aus der Stadt mit Topbedingungen woanders hin, wo vielleicht nicht so eine Topausstattung ist“, bedauert Schulleiter Thorsten Ruf die Entscheidung. Nach einer Schließung sollen die Schüler auf die Schulen in Neubukow, Satow und Kühlungsborn aufgeteilt werden.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 04.04.06

1 Kommentar zu “Regionale Schule steht vor dem Aus”


  1. avatar 1 regm Thomas Wendt (Leser)

    Das ist doch kaum zu glauben! Vorausgesetzt, die wörtlichen Zitate in der Zeitung sind echt, dann kann man nur feststellen: Da wollen sich doch Zweie tatsächlich aus der Verantwortung stehlen.

    Der Bürgermeister will dem Landrat die Schuld in die Schule schieben. Wo aber hat der Kreistagsabgeordnete Schlutow je einen Antrag gestellt? Warum hat er nicht rechtszeitig – und damit meine ich vor Jahren – die Kröpelinerinnen und Kröpeliner auf die Straße gebracht?

    Und auch der Direktor ist mit von der Partie. Doch wo ist die Schulentwicklungskonzeption, die Grundlage aller Planungen sein muß? Das die Schülerzahlen sinken, daß muß auch einem Direktor auffallen. Wenn zeitgleich aber die Bemühungen von Lehrern ausgebremst werden, dann sollte man sich wenigstens eigene Gedanken machen.

    Nun wird die Schule zum traurigen Beispiel dafür, daß in Kröpelin zu lange darauf gehofft wurde, daß die Verantwortlichen es für uns richten. Da waren wir vom Vorgänger des jetzigen Bürgermeisters wahrscheinlich einfach zu sehr verwöhnt. Der hätte das geregelt.

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