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Pläne für Entlastungsstraße

Kröpelin Was für die Tourismusbranche in den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik sowie die regionale Wirtschaft entlang der B 105 ein Segen geworden ist, entwickelte sich für die Kröpeliner schnell zum Ärgernis: „Kröpelin ist als Ausfahrt aus der A 20 zu den Ostseebädern ausgeschildert. Und viele, die sich auskennen – und das sind mittlerweile auch immer mehr Urlauber – fahren dann von der Landesstraße 11 aus Richtung Bützow nicht auf unsere Ortsumgehung – die B 105 – , um zu dem Abzweig zu den Ostseebädern zu gelangen, sondern den sehr viel kürzeren Weg mitten durch die Stadt: die Rostocker Straße, die Hauptstraße und die Strandstraße entlang. Die Verkehrsberuhigung, die wir durch den Bau der Ortsumgehung erreichen wollten, wird dadurch immer mehr ausgehebelt“, beschreibt Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow die Situation. Und verweist auf eine Alternative, die schon seit längerer Zeit diskutiert und geplant wird.
Entlang des Bahndammes führt – von der Einmündung in die L 11 an der Eisenbahnbrücke bis zum Bahnübergang an der Wismarschen Straße – eine Trasse, die sich hervorragend als Entlastungsstraße eignen würde: die für den Autoverkehr schon seit Jahren gesperrte alte Bahnhofstraße.

„Es gibt eine Vorplanung dafür, diese 663 Meter Kopfsteinpflasterstraße teils zu sanieren, teils völlig neu zu bauen. Mit Gehweg, Straßenbeleuchtung und der Sanierung der Treppen, die zum Wall führen“, informiert Bauamtsleiter Rüdiger Kropp. 650 000 Euro würde das Vorhaben kosten, das im günstigsten Fall vom Straßenbauamt Güstrow zu 70 Prozent gefördert werden könnte. Wegen der Bedeutung dieser Gemeindestraße für den Durchgangsverkehr, so Kropp. Ein Fördermittelantrag wurde bereits auf den Weg gebracht.

Das Problem: Die Trasse gehört der Deutschen Bahn. Da die Stadt ohnehin schon rund 200 000 Euro Eigenmittel in den Straßenbau stecken müsste, kann sie für den Grunderwerb keine große Summe an die Deutsche Bahn zahlen. Jetzt scheint Bewegung in die sich schon jahrelang hinziehenden Verhandlungen zu kommen. „Die Bahn signalisierte gestern Entgegenkommen beim Erwerb der Straße durch die Stadt“, so Schlutow.

LUTZ WERNER
Ostseezeitung Freitag, 24. Juni 2005

3 Kommentare zu “Pläne für Entlastungsstraße”


  1. avatar 1 regm TGutteck (Leser)

    Dies hat sowohl seine Vorteile und Nachteile.

    Ein Vorteil wäre das diese Straße auch vom landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden könnte, und somit die Schulstraße teilweise entlastet würde. Und somit mehr Sicherheit an unser “noch” bestehenden Schule wäre.
    Aufgrund der baulichen Gegebenheiten an der Einmündung in die Wismarsche Straße kann diese Straße ja eigentlich nur eine Einbahnstraße werden, was dann bezüglich landwirtschaftlichen Verkehr nur teilweise hilft.

    Ein Nachteil wäre meiner Meinung, der hier verurteilte Durchgangsverkehr durch Kröpelin, würde dann aus er Stadt genommen und höchsten noch an den Ostseebaumschulen und an der Nordöl Tankstelle vorbeigeführt werden. Auch wenn es Wunschgedanken sind, aber es sind potenzielle Kunden für unsere paar Geschäfte die wir in der Stadt noch haben, die dann genommen werden.
    Ausserdem wozu bauen wir einen großartigen Parkplatz, wenn wir potenzielle Nutzer daran nicht vorbei leiten und zum Anhalten animieren?

    MFG

    Thomas Gutteck

  2. avatar 2 regm TGutteck (Leser)

    Den Gedanken mit der Geschwindigkeit und den Achslasten kann ich verstehen und entspricht auch vollkommen meiner Meinung.

    Deine marktwirtschaftlichen Gedanken sind auch richtig, wer was Kaufen will in einem bestimmten Laden, der lässt sich von sowas nicht aufhalten. Diese Kunden meinte ich nicht, ich dachte an Kunden die nicht gezielt kaufen wollen. Kaufentscheidungen sind Reizbeeinflusst (nette Verpackung, tolles Schaufenster, nette Verkäuferin, billig usw.). Durch solche Wegeführung nehmen wir unseren paar Läden die wir da noch haben, die Möglichkeit diese Reize auszusenden. Das ganze ist jetzt Hypothetisch zu betrachten.
    Ausserdem dachte ich dabei zum Beispiel an Urlauber und diese neigen dazu ein irrationales Kaufverhalten über ihren Bedarf an den Tag zu legen ( Ich hab Urlaub ich gönn mir mal was.).

    Welche Grundstücke sollen dort ausgewiesen werden und dann zur Rückfinanzierung der Eigenmittel dienen?

    Mir ist jetzt keine Möglichkeit vor Augen dort passende Grundstücke auszuweisen. An Kaufinteressenten denke ich hierbei gar nicht erst!

    P.S.: Ich muss erstmal am Wochenende zählen gehen wieviel Läden wir eigentlich noch genau in der Hauptstraße haben.

  3. avatar 3 regm Thomas Wendt (Leser)

    Das die Autofahrer auch sämtliche Strecken durch die Stadt nehmen, ist nachvollziehbar und auch nicht so dramatisch, wenn, ja wenn alle halbwegs vernünftig führen. Da sollte noch einmal über wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Achslasten und der Geschwindigkeiten nachgedacht werden.

    Ich glaube übrigens nicht, daß sich ein potentieller Käufer von seinem Ziel abbringen läßt, nur weil er auch auf anderen Wegen durch die Stadt fahren kann. So viel hab ich von der Marktwirtschaft ja schon kapiert, daß da bei Kaufentscheidungen immer noch eine Menge anderer Faktoren eine Rolle spielen. Da sollte man auch mehr von den anderen Faktoren sprechen. Nur, da wird es persönlich…

    Die Ortsumgehung braucht dringend eine südliche Entsprechung. Da wird sich leider in der nächsten Zeit keine bessere Variante als der Ausbau der Bahnhofstraße anbieten. Von daher bin ich natürlich dafür. Ein Teil der notwendigen Eigenmittel kann wieder reinkommen, wenn es gelingt, an der dann erschlossenen Straße Grundstücke auszuweisen.

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