Donnerstag, 22. Februar 2018
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Pastorensohn zog es zum Tischlerhandwerk

Für seine Arbeiten in der Denkmalpflege wurde Tischlermeister Ulrich Timm aus Kröpelin kürzlich mit dem Bundespreis des Handwerks geehrt.

Kröpelin Für den im großen Neubukower Pastorenhaus aufgewachsenen Ulrich Timm (44) gab es bei der Berufswahl nur zwei Varianten. Entweder würde er auch Theologie studieren wie sein Großvater Karl Timm, wie der Vater Tilmann und der älteste Bruder Andreas, oder er würde ein Handwerk erlernen, am liebsten etwas mit Steinen oder Holz. Ulrich Timm lernte Tischler bei Meister Stern in Kröpelin, machte dort seine Meisterprüfung (1986) und wagte ein Dutzend Jahre später den Sprung in die Selbstständigkeit. Auf dem alten ZBO-Gelände in Kröpelin kaufte er eine ausrangierte Halle, nahm Kredite auf, erwarb alte und neue Maschinen und belegte einen Existenzgründerkurs. „Dieser Kurs über drei Monate hat mir sehr geholfen, finanziell, konzeptionell, und ich lernte etwas über Kalkulation, Marketing, Betriebsführung, es war wirklich ausgezeichnet“, schwärmt Tischlermeister Timm heute noch.
Am 15. März 1999 eröffnete Timm seine Werkstatt mit zwei Beschäftigten. Er beschreibt seine Wirtschaftslage als gut. Bei ihm sind heute 15 Mitarbeiter angestellt, darunter zwei Tischlerlehrlinge.

Die Tischlerei Timm, die in diesen Wochen mit dem Neubau im Gewerbegebiet Süd in Kröpelin beginnt und hier im Laufe des Herbstes auf der doppelt so großen Produktionsfläche mit der Arbeit beginnen will, hat in der Vergangenheit ihr Einsatzgebiet immer erweitert. Sie ist heute im Raum zwischen Rügen, Berlin und Hamburg und der mecklenburgischen Ostseeküste tätig. Zu den großen Projekten zählte die Mitarbeit am Grand Hotel Heiligendamm, an den Rathäusern Bad Doberan und Güstrow, am Bürgerhaus in Neubukow und am Hotel „Zur Sonne“ Kühlungsborn ebenso wie am Regenbogencamp in Göhren auf Rügen oder an der Tucholsky-Gedächtnisstätte in Rheinsberg. Ähnlich umfangreich ist die Vielfalt im Denkmalschutz, der beispielsweise beim Bürgerhaus Neubukow mit der Sanierung Hand in Hand ging.

Zu den großen Neubauprogrammen gehört gegenwärtig die Feriensiedlung Groß Schwansee/Klütz. Dort werden in zwei Dutzend Häusern alle Türen und Fenster, Fußböden, Treppen und gelegentlich die Möbel angefertigt und eingebaut.

PETER GERDS
OZ vom 31.01.06

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