Mittwoch, 21. Februar 2018
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Neue Hoffnung an Kröpeliner Regionalschule

Die Regionale Schule gehört zu den am besten ausgestatteten im Landkreis. Die Bildung einer 5. Klasse wurde bis dato abgelehnt. Jetzt keimt neue Hoffnung auf.

Kröpelin Alles scheint wieder offen zu sein. Das Bildungsministerium in Schwerin erwartet gar ein mögliches Chaos zu Beginn des neuen Schuljahres am 8. August. Streitpunkt sind die Klassenstärken. Die Mindestgrößen waren im Haushaltsgesetz des Landes verankert, das aber Anfang Juli für überwiegend verfassungswidrig erklärt wurde. Danach entbehren festgelegte Klassengrößen einer Rechtsgrundlage, hieß es gestern aus der Landeshauptstadt.
„Wenn sich das so in der Praxis bestätigt, könnten wir auch mit den 15 avisierten Kindern eine fünfte Klasse an der Regionalen Schule in Kröpelin bilden“, sagte gestern Bürgermeister Paul Schlutow. „Und es würde endlich Ruhe einkehren“, hoffen Direktor Thorsten Ruf und sein Lehrerkollegium.

Schon im letzten Jahr konnte an der Kröpeliner Bildungsstätte keine fünfte Klasse ins Leben gerufen werden. Es scheiterte an der festgelegten Schülerzahl von 22. „Die Stadt, die viel Geld in die Schule investierte, zog zweimal vor Gericht. Und verlor. Dabei schufen wir zwischen 1995 und 2000 für 8,5 Millionen Euro ein Schulzentrum mit Sporthalle, Aula, Fachräumen und einer super Ausrüstung“, betont Schlutow. Trotz dieser Anstrengungen standen auch in diesem Jahr die Sterne ungünstig: Das Staatliche Schulamt in Rostock hatte den Kröpelinern Mitte April mitgeteilt, dass mit 15 Anmeldungen keine Fünfte aufgemacht werden könnte.

„Das traf uns hart. Wir stellten sofort einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung. Ähnlich wie die Doberaner. Doch wir erhielten eine Absage“, erläutert der Bürgermeister. Noch heute kann er nicht verstehen, dass von den 38 Kindern der beiden Vierten nur 15 in Kröpelin bleiben wollen. 15 gehen ans Gymnasium und acht an die Freie Schule nach Rerik. Besonders Letzteres sei bitter, meint er. Aber der Elternwille wäre ausschlaggebend.

Trotzdem warfen die Kröpeliner Stadtväter die Flinte nicht ins Korn. Um nicht noch einmal wie im vergangenen Jahr den teuren Klageweg zu beschreiten, entschlossen sich Schlutow und CDU-Landtagsabgeordneter Henning von Storch im Juli, im Schweriner Bildungsministerium verstärkt Druck zu machen. Staatssekretär Manfred Hiltner hatte nach einem Gespräch zugesichert, die Bildung der Fünften in diesem Jahr in Kröpelin noch einmal zu prüfen und binnen 14 Tagen ein Ergebnis bekannt zu geben. „Bis dato haben wir aber noch keine Antwort erhalten“, erklärte Paul Schlutow gestern. Trotzdem stimmen ihn die jüngsten Nachrichten aus Schwerin, dass die Klassenstärken noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden, hoffnungsvoll. „Wir schöpfen wieder Mut. Doch die Zeit bis zum Schulstart sitzt uns im Nacken. Außerdem ist dieses ganze Hickhack Kindern und Eltern nicht länger zuzumuten. Doch das liegt nicht im Ermessen der Stadt, sondern des Landes“, so Paul Schlutow.

ANETT JONUSCHAT
Ostseezeitung vom 02.08.2005

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