Freitag, 20. September 2019
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Presse Duggenkoppel

Neue Heime auf Duggenkoppel

Ein Wohngebiet hat sich in den vergangenen Jahren gemausert. Aus Behelfsheimen wurden Wohnhäuser. Auch die Straße wird erneuert.

Kröpelin „Ein städtebaulich interessantes und einmaliges Wohngebiet“ nennt Rüdiger Kropp die Duggenkoppel. Bei einem Rundgang mit dem Bauamtsleiter der Stadt Kröpelin konnte OZ sich davon überzeugen. Am 1. Oktober 1939 hatte das Land Mecklenburg die unbebaute Fläche Duggenkoppel für 18 000 Reichsmark an die Stadt verkauft. 1943 wurden hier Notunterkünfte und eine Entlausungs- und Badeanstalt gebaut. Letztere soll noch bis 1954 genutzt worden sein, erinnern sich Anwohner. In den Behelfsheimen, die die Kröpeliner Firma Martens errichtete, fanden Hamburger, die durch die Bombenangriffe ihr Haus verloren hatten, und Flüchtlinge eine Unterkunft.
Eines dieser alten Gebäude steht noch in seinem Ursprung. Die Betonpfeiler mit den dünnen Wänden sind zu erkennen, zeigt Rüdiger Kropp. Die anderen Gebäude wurden nach und nach um- und ausgebaut sowie umfangreich saniert. Das Wohngebiet hat sich entwickelt.

Heute seien es alles private Wohnhäuser. Die Leute lebten gern hier, obwohl die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind, erzählt der Bauamtsleiter. Doch im September soll mit dem Straßenbau begonnen werden. In einem der mittlerweile schönen Häuschen wohnt Helmut Böttinger mit seiner zweiten Frau. Von Westpreußen kam der gelernte Berufskraftfahrer als Flüchtling nach Rethwisch, lernte dann in Duggenkoppel seine erste Frau kennen. Und blieb.

In den 50er-Jahren kauften Böttingers die ehemalige Entlausungsstation für 350 DDR-Mark. „Ein Rohbau, ein großer Raum, etwa sechs mal 3,50 Meter groß“, erinnert sich Helmut Böttinger. Viel hat er in den Jahren umgebaut und modernisiert. „Ich möchte hier nicht weg“, sagt der 72-Jährige. Ihm gefällt das ruhige Wohngebiet. Für die Tochter wurde nebenan auf dem Grundstück ein Häuschen gebaut. Und daneben hat der Rentner seine Werkstatt. Einen Hobbyraum für Karosseriebau nennt er sie. Denn der rüstige Rentner hat hier schon viele Trabis aufgebaut und repariert auch jetzt noch gerne. Auch seine beiden Söhne wohnen nicht weit entfernt. „Eine neue Straße hat man uns versprochen, dann wird es noch schöner hier“, sagt Helmut Böttinger.

Auch Bernd Schumacher will hier wohnen bleiben. Aus einer ehemaligen Baracke hat er sein schmuckes Häuschen neu aufgebaut. Das war 1993. Auf die neue Straße freut er sich. In all den Jahren hätten die Bewohner mit den schlechten Straßenverhältnissen leben müssen. Aber sie wussten, es dauert noch und fast alle hatten Verständnis, erklärt Rüdiger Kropp, dass er kaum mit Beschwerden deswegen zu tun hatte. „Weil sich die Leute hier so wohl fühlen“, weiß er.

Etwa 45 Wohnhäuser stehen in der Duggenkoppel. In südlicher Richtung des Wohngebietes werden noch sieben neue gebaut.

Das Gebiet hat eine lange Geschichte. Das Gut Duggenkoppel hatte viele Besitzer. Aber es behielt bis 1945 seine Eigenständigkeit und war dadurch eine Kuriosität unter mecklenburgischen Rittergütern.

RENATE PETER
OZ vom 09.07.2005

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