Mittwoch, 21. Februar 2018
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Neue Chance für Berufseinstieg

Seit Mitte dieses Jahres gibt es in Kröpelin die Betriebsstätte für psychisch Kranke. Im Geschäft am Markt verkaufen sie ihre angefertigten Waren.

Kröpelin Figuren aus Holz, Schalen, Tassen, Vasen oder Kerzenständer aus Keramik sowie gewebte Vorhänge und Teppiche sind nur einige der Dinge, die in dem Laden der so genannten Betriebsstätte an der Hauptstraße in Kröpelin gekauft werden können. Seit Mitte dieses Jahres hat die Verkaufsstätte, die zu den Kröpeliner Werkstätten gehört, geöffnet. Im Februar des kommenden Jahres wird sie feierlich eingewieht. „Dort finden Menschen mit psychischen Erkrankungen eine Arbeit, die sie wieder ins Berufsleben eingliedern soll“, sagt Hartmut Schenke, Leiter der „Kröpeliner Werkstätten“. Derzeit arbeiten dort sechs Frauen und Männer, die unter Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden. In Zukunft sollen in der so genannten Betriebsstätte bis zu 30 Menschen beschäftigt werden.
In der Werkstatt auf dem 8500 Quadratmeter großen Gelände Am Stadtbach arbeiten nach Angaben von Hartmut Schenke dagegen 180 geistig oder körperlich Behinderte. „Wir sind sehr gute Geschäftspartner der Industrie“, sagt der 57-Jährige. Er würde sich über Aufträge auf dem Gebiet der Industriemontage freuen. So reinigen die Beschäftigten Wäsche etwa von sozialen Einrichtungen, kochen für die Rostocker Uni-Klinik, pflegen die Garten- und Rasenfläche des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik in Kühlungsborn, verpacken Kleinteile oder verarbeiten Holz. Etwa 30 handwerklich ausgebildete Fachkräfte mit pädagogischer Zusatzausbildung unterstützen und betreuen die Menschen mit Behinderung. Im kommenden Jahr sollen noch mehr von ihnen in der Werkstatt arbeiten. Der Bedarf sei sehr hoch, sagt Hartmut Schenke. Die „Kröpeliner Werkstätten“ sind eine Zweigwerkstatt des Michaelshofs in Rostock. Vor über 15 Jahren entstand die Idee auf Initiative von Eltern mit behinderten Kindern. „Ihnen sollte eine Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahme verschafft werden“, so Hartmut Schenke. Die Behinderten-Werkstatt hatte ihren Sitz zunächst in Rerik, 1999 zog sie nach Kröpelin. Mit über 200 Angestellten sind die Werkstätten größter Arbeitgeber der Stadt.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 24.12.2005

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