Donnerstag, 22. Februar 2018
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Das „multi-werk“ in Kröpelin wird heute offiziell eingeweiht

Derzeit arbeiten hier 12 Menschen mit psychischen Behinderungen.

Kröpelin Silke Arndt dekoriert den Verkaufsbereich, betreut und berät Kunden, preist die Ware aus und schreibt auf, was an einem Tag über den Ladentisch gegangen ist. Und wenn nicht so viel zu tun ist, hilft sie ihren Kollegen und Kolleginnen beim Holzschleifen, Nähen oder Weben. Seit September arbeitet die 42-Jährige im Werkstattladen „multi-werk“ in Kröpelin. Für die Doberanerin ist diese Arbeit sehr wichtig. Denn neben Epilepsie leidet Silke Arndt auch an einer manisch-depressiven Erkrankung. In der Betriebsstätte, die zu den Kröpeliner Werkstätten gehört, arbeitet die gelernte Wirtschaftskauffrau, um „sich nicht überflüssig zu fühlen“. „Als ich arbeitslos war, war ich sehr depressiv und habe durchgehangen. Jetzt fühle ich mich viel besser“, sagt sie. In der letzten Zeit habe sich ihr gesundheitlicher Zustand sehr stabilisiert.
Silke Arndt arbeitete schon in der Reriker Werkstatt. Nach dem Umzug nach Kröpelin war sie in der Wäscherei beschäftigt, machte sauber und half den Gruppenleitern bei der Betreuung von körperlich und geistig behinderten Menschen. „Ich wollte früher immer gern Krankenschwester werden“, meint sie. Den Kontakt zu ihren Kollegen und dass man mit „bestimmten Sachen auch mal zu den Betreuern gehen kann“, schätzt die Beschäftigte des Werkstattladens am meisten. „Ich bin sehr dafür, dass es so eine Einrichtung gibt. Weil Behinderte dann auch Arbeit und eine Aufgabe haben“, sagt Silke Arndt.

Fünf Männer und sieben Frauen arbeiten derzeit von Montag bis Freitag im rund 400 Quadratmeter großen „multi-werk“. Für 30 Menschen hat die Einrichtung Platz. „Anfragen können noch an uns gerichtet werden“, so Katja Frahm, Leiterin der Betriebsstätte in der Schuhmacherstadt. Hier sollen die Menschen mit psychischen Behinderungen den Arbeitsalltag wieder kennen lernen. „Ziel ist die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt“, erklärt die diplomierte Sozialpädagogin. Erfahrungen in den vergangenen Jahren hätten gezeigt, dass der Bedarf groß ist.

In vier Bereichen sind die 12 Beschäftigten, die unter anderem unter Schizophrenie, manisch-depressiven oder anderen psychischen Erkrankungen leiden, tätig. In der textilen Abteilung werden etwa Gardinen gewebt oder Kissen und Tischdecken hergestellt. „Wir bieten auch individuelle Größen an. Die Nachfrage ist sehr groß“, weiß Katja Frahm. Im Holzbereich werden derzeit dekorative Ostersachen, wie Hasen und Küken, hergestellt. Die Räumlichkeiten und Sanitäranlagen werden von den Hauswirtschaftlern gesäubert. Im relativ neuen Bereich arbeitet Silke Arndt. Sie verkauft und berät Kunden. Rund 100 Euro bekommen die Angestellten für ihre Arbeit. Eine Ergotherapeutin und eine Weberin mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung betreuen die Beschäftigten im Alter von Mitte 20 bis Anfang 60 .

Heute um 11.30 Uhr wird das „multi-werk“ offiziell eingeweiht. Geladene Gäste können sich dann die Räumlichkeiten ansehen.

STEFANIE ADOMEIT OZ vom 01.03.2006

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