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Markt von Scherben übersät

Ostseezeitung: Dienstag, 11.05.2004

Jugendweiheteilnehmer schlugen über die Stränge

Noch gestern schlugen in Kröpelin die Wogen der Entrüstung hoch. Jugendliche hatten in der Nacht zum Sonntag auf dem Marktplatz lärmend und randalierend für Ärger gesorgt.

Kröpelin Der ruhestörende Lärm in der Nacht zum Sonntag war, wie Kröpeliner berichteten, noch im weiten Umfeld des Marktes zu hören, bis letztlich die Polizei einschritt. Mit ihren mitgebrachten Flaschen hatten die Heranwachsenden auf dem Markt ein Scherbenmeer hinterlassen. Die Glasscherben waren gestern zwar schon zusammengekehrt und abgefahren, doch überall auf dem großsteinigen Granitpflaster glitzerten im Sonnenlicht noch immer kleine Splitter.

“Wir waren gezwungen, bis zum nächsten Morgen die Scherben zu beseitigen”, erklärt Bürgermeister Paul Schlutow. Die Stadt musste schnell handeln, weil am Sonntag die Ausfahrt von mehr als 2000 Bikern, die sich in Bad Doberan zum Bikergottesdienst trafen, durch Kröpelin führte. “Nicht nur die Pflasterfläche, auch die Fahrbahn war voll von Scherben. Wären sie liegen geblieben, hätten sich etliche Motorradfahrer einen Platten einhandeln können”, sagt der Bürgermeister.

Aber auch auf dem Gehweg hätte es ganz schön geknirscht. Denn viele Kröpeliner säumten Sonntag Vormittag, als die Biker durch Kröpelin knatterten, den Straßenrand, um sie zu sehen. “Deshalb mussten wir unseren Stadtbauhof sofort in die Spur schicken”, begründet Schlutow. Zunächst wurde das Gröbste zusammengefegt, gestern Morgen dann der Markt nachgereinigt.

Nicht nur die Stadt, die für diesen öffentlichen Platz zuständig ist, hatte das Nachsehen, unter anderem auch die Telekom. Ihre Telefonzelle vorm Rathaus wurde zerstört. Es gab keinen Quadratzentimeter auf dem Boden der Zelle, der gestern nicht von Glassplittern übersät war. Fünf der sechs Scheiben wurden eingeschlagen, auch der Fernsprecher war nicht mehr funktionstüchtig. Die Telekom musste diese Zelle schon mehrfach infolge von mutwilliger Zerstörung reparieren. “Ich befürchte, dass sich die Telekom dies nicht mehr lange mitansehen und den Standort einstellen wird”, meint Paul Schlutow.

Vor dem Blumengeschäft an der linken Rathausseite setzte sich die Spur der Verwüstung fort. Ein Blumenkübel wurde durch die Gegend geworfen, ein Metallgestell zur Warenrepräsentation wurde zertreten und die Bank, die sonst am Haus steht, fand sich an anderer Stelle wieder.

Anscheinend wollten die Randalierer wohl auch an den Fahnenstangen vorm Rathaus ihre Zerstörungswut hinterlassen. Eine davon wurde verbogen. Sie wurde gestern wieder gerichtet.

Zu dem Schaden, der am Wochenende zu verzeichnen war, zählten auch zwei eingeschlagene Fensterscheibe am Grundschulgebäude und an einem anderen stadteigenen Haus. Die Stadtverwaltung erstattete Anzeige. Die letzte Glaserrechnung liegt für die Stadt gerade erst wenige Tage zurück. Sie belief sich auf 1900 Euro für die Reparatur einer zerstörten Scheibe an der Turnhalle. Sie war noch kleiner als die jetzt an der Schule zerstörten Scheiben.

Die Randale auf dem Markt ging von Schülern aus, die am Sonnabend ihre Jugendweihe erhielten. Die Polizei erteilte 42 Jugendlichen einen Platzverweis und nahm ihre Namen auf.

“Das ist nun der Dank für all die Mühen, die sich die Stadt mit der Jugendweihe gegeben hat”, zeigen sich der Bürgermeister und seine Stellvertreterin Helgrid Erdmann von den Randalierern enttäuscht. Dazu zählten zum Beispiel das Einrichten der Aula mit Stühlen für den großen Tag. Auch wurde im Umfeld eigens noch der Rasen gemäht.

DETLEF LÜBCKE

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