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Letztes Aufbäumen für Kröpelins Schule

Kröpelin „Das Auslaufen der Schule ist zu befürchten.“ Stunden bevor Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow diese Worte sagt, sitzt er mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Henning von Storch im Schweriner Bildungsministerium. Es ist ein letztes Aufbäumen, ein Versuch, für das kommende Schuljahr doch noch eine Ausnahmegenehmigung zur Bildung einer fünften Klasse an der Kröpeliner Regionalschule zu bekommen. Der Erfolg blieb aus.
Wie von Storch und Schlutow übereinstimmend sagen, habe Staatssekretär Manfred Hiltner zugesichert, die Sache noch einmal zu prüfen und binnen 14 Tagen ein Ergebnis bekannt zu geben. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass Hiltner in zwei Wochen eine Antwort zum Jubeln präsentiert.

Dabei hat die Schule „alle Voraussetzungen“, wie Paul Schlutow sagt. Für 8,5 Millionen Euro schuf die Stadt zwischen 1995 und 2000 ein Schulzentrum mit Sporthalle, Aula, Fachräumen und erstklassiger Ausrüstung „vom Notebook bis zum Overhead-Projektor“. Was jetzt fehlt, sind Schüler. Schlutow: „Wir haben 38 Fünftklässler, davon gehen 15 zum Gymnasium, 15 bleiben.“

Die restlichen acht wollen an die Freie Schule Rerik wechseln. Hier liegt der Knackpunkt. „Mit diesen acht kämen wir auf 23“, sagt Schlutow. 22 sind nötig, um eine fünfte Klasse zu bilden. In den kommenden Jahren sehe die Lage ähnlich aus. „Wir werden immer Probleme haben, die Schülerzahl zu erreichen.“ Schlutow hofft jetzt darauf, dass junge Eltern zuziehen.

THOMAS PULT
Ostseezeitung vom 12.Juli. 2005

1 Kommentar zu “Letztes Aufbäumen für Kröpelins Schule”


  1. avatar 1 regm Thomas Wendt (Leser)

    Tja, das Eltern ihre Kinder zum Gymnasium schicken, kann man ihnen nicht vorwerfen, auch wenn garantiert einige der Kinder dort überfordert sein werden. Ebensowenig kann man Eltern vorwerfen, ihre Kinder auf die Freie Schule Rerik zu schicken. Die Frage ist vielmehr, warum sie dies tun, statt die Kinder weiter in Kröpelin zu belassen.

    Möglicherweise liegt für manche Eltern Rerik fahrtechnisch auch günstiger, etwa weil sie selber dort beruflich zu tun haben oder im hohen Norden des Stadtgebietes wohnen. Da spielt aber ganz sicher bei manchen Eltern auch die Unsicherheit und mangelndes Vertrauen mit, von wegen, es wird sowieso keine 5. Klasse aufgemacht, also kann man die Kinder gleich als Fahrschüler auf die Piste schicken.

    Allerdings sollte die Kröpeliner Selbstkritik noch einen Schritt weiter gehen. Denn bei manchen Eltern werden wohl auch pädagogische und persönliche Fragen bei der Entscheidung mitgewirkt haben, Fragen übrigens, bei denen der Bürgermeister Herr Schlutow und besonders der Direktor Herr Ruf sehr wohl ein Wörtchen mitzureden hätten. Wenn es ein Konzept oder ähnliches gibt, dann ist es mir nie bekannt geworden.

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