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Kröpelin will Land nicht an Investor verkaufen

Ostseezeitung: Dienstag, 20.04.2004

Geplanter Standort für Milchviehanlage gefährdet

Die Stadt Kröpelin zeigt dem Investor für eine zum Teil auf ihrem Territorium geplante Milchviehanlage die kalte Schulter. Sie will ihm ihren Anteil der geplanten Fläche nicht verkaufen.

Kröpelin Das Thema der auf der Gemeindegrenze zwischen Kröpelin und Altenhagen geplanten Milchviehanlage mit 4400 Tieren spielte in der jüngsten Stadtvertretersitzung eine wesentliche Rolle. Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow brachte für diese in der Region umstrittene Massentierhaltung in seinem Bericht die meiste Redezeit auf. Schlutow holte dabei tief aus, ließ die Entwicklung seit Beteiligung der Stadt an dem vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (Staun) Rostock geführten Genehmigungsverfahren bis hin zur Einwohnerversammlung in Altenhagen vor wenigen Tagen und den Absichten des Investors, bei Bau der Anlage das Gutshaus Altenhagen kaufen zu wollen, Revue passieren.

Die Stadtvertreter rangen sich einstimmig zu einer Empfehlung an die Verwaltung durch. Diese soll nun für die nächste Stadtvertretersitzung eine Beschlussvorlage vorbereiten, die sich klar gegen eine Veräußerung des in dem geplanten Standort enthaltenen stadteigenen Grundstückes an den Investor ausspricht. Dabei handelt es sich um einen großen Teil des verrohrten Bachlaufes, der mitten durch das auf den Plänen ausgewiesene Areal für die Anlage führt. Der andere Teil gehört der Gemeinde Altenhagen. Alteingesessene bezeichnen dies auch noch als Grenzgraben zwischen Kröpelin und Altenhagen. Die weiteren Grundstücke, auf die der geplante Standort entfällt, befinden sich in privater Hand sowie in Eigentum der Bodenverwertungs- und -verwaltungs- GmbH Berlin.

Die verwehrende Haltung der Stadt ist nicht erst jetzt aufgekommen. “Bereits im Februar haben wir gegenüber dem Staun erklärt, dass die Verfügbarkeit unseres Grundstückes nicht gegeben ist”, unterstrich Schlutow gestern gegenüber der OZ. In diesem Zusammenhang bekräftigte der Bürgermeister, dass die Stadt Kröpelin den geplanten Bau einer Milchviehanlage in dieser Größenordnung und an dem vorgesehenen Standort ablehnt. “Nach den bisherigen Erfahrungen aus der Betreibung der Milchviehanlage Kröpelin durch Gülleausbringung, Feldbestellung, Futter- und Erntetransporte sind die gegenwärtigen Belastungen für unsere Bürger und die Umwelt bereits erheblich”, moniert er. Die geplante Ansiedlung dieser Massentierhaltung würde seiner Meinung nach Umweltbelastungen für Menschen, Flora, Fauna und Gewässer zur Konsequenz haben und damit eine erhebliche Verschlechterung der Lebens- und Wohnqualität bedeuten.

Wenn die Stadt an ihren Absichten mit der Nichtveräußerung des Grundstückes festhält, dürften sich die Standortpläne in der jetzigen Form nicht verwirklichen lassen. Bleibt abzuwarten, wie die neue, am 13. Juni zu wählende Stadtvertretung darüber denkt.

DETLEF LÜBCKE

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