Mittwoch, 18. September 2019
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Meinung

Kröpeliner Hausarzt geht in den Ruhestand.Noch kein Nachfolger in Sicht.

ArztpraxisPICT2669„Dein Husten hört sich nicht gut an, wenn du dich beeilst, schaffst du noch den nächsten Bus zum
Arzt nach ….“

So könnte es durchaus für einige Kröpeliner heißen, wenn sie 2010 krank werden.

Zum Jahresende beendet nämlich Herr Dr. med. H. Stynka seine berufliche Laufbahn als Internist und praktizierender Hausarzt in der Rostocker Straße 6. Nun geht der Doktor ab 2010 in den verdienten Ruhestand. Bislang konnte er jedoch, trotz intensiver Bemühungen, noch keinen Nachfolger finden. Das ist nicht nur schade für den Doktor, sondern auch für viele seiner bisherigen Patienten, die sich nun einen neuen Hausarzt suchen werden müssen. Kröpelin verliert mit dieser entstehenden Lücke in der ärztlichen Versorgung weiter an Attraktivität für eventuelle Neubürger. Frau Dipl. med. D. Schuster nimmt schon lange keine neuen Patienten mehr an und ob
Herr von Campenhausen, Facharzt für Allgemeinmedizin, diesen Patentenüberbau bewältigen kann oder will, bleibt spekulativ.
Wenn ja, ist sicher mit langen Wartezeiten zu rechnen und mit enormer Belastungen für die beiden noch praktizierenden Hausärzte in Kröpelin.
Es ist zwar fünf vor zwölf, aber noch nicht zu spät, einen Nachfolger für Herrn Dr. Stynka zu finden. Vielleicht sollte unsere Stadtverwaltung dem Doktor helfen und bei der Nachfolgersuche zur Seite stehen. Zuständig, oder nicht, auch unsere Stadtvertreter sind gefragt in dieser Angelegenheit.
Sei es mit einem Suchruf auf der Kröpeliner Internetseite oder mit einer offiziellen Anfrage an das Gesundheitsministerium
des Landes M V.
Eines ist sicher: Der Liegenschaftseigentümer wird keinen langen Leerstand in Kauf nehmen wollen oder können und die Räumlichkeiten der Praxis zur anderweitigen Nutzung umbauen lassen, wenn sich nicht bald ein neuer Praxismieter findet.

6 Kommentare zu “Kröpeliner Hausarzt geht in den Ruhestand.Noch kein Nachfolger in Sicht.”


  1. avatar 1 gast v. Campenhausen (Gast)

    Bevor Sie hier im Internet Behauptungen einstellen, dass bei mir in der Praxis mit langen Wartezeiten zu rechnen sei-
    Fragen Sie mich doch einfach vorher!
    Von meiner Seite aus:
    Die Praxis Campenhausen nimmt gerne alle Patienten auf, zumal wir letzte Woche auch im Hinblick auf diese Entwicklung unseren Parkplatz verdoppelt haben.
    Insofern ist es keineswegs “Fünf vor Zwölf” sondern eher Zeit Latrinenparolen sein zu lassen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Jörn v. Campenhausen
    Hausarzt in Kröpelin

  2. avatar 2 regm Herbert Boldt (Leser)

    Sehr geehrter Herr v. Campenhausen,

    mit diesem Beitrag wollte ich nur auf die gegenwärtige Situation hinweisen und habe, was Sie betrifft, ausdrücklich alle meine
    Aüßerungen mit – spekulativ bezeichnet. – Auch die Wartezeiten beziehen sich keinesfalls auf die Gegenwart.
    Wenn Sie zukünftig die Patienten von Herr Dr. med. H. Stynka alle betreuen können, freut mich das als Kröpeliner natürlich und als selbst betroffener besonders.

    Ihnen einen schönen Tag

    Herbert Bold

  3. avatar 3 regm Thomas Wendt (Leser)

    Wenn ich das so lese, dann ist zumindest mir klar, daß es den Einwohnern der Stadt Kröpelin und ihrer Umgebung sehr gut tun würde, wenn es auch 2010 zumindest noch einen weiteren Hausarzt gäbe…

  4. avatar 4 gast Birgit (Gast)

    Ich wünsche es den Einwohnern von Kröpelin und Umgebung sehr, dass sich ein neuer Arzt ansiedelt.
    Meine Ärztin hat übrigens keine Zeit um 11.26 Uhr auf dieser Seite Nachrichten zuschreiben!

  5. avatar 5 regm Herbert Boldt (Leser)

    Was die OZ berichtete:
    Nach 17 Jahren muss Dr. Stynka seine Praxis in Kröpelin schließen. Seiner Einrichtung droht der Müllplatz.
    Kröpelin „Wer seine Akten haben will, der bekommt die mit — in einer Tüte“, sagt sichtlich ergriffen Dr. Horst Stynka und beendet seinen Gedanken: „Am 31. Dezember wird hier zugeschlossen und das war‘s dann.“ „Ich hätte gern noch ein paar Jahre gemacht, doch aus Krankheitsgründen geht das nicht mehr“, begründet der 63-jährige Mediziner den Abschied von seinen rund 650 Patienten.
    1993 hatte der gebürtige Kröpeliner in der Rostocker Straße 6 seine angemieteten Praxisräume erstmals bezogen: „Ich fing ganz bei Null an, null Patienten, null Einrichtung. Ich war vorher fünfzehn Jahre in der Rostocker Uni-Klinik, in der Inneren, gewesen, als Internist“, erzählt Horst Stynka.
    „Ich musste meine Patienten zusammensammeln, und das war quasi als Fremder, denn wir wohnten ja schon 30 Jahre in Bad Doberan, nicht einfach. Immer noch sind es zu wenig, dass hier jemand die Praxis übernimmt — 30 Prozent unter dem Durchschnitt“. Für Dr. Stynkas Patienten war das schön: „Sie haben kaum Wartezeiten, maximal eine halbe Stunde, es wird alles sofort erledigt. Ich habe Zeit, mich mit den Patienten ausführlicher über ihre Befunde zu unterhalten, den Fachkollegen fehlt ja oft die Zeit“, sagt der scheidende Arzt.
    Ursprünglich wollte er in der Schusterstadt als fachärztlicher Internist tätig sein, doch die Zahl der Überweisungen zu ihm war zu gering. Deshalb arbeitete Dr. Stynka als Hausarzt und musste nach zehn Jahren auch seine Finger von der Endoskopie lassen, weil den „reinen Fachärzten so angeblich die Arbeit weggenommen wurde.“ „Meine Patienten warteten damals zwei Tage darauf, jetzt warte ich drei Wochen im Schnitt auf eine Magenspiegelung“, zeigt Dr. Stynka die Folgen des Eingreifens der Kassenärztlichen Vereinigung auf.
    Zur Gründung seiner Kröpeliner Praxis hatte der Internist damals einen Kredit von 280 000 DM aufgenommen. „Den Rest zahle ich jetzt ab und dann ist alles plus/minus null.“ Der ganzen, sehr gut erhaltenen Einrichtung drohe jedoch der Sperrmüllplatz, wenn sie niemand übernimmt, befürchtet Dr. Horst Stynka. „Ein Kollege aus Bonn reiste extra an, um mein Endoskop zu kaufen — der lief durch die Praxis und meinte immer nur, ist das hier eine Schande!“ Horst Stynka ist froh, dass seine Kinder längst auf eigenen Füßen stehen: „Mein 39-jähriger Sohn ist in der Computerbranche tätig und meine 37-jährige Tochter in der Gebrauchswerbung von H&M. Wir sind beide jetzt alleine und haben auch früher keine großen Ansprüche gestellt. Auch an der Uni gab es ja damals nicht viel Gehalt.“ 1974 hatte der gelernte Krankenpfleger Horst Stynka in Greifswald sein Medizinstudium abgeschlossen. War anschließend ein Jahr in Heiligendamm, wollte dort Facharzt für Physiotherapie werden, wechselte dann aber ans Universitätsklinikum Rostock.
    Nun bezeichnen es manche Patienten als Schlag für sie, dass der Doktor aufhört. So erkundigte sich die ältere Frau Pfeiffer sofort bei der Sprechstundenhilfe, wie es denn nun weitergehen solle — auch die beiden Frauen am Tresen der Praxis wissen es nicht. Gestern Vormittag hatte die 46-jährige Simone Symanzik Dienst. Die Steffenshägerin sagte: „Ich werde wohl erstmal zu Hause bleiben.
    Ich muss meine Mutter pflegen.“ „Insbesondere gegenüber meinen älteren Patienten komme ich mir jetzt vor, wie ein Verräter. Sie haben fast die Tränen in den Augen stehen, wenn sie plötzlich hören, dass ich zu mache. Ich würde sie im Stich lassen. Eine 89-Jährige sagte gar, ,ich dachte, sie sind wenigstens so lange hier, wie wir leben‘. Die, die allein sind, wissen oft gar nicht, was sie machen sollen“, schildert Dr. Stynka die Lage.
    Er wisse allerdings auch nicht, wie er sich z.B. gegenüber seinem Vermieter, einem Lüneburger Architekten, verhalten solle. Der ließ lediglich mitteilen, dass alles wieder so herzurichten sei, wie es vor 17 Jahren gewesen ist. „Aber hier wurde einiges extra umgebaut, das Wartezimmer hergerichtet…“ Dort sitzt gerade die Pharmareferentin Angela Fauck. Sie hat zufällig erfahren, dass sie mit Dr. Stynka einen wichtigen Kunden verliert. „Das ist wirklich schade“, sagt die Arznei-Vertreterin, die zwischen Usedom und Lübeck arbeitet. Sie möchte wenigstens mit einem „Leckerli“ tschüs und danke sagen. Für den 48-jährigen Kröpeliner Patienten Bernd Hannmann, er kommt seit fünf Jahren zu Dr. Stynka, wird der Wechsel unproblematisch: „Dann gehe ich eben woanders hin“.
    Zum Beispiel in die Dammstraße: „Ich übernehme, na klar! Wir haben schon präventiv gearbeitet und vorige Woche extra den Parkplatz hinter unserer Praxis-Gemeinschaft auf zehn bis zwölf Stehplätze vergrößert. Da sind wir sozusagen für den neuen Ansturm gewappnet“, sagt dort der Allgemeinmediziner Jörn Freiherr von Campenhausen (39). Seine Kollegin, Dipl. med. Dietlind Schuster, sagt: „Schreiben Sie, die Praxis-Gemeinschaft nimmt Patienten an, da machen Sie überhaupt nichts verkehrt!“ THOMAS HOPPE

  6. avatar 6 gast Sigrid (Gast)

    Es ist sehr schade, daß sich bis jetzt kein Nachfolger für Dr. Stynkas Praxis gefunden hat. Auch wenn Herr Dr. von Campenhausen die Patienten aufnehmen möchte: Fakt ist doch, daß es in der Gemeinschaftspraxis immer voll ist und die meisten Patienten zu Frau D. Schuster möchten, warum auch immer! Und ich denke das sich dies in Zukunft nicht bessern wird. Somit ist ein weiterer Hausarzt für Kröpelin nur zu begrüßen.

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