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Kritiker der Rinderanlage wollen am Ball bleiben

Ostseezeitung: Mittwoch, 23.06.2004

Landfrauen erhielten Antworten aus Schwerin und Berlin

Die Gegner einer Milchviehanlage im großen Stil zwischen Altenhagen und Parchow Ausbau befürchten eine unzumutbare Belastung durch sehr hohes Aufkommen an Gülle.

Altenhagen Als zu Beginn des Jahres bekannt wurde, dass die Stotz-GmbH nahe dem Ortsteil Parchow Ausbau die Errichtung einer Milchviehanlage für 4000 Rinder plant, formierte sich dagegen rasch der Widerstand der Dörfler (OZ berichtete).

Doch eineinhalb Wochen nach den Kommunalwahlen ist es scheinbar ruhig geworden im Streit um den geplanten Stallneubau. “Es ist schon fast zu ruhig”, meint Klaus Niggebrügge von der Altenhäger Bürgerinitiative (BI). Seitdem feststeht, dass der vorgesehene Baugrund auch Bodeneigentum der Stadt Kröpelin einschließt, die Kommune dem Investor dieses Land aber nicht überlassen will, ist das Vorhaben ins Stocken geraten. “Der Stadt liegen in dieser Angelegenheit keine neuen Anträge des Investors vor”, informiert Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow. Aber auch von einer Rücknahme des Vorhabens durch Stotz sei ihm nichts bekannt, so Schlutow.

Vom Investor selber war gestern keine eigene Stellungnahme zu erhalten. “Solange keine offizielle Erklärung vorliegt, dass die Firma Stotz von dem Vorhaben absieht, müssen wir befürchten, dass die Anlage gebaut werden soll”, warnt Niggebrügge. Und Birgit Steinke von den Landfrauen in Schmadebeck pflichtet ihm bei. “Wir werden genau aufpassen, was sich tut. Denn gegen Viehhaltung, die umweltgerecht und in kleineren Einheiten betrieben wird, hat hier niemand etwas. Aber eine Anlage für 4000 Milchkühe ist weder artgerecht noch passt sie in unsere Landschaft”, so die Kritikerin, die vor unzumutbar hoher Güllebelastung der Umgebung warnt. Vor einigen Wochen wandte sie sich mit Schreiben an Bundesumweltministerin Renate Künast, an Landesumweltminister Wolfgang Methling sowie an Landwirtschaftsminister Till Backhaus.

Inzwischen haben ihr alle drei Adressaten geantwortet. “Das Büro von Frau Künast antwortete sehr schnell, teilte aber mit, dass für die Genehmigung der Anlage das Land zuständig sei”, berichtet Birgit Steinke.

Der Landesumweltminister informierte, dass es im Genehmigungsverfahren keinen weiteren Fortschritt gegeben habe. Und Landwirtschaftsminister Till Backhaus ließ wissen, dass der Tierbestand im Land weit unter den ökologisch zulässigen Werten liege. “Letztere Antwort hat uns sehr enttäuscht”, so Steinke.

ROLF BARKHORN

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