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Kein Bayer soll sich verlaufen

Ostseezeitung: Donnerstag, 08.07.2004

Vorbereitung für den Wandertag: ABM-Kräfte markieren Wanderwege in Schmadebeck

Mit doppelter Besetzung wird das Wanderwegenetz für den Deutschen Wandertag im September auf Vordermann gebracht. Danach erwartet die ABM-Kräfte eine ungewisse Zukunft.

Schmadebeck Christiane Pohl nimmt ihre Aufgabe ernst. “Wir wollen uns nachher von den Wanderern aus Bayern nichts nachsagen lassen”, erklärt die 40-Jährige und drückt die kreisrunde Schablone auf den Baumstamm. Ihre Kollegin Carola Feesz greift zum Pinsel und malt einen gelben Punkt.

Als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, kurz ABM, kennzeichnen die Frauen die Wege im Bereich Kröpelin und Schmadebeck für den Deutschen Wandertag im September. “Kreise stehen für Rund-, Balken für Streckenwanderwege”, erklärt Christiane Pohl.

Im gesamten Kreisgebiet sind 21 ABM-Kräfte mit Markierungsarbeiten für den Deutschen Wandertag beschäftigt. Das erklärte Gerhard Grösch, Geschäftsführer des Vereins “Perspektiven für Bad Doberan”.

Insgesamt seien 85 ABM-Kräfte für die Vorbereitungen im Einsatz, so Grösch. Normalerweise kümmerten sich nur etwa 30 bis 40 Arbeiter um die Pflege des Wegenetzes. “Die Zahl ist also schon außergewöhnlich hoch, aber wir wollen uns nicht blamieren”, erklärte Grösch.

Neben den Markierungsarbeiten müssen auch Mülleimer geleert, Sitzbänke gebaut und Unterstände repariert werden. Seit Mitte Juni laufen die Markierungsarbeiten. In etwa zwei Wochen soll das gesamte Wegenetz lückenlos gekennzeichnet sein. Grösch lobte die Einsatzfreude der ABM-Kräfte. “Wer ein konkretes Ziel wie den Wandertag vor Augen hat, dem fällt es leichter, sich zu motivieren.”

“Man muss schon bei der Sache sein”, bestätigt Christiane Pohl. Sie wolle nicht dafür verantwortlich sein, wenn ein Ortsunkundiger auf dem rund 20 Kilometer langen Wanderweg 38 verloren geht. Zwei Mal müssen Christiane Pohl und Carola Feesz jeden Baum ansteuern. Zunächst wird die weiße Grundfarbe aufgetragen, dann der gelbe Hinweis auf Rund- oder Streckenweg sowie die Nummer des entsprechenden Wanderweges. “Man hat uns gesagt, das sei nicht schädlich für die Bäume”, so Christiane Pohl. Bis Ende September haben sie und Carola Feesz Arbeit. “Mit dem Deutschen Wandertag ist erst einmal Schluss. Am Ende kriegen wir noch einmal eine Schulung für Bewerbungen”, sagt Christiane Pohl, die seit April als ABM-Kraft arbeitet. Wie es danach für die gelernte Einzelhandelskauffrau weiter geht, sei ungewiss. Sie hat wenig Hoffnung, eine Anstellung zu finden. “Die wollen zurzeit nur ungelernte Kräfte, weil sie denen nicht so viel bezahlen müssen”, sagt die 40-Jährige.

CHRISTIAN VOSS

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