Donnerstag, 22. Februar 2018
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In Tankstelle große Liebe gefunden

Seit drei Jahren arbeitet Daniela Schantin in der Avia-Tankstelle in Kröpelin. Hier hat sie ihre große Liebe gefunden. Nächste Woche hat sie Prüfung.

Kröpelin „Einmal die drei und eine Schachtel Zigaretten, bitte“, sagt ein junger Mann. „Einen Kaffee“, sagt ein anderer. „Ich hätte gerne eine Knacker.“ „Mit Senf oder mit Ketchup ?“, fragt Daniela Schantin routiniert. Es ist gegen 16.30 Uhr. In der Tankstelle an der Rostocker Straße in Kröpelin herrscht ein reges Treiben. Zigaretten, Bockwurst sowie alkholische und nicht alkoholische Getränke gehen nach Daniela Schantin am häufigsten über die Tankstellentheke. Besonders morgens seien Kaffee und Bockwurst gefragt, so die 21-Jährige. „Morgens mache ich 30 Stück warm und drei bis vier Kannen Kaffee“, so die Kröpelinerin. Zwischen sechs und acht Uhr kämen besonders viele Arbeiter.
Bevor sie ihre Lehre zur Kauffrau im Einzelhandel vor zwei Jahren begann, absolvierte sie in der Tankstelle ein einjähriges Praktikum. „Eigentlich wollte ich erst Bürokauffrau werden“, erinnert sich Daniela Schantin. Dann bekam die ruhige und zurückhaltende junge Frau die Möglichkeit, hier zu arbeiten und ergriff die Chance, somit in Arbeit zu kommen.

Meist steht sie hinter der Kasse. Wenn nicht, füllt sie Ware auf, belegt Brötchen mit Wurst oder Käse, macht Kaffee und Bockwurst heiß oder gibt Bestellungen auf. „Und wenn nichts zu tun ist, putzen“, erklärt Daniela Schantin.

Mathias Höniger ist bis zu dreimal pro Woche in der Tankstelle. Auf

die Frage, was er hier mache, antwortet der 20-jährige Kröpeliner: „Kaffee trinken und ‘ne Bockwurst essen.“ Der Landwirt trifft sich hier mit seinen Freunden und Kollegen, um „ein bisschen zu erzählen.“ Martin Masch ist einer von den Kollegen. „Draußen ist es im Moment so kalt und da trifft man sich hier mal. Wir wohnen ja nicht alle in Kröpelin“, sagt der 27-Jährige aus Retschow. Im Sommer habe man als Landwirt keine Zeit zum Kaffee trinken.

Dass die Kundschaft hauptsächlich männlich ist, stört Daniela Schantin nicht. „So lange sie nett sind“, sagt sie. Für die angehende Einzelhandelskauffrau ist es oberstes Gebot „immer nett und freundlich zu sein, auch wenn die Kunden mal patzig sind.“ Einige kommen regelmäßig in die Tankstelle. Dann wisse die Auszubildende schon, was sie haben wollen.

Ein tolles Erlebnis wird die 21-Jährige wohl immer in Erinnerung behalten. „Ich habe meine große Liebe hier gefunden“, sagt Daniela Schantin und ein breites Lächeln macht sich in ihren Gesicht sichtbar. Immer wenn sie Schicht hatte, kam der junge Mann in das Geschäft. Das war im Sommer des vergangenen Jahres. Seit drei Monaten wohnen die beiden zusammen.

Als nächstes steht aber erst einmal die praktische Prüfung ins Haus. Die ist in nicht mal einer Woche. Größter Wunsch nach Abschluss der Lehrzeit: “Ich würde gern in meinem Beruf hier weiterarbeiten“, so Daniela Schantin.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 12.01.2006

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