Montag, 19. August 2019
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Im Sommer zum großen Tanzfestival

Jeden Dienstag treffen sich rund 16 Frauen in Kröpelin, um das Tanzbein zu schwingen. Ihr Können zeigen sie auch auf Festen.

Kröpelin „Seid ihr fertig? Let’s go“, ruft Waltraut Jakubowski zu den Damen am Kaffee-Tisch. Schnell erheben sich die Rentnerinnen von ihren Stühlen und gehen auf die „Tanzfläche“. Die Musik läuft bereits. Fast eine halbe Stunde schwingen die Frauen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren das Tanzbein: Line Dance, Polka, Panflöte.

„Die Bewegung tut gut. Die Stunde tanzen powert mehr aus als die Stunde Sport“, sagt Waltraut Jakubowski. Einmal pro Woche treffen sich die Frauen, die fast alle aus Kröpelin kommen, zum Tanzen. Dann studieren sie die verschiedensten Tänze von Walzer bis Polka ein. „Alles querbeet“, so die Seniorin. Seit zehn Jahren sind sie nun schon eine Tanzgruppe.

„Die Gruppe hat sich aus der Sportgruppe gebildet“, erinnert sich die Kröpelinerin. Anfangs hatten sie die Stunde noch geteilt: erst dreißig Minuten tanzen, die restliche halbe Stunde Sport. Jetzt treffen sich die Damen jeden Dienstagnachmittag zum Tanzen und donnerstags zum Sport.

Sieglinde Schulz und Waltraut Jakubowski leiten die Tanzstunde. Über 40 CD’s haben sie. 1998 besuchten sie einen zweiwöchigen Grundlehrgang. „Zehn Volkstänze haben wir da gelernt“, so Waltraut Jakubowski. Zu Veranstaltungen wie Erntedankfest, Weihnachtsfeiern der Stadt oder zum Herbst- und Frühlingsfest tanzen die Seniorinnen und zeigen ihr Können auf dem Tanzparkett. „Wir tanzen durch die ganze Welt. Wir haben für jedes Land einen Tanz“, so die Hobbytänzerin und lacht.

Ursel Preuhs ist seit sieben Jahren bei der Tanzgruppe. Eine Bekannte fragte sie, ob sie nicht Lust hätte, bei der Truppe mitzumachen. „Weil wir das Gesellige lieben“, sagt die 65-Jährige. So genannte Blocktänze wie den Radetzkymarsch oder die Panflöte mag die Kröpelinerin am liebsten.

Im August fahren die tanzlustigen Frauen nach Dargun zum Europäischen Tanzfestival. Dort führen sie selbst Tänze auf und gucken sich die Tanzshows von den anderen an. „Da kommen ja fast 1000 Leute“, meint Waltraut Jakubowski. Für die Aufführungen hat sie für die Frauen extra Röcke und Charlestonkleider entworfen und genäht. „Wir sind auch im Seniorenbundestanzverband“, sagt Sieglinde Schulz. Ende April fahren sie zum Rostocker Arbeitskreis. Dort werden neue Tänze vorgestellt. „Wir haben hier ein bisschen Bewegung und es macht Spaß“, so Irmgard Daniel. Seit 2002 ist sie dabei. „Wir tanzen alle gern, was uns beigebracht wird“, meint die 63-Jährige. Wenn es wärmer werde, werden sie auch mal eine Fahrradtour machen oder wieder um den Sportplatz walken.

„Tänze, die man lange nicht gemacht hat, vergisst man und die müssen wieder geübt werden“, erklärt Sieglinde Schulz. Deshalb werden in der Tanzstunde auch schon mal bis zu zehn Tänze zu schneller, aber auch langsamer Musik durchgeschwoft. Die Altenpflegerin leitet insgesamt drei Tanzgruppen. Neben der in Kröpelin eine in Groß Bölkow und eine in Satow. Einmal im Jahr treffen sich alle drei Tanzgruppen. Über Tanzbegeisterte würden sich die Damen freuen. „Wir sind dankbar über jeden Tänzer. Es kostet nichts. Nur ein Lächeln und es macht Spaß“, betont die Kröpelinerin. Zur traditionellen Weihnachtsfeier in Kröpelin führen alle drei ein gemeinsames Programm auf.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 12.04.06

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