Donnerstag, 22. Februar 2018
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Herr Hubertus Wunschik

Dieser Artikel wird lang, darum das Fazit gleich vorweg: Wer glaubt, er müsse Herrn Wunschik helfen, seiner kommenden Abberufung zu entgehen, sollte sich zumindest keinen Illusionen über Herrn Wunschik hingeben, ohne ihn überhaupt je richtig kennengelernt zu haben. Und Sie werden Herrn Wunschik kennen lernen, wenn Sie auch nur den leisesten Hauch an Kritik an seiner Arbeit laut werden lassen. Das wird persönlich genommen und dann stehen Sie auf seiner Liste.

Dann kann es sein, sollten sie lohnabhängig beschäftigt sein, daß Ihr Arbeitgeber angerufen wird, um auf diese Weise direkt Einfluß auf Ihr Verhalten zu nehmen. Ich rede von Stadtvertretern, deren Arbeitgeber Einfluß auf sie ausüben sollten. Das also ist Herrn Wunschiks Amts- und Rechtsverständnis. Er hat keinerlei Achtung vor dem freien Wort und dem freien Mandat der Mitgliedern der Stadtvertretung. Und wer das weiß, wer möchte dann erst Herrn Wunschik als Vorgesetzten haben?!?

Nun ist aber die Stadtvertretung dem Bürgermeister dienstvorgesetzt und sie ist auch dazu da, dessen Arbeit zu kontrollieren. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Schon als die vorige Stadtvertretung ihm nicht parieren wollte, wurde ihr angekündigt, das sie bald abgelöst würden und die damals bald neu zu wählende Stadtvertretung gewiß den Visionen des Bürgermeisters folgen würde. Es kam aber anders und auch die neuen Stadtvertreter wollten nicht so recht parieren. Zuerst geriet besonders Altbürgermeister Paul Schlutow ins Visier, dessen fachlich fundierten Wortbeiträge Herr Wunschik nichts, aber auch gar nichts fachlich entgegenbringen konnte. Nein, so etwas mag Herr Wunschik nicht.

Bei mir hat sich Herr Wunschik etwas ganz besonderes ausgedacht. Wer in der Ostsee-Zeitung vom 05.01.2012 Herr Hoppes Artikel “Böses Blut um Wohnsitz – Der Kröpeliner Stadtvertreter Thomas Wendt ist über Vorgehen des Bürgermeisters Hubertus Wunschik zur “Klärung eines Meldeverhältnisses” entrüstet.” las, weiß es bereits. Ich habe mich an die Redaktion und damit an deren Leser mit dieser Sache gewandt, damit sowohl Redaktion, wie auch den Kröpeliner Lesern klar wird, wozu Herr Wunschik fähig ist. Natürlich fehlen ihm die Verwaltungskenntnisse. Die aber hätte er bei seiner Verwaltung in den vergangenen mehr als drei Jahren abfragen und abschauen können und mit der Stadtvertretung kooperieren. Doch sein Charakter stand ihm dabei selbst im Wege und so und nur so erkläre ich mir das grandiose Scheitern. Die Stadtvertreter wollen nicht mehr und Sie, die Kröpeliner müssen nun entscheiden.

Kröpelin – “Ja, selbstverständlich”, beantwortet Kröpelins Stadtvertreter Thomas Wendt die OZ-Frage, ob er denn seinen Lebensmittelpunkt in Kröpelin habe. Diese Frage habe ihm Kröpelins Bürgermeister nie gestellt, dafür habe der “lieber auf die Tour hinten herum gesetzt und andere sollten die Drecksarbeit machen”, hatte der hiesige SPD-Fraktionschef zuvor an die Redaktion gemailt. Angehängt war die Kopie eines Schreibens von Hubertus Wunschik an das Rostocker Stadtamt für Meldeangelegenheiten.

Vor knapp einem Jahr bat darin der Kröpeliner Bürgermeister darum, “das Meldeverhältnis des Herrn Wendt dahingehend zu überprüfen, ob sein tatsächlicher Lebensmittelpunkt in Rostock ist und er somit seine Hauptwohnung in Rostock anmelden muss”. “Lassen Sie sich insbesondere den letzten Satz auf der Zunge zergehen. So sollten also Kritiker kalt gestellt werden!”, ist Thomas Wendt gestern noch entrüstet.

Es stimme auch nicht, was da im Schreiben des Bürgermeisters an das Rostocker Amt stehe: “Ich wäre nicht am Vereinsleben der Stadt beteiligt – ich bin im Kröpeliner Ortsverein der SPD, da bin ich Vorsitzender. Ich bin Mitglied der AWO in Kröpelin. Als ich im Sommer die Kopie des Schreibens zur ,Klärung eines Meldeverhältnisses’ bekam, steckte ich gerade in den Proben für das Kröpeliner Hexendrama“, reagiert Thomas Wendt zudem auf Hubertus Wunschiks Hinweise, dass “Herr Wendt nicht am öffentlichen Leben” teilnehme, man ihn nicht im Alltag sehe.

Und um eine Arbeit in Kröpelin habe er sich beworben, doch mit Arbeit [in Kröpelin] sei das ja nun mal so eine Sache, sagt der Diplomagraringenieur noch, weil im Bürgermeisterbrief an die Rostocker Meldespezialisten steht: “Einer beruflichen Tätigkeit in Kröpelin geht er (Wendt – d.A.) nicht nach.” Er arbeite derzeit in Rerik, sagt Thomas Wendt.

Er ärgert sich: “Damit habe ich nicht gerechnet. Das ist eine neue Qualität. Wir hatten hier Stasiüberprüfung gemacht und so was alles – und was ist das jetzt hier?! Da sitzt einer im Amt und nutzt seine Möglichkeiten, oder was?

In Rostock wollte keiner so richtig etwas damit zu tun haben. Da wusste ich, da ist was nicht richtig.” Zunächst war Thomas Wendt von den Rostockern nur schriftlich gefragt worden, ob sich etwas in seinen Meldeverhältnissen geändert habe: Hauptwohnung Kröpelin, Nebenwohnung in Rostock. Als er dann im Amt vorsprach, schälte sich heraus, dass es um mehr ging und der Betroffene pochte mit dem Verweis auf das Informationsfreiheitsgesetz auf Einsicht in die Unterlagen. Die hat er bekommen, mehr ist wohl nicht passiert. Die zuständige Mitarbeiterin im Rostocker Amt für Meldeangelegenheiten, Frau Ohland, sagt der OZ auch nur: “Dazu werde ich mich nicht äußern”.

Warum sollte sie sich auch dazu äußern? In Rostock wurde doch schließlich alles richtig gemacht. Mein Meldestatus wurde überprüft und das Ergebnis wurde an Herrn Wunschik geschickt. Er hätte es zumindest zur Kenntnis nehmen sollen, denn genau das scheint Herr Wunschik nicht getan zu haben, wie das Ende des Artikel zeigt.

Für Hubertus Wunschik ist die Sache noch nicht beendet. Er pocht auf Belege dafür, dass Thomas Wendt seinen Hauptwohnsitz in Kröpelin hat. Diese Beweise müsse “Herr Wendt unter Umständen” selbst erbringen. “Weitere Schritte behalte ich mir vor”, so Wunschik.

In meinem ganzen Leben, hatte ich meinen Wohnsitz stets nur in Kröpelin und nun kommt einer daher, der meint, ich müsse ihm beweisen Kröpeliner zu sein? Das offenbart doch nun völlig Herrn Wunschiks Rechtsverständnis. Nein, Herr Wunschik, Sie müssen mir etwas beweisen. Wer weiß, was Sie noch versucht haben? Hätten Sie es gekonnt, Herr Wunschik, da bin ich mir sicher, diesen Trumpf hätten Sie längst aus dem Ärmel gezogen!

“Warum überhaupt, will er als einziger Stadtvertreter auf der Homepage der Stadt nicht mit seiner Adresse genannt werden?”, fragt der Bürgermeister skeptisch.

Das also ist das Indiz des Herrn Wunschik? Ja, warum sollte ich? 2009 zur Kommunalwahl lag in jedem Kröpeliner Briefkasten meine Karte, mit voller Adresse und allen sonstigen Kontaktmöglichkeiten. Wozu also soll meine Adresse im Internet, also weltweit veröffentlicht sein?

Mal ein Blick in die Nachbargemeinden und Städte. Nichts in Satow, nichts in Neubukow, nichts in Rerik, nichts in Kühlungsborn. Gut, in Bad Doberan wird man fündig, aber auch da nur unvollständige Adressen.

Aber, wenn man mal schaut, was auf der Homepage der Stadt Kröpelin wirklich fehlt, dann sind das reihenweise Sitzungsprotokolle. Die Gleichstellungsbeauftragte findet sich nur erwähnt im Text der Hauptsatzung. Der Stadtvertretervorsteher kommt nirgends zu Wort und das bekanntermaßen vorsätzlich. Ja, das fehlt wirklich und das wäre neben vielen anderen Dingen Ihre Aufgabe gewesen, Herr Wunschik!

Für den Sachgebietsleiter “öffentliche Sicherheit und Ordnung” beim Landkreis, Karsten Kadler, gehört es prinzipiell zu den “übliche Verfahrensweisen”, wenn ein Bürgermeister den Lebensmittelpunkt eines Stadtvertreters überprüfen lässt. Der Mann hat ein Mandat und wenn es Zweifel gibt, dass er es dort überhaupt wahrnehmen kann… Zunächst wird der angegebene Hauptwohnsitz geprüft, ob der Mann Müll produziert und solche Dinge, wo er schläft…. Dann kann man um Amtshilfe bitten”, so Karsten Kadler gestern zur OZ. Er führt zudem ein Beispiel aus der Mitte der 90er Jahre an, wo einem Bürgermeister im Kreis nachgewiesen worden sei, dass er in seiner Gemeinde tatsächlich nicht seinen Lebensmittelpunkt hatte. Damals hätte man auch geprüft, in welcher Tagesstätte dessen Kinder angemeldet gewesen waren, so Kadler.

Wenn die Ostsee-Zeitung anrufen kann, dann kann ich das auch. Herr Kadler hatte das Schreiben von Herrn Wunschik bis dato nie in der Hand und darum bezieht sich das prinzipiell zu den “üblichen Verfahrensweisen” auch tatsächlich auf das Prinzip und ganz sicher nicht auf die Unwahrheiten von Herrn Wunschik. In einem entsprechendem Schreiben würde dann beispielsweise der Satz stehen: “Ich bitte um eine Klärung des Meldeverhältnisses.” und das ist es dann auch schon.

Und dann erklärt Herr Kadler auch eindeutig die Reihenfolge:

Zunächst wird der angegebene Hauptwohnsitz geprüft, ob der Mann Müll produziert und solche Dinge, wo er schläft…. Dann kann man um Amtshilfe bitten”, so Karsten Kadler gestern zur OZ.

Herr Wunschik, haben Sie das getan?

Was haben Sie in meiner Mülltonne gefunden?

 

Nachtrag 1 – Ende Juni 2011 bekam ich die Kopie dieses Schreibens. Anfang Juli 2011 einen fetten Brief von Herrn Wunschiks Anwalt. Der war dann selbst mir zuviel. Ich habe daraufhin einen Strafantrag (den ersten meines Lebens) gegen Herrn Wunschik wegen des Verdachtes auf Amtsmißbrauch gestellt.
Nachtrag 2 – Dies wird mein letzter eigener Artikel zum Thema Abberufung sein. Auf Schusterstadt.de werden bis zum 15.01.2012 lediglich noch Texte und Aktivitäten der Stadtvertretung und des Stadtvertretervorstehers, sowie Erklärungen Dritter zum Thema veröffentlicht.
Nachtrag 3 – Nach der erfolgreichen Abberufung von Herrn Wunschik werde ich auf Schusterstadt.de sämtliche Hinweise auf Herrn Wunschik rausnehmen. Er soll einfach nur endlich gehen.

3 Kommentare zu “Herr Hubertus Wunschik”


  1. avatar 1 gast Thomas Gutteck (Gast)

    Nachtrag 3 finde ich nicht gut. Hätten die Bürger in Mönchengladbach vielleicht im Vorfeld offen berichtet, wäre die Wahl in Kröpelin vielleicht anders ausgegangen.

  2. avatar 2 gast Mathias Hausburg (Gast)

    Ich wünsche Ihnen alles Gute zum Gelingen des 15.01. und vielen Dank für die vielen Informationen auf Ihrer Seite und die von Herrn Gutteck. Damit endlich ein Schlussstrich gezogen werden kann und wieder Ruhe in Kroepelin, meiner Herzensstadt, einzieht.

  3. avatar 3 gast DER OBSIDIAN (Gast)

    Herr Gutteck, wir – Bürger aus Mönchengladbach – haben bereits vor der Wahl – auch per Kröpeliner Website – über unsere Erfahrungen mit diesem Kanditaten berichtet…

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