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Grünes Licht für den ersten Dienstwagen

Ostseezeitung: Wochenendausgabe, 12./13.06.2004

Letzte Sitzung der Kröpeliner Stadtvertreter

Bahn frei für den ersten Dienstwagen der Stadt Kröpelin. Bei einer Gegenstimme und nach heftiger Debatte gaben die Stadtvertreter ihr Okay für die Anschaffung eines Autos.

Kröpelin Rund 20000 Euro sollte er kosten, der neue Dienstwagen für die Stadt Kröpelin. “Zu viel”, befanden die Stadtvertreter bei ihrer letzten Sitzung vor den Neuwahlen am kommenden Wochenende. “Ich hätte nicht gedacht, dass ein Auto solche Diskussionen auslösen kann”, sagte Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow (PDS) nach dem öffentlichen Teil der Stadtvertreterversammlung. Dabei hatte sein Vorschlag, einen Dienstwagen anzuschaffen, breite Zustimmung gefunden. Allein der veranschlagte Preis sorgte für Diskussionen.

Jürgen Borchardt (CDU) stimmte dem Kauf eines Dienstwagens prinzipiell zu, warnte aber vor der Außenwirkung. Es sei “schwer zu vermitteln”, “dass die Jugendlichen im Club um einen Eimer Farbe kämpfen, und wir kaufen einen Dienstwagen für 20000 Euro”, so Borchardt. Gerhard Christchowitz von der CDU hielt die Preisvorstellung des Bürgermeisters für zu hoch und schlug vor, ein Auto zu leasen. Der Kreis etwa habe seinen Fuhrpark ohne Anzahlung zu günstigen Konditionen geleast, berichtete Christochowitz.

Angesichts der hohen Benzinpreise plädierte Thomas Wendt (SPD) dafür, ein Erdgas oder Strom betriebenes Auto anzuschaffen. “Wenn der Wagen nur auf kurzen Strecken eingesetzt wird, kann man ihn abends auch an die Steckdose anschließen.” Wendts Vorschlag wurde von der Vertreterversammlung nicht weiterverfolgt. Ein Elektrofahrzeug komme nicht in Frage. Schließlich werde das Auto auch auf langen Strecken, etwa für Fahrten zur Landesregierung nach Schwerin, eingesetzt, so Schlutow.

Bislang nutzen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ihre Privatwagen für sämtliche Dienstfahrten und erhalten pro gefahrenen Kilometer 22 Cent. Rechtlich könnten die Mitarbeiter dazu jedoch nicht verpflichtet werden, erklärte Schlutow. “Alle Ämter um uns herum haben einen oder zwei Dienstwagen”, so der Bürgermeister. Die veranschlagten 19000 Euro für einen VW-Passat-Jahreswagen habe er der Vertreterversammlung lediglich “zur Kenntnis geben” wollen.

Keine Diskussion gab es bei den anderen Tagesordnungspunkten: Die Auftragsvergabe für den Ausbau am Hohlweg und den Abbruch eines Teils des alten Kitagebäudes wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Auch die Prüfung der Bebauungspläne an der Duggenkoppel und die Vorfinanzierung des Rockfestivals durch die Stadt wurden einstimmig verabschiedet.

Außerdem verlas Bürgermeister Schlutow den Bericht des Gemeindeprüfungsamtes des Landkreises. Bis auf kleinere Fehler im Belegwesen, die eher technischer Art waren und unmittelbar nach Bekanntwerden behoben wurden, habe die Verwaltung ordentliche Arbeit geleistet, so der Prüfbericht.

CHRISTIAN VOSS

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