Donnerstag, 22. Februar 2018
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Eltern wehren sich gegen Schließung

Die Schließung der Regionalen Schule in Kröpelin empört viele Eltern. Mit verschiedenen Aktionen wollen sie für die Schule kämpfen.

Kröpelin Die 10-jährige Frederike holt einen Zettel aus ihrer Hosentasche. Auf dem steht: „Ich finde das gemein, dass die Schule geschlossen wird. Dann müssen wir immer woanders hinfahren. Die Schule soll nicht geschlossen werden, weil die neu gebaut wurde.“ Die Nachricht über die Schließung der Regionalen Schule Kröpelin traf am Dienstag Eltern, Schüler und Lehrer wie ein Schlag.

Spontan trafen sich Eltern in der Grundschule mit der Schulleiterin Manuela Jürgens um Pläne für die Erhaltung der Bildungsstätte zu schmieden. Denn ihre Kinder sollen im kommenden Schuljahr weiterführende Schulen besuchen. Wenn die Regionale Schule Kröpelin im Sommer 2007 geschlossen wird, müssen die Schüler etwa in Satow, Neubukow oder Kühlungsborn zur Schule gehen. 25 Mädchen und Jungen gehen derzeit in die vierte Klasse. 23 Kinder sollten danach die Regionale Schule besuchen.

Die 10-jährige Lisa Diebitsch wäre von der Schließung betroffen. „Wenn ich auf eine andere Schule gehen würde, würde ich viele Freunde verlieren. Die Fahrt mit dem Bus ist anstrengend“, so die kleine Wichmannsdorferin. Um sechs Uhr morgens steht Lisa auf. „Da schlafe ich noch“, sagt ihre Banknachbarin Nadine. Kurz nach sieben Uhr fährt sie mit dem Bus nach Kröpelin. Nach der Schule fährt Lisa eine Dreiviertel Stunde nach Hause. „Die Kinder haben einen längeren Tag, als die Eltern“, sagt Doreen Gabbert, Mutti einer Viertklässerin, entrüstet.

36 Schüleranmeldungen für die 5.Klasse wären nötig um die Regionale Schule zu erhalten. Eine Ausnahmegenehmigung, die bei mindestens 22 Schülern beantragt werden könnte, lehnte das Schulverwaltungsamt bereits ab – mit der Begründung, dass „keine unzumutbaren Schulwegzeiten“ entstehen.

„Dann stirbt mal wieder ein Stück Kröpelin aus“, befürchtet Thomas Badtke, Vater von zwei betroffenen Schülern. Damit dies nicht geschieht, haben sich die Eltern jetzt auch ans Fernsehen gewandt. Geplant ist, am 6. Mai, zum Frühjahrsputz der Schule, das Medium einzuladen um der Öffentlichkeit die Ausstattung der Schule zu zeigen. Heute setzt sich die Elternvertretung zusammen. Denn die Eltern haben vor, einen Brief ans Kultusministerium nach Schwerin, als auch ein Schreiben an das Schulverwaltungsamt nach Bad Doberan zu schicken. Nach Ostern trifft sich die Schulkonferenz – Lehrer, Eltern und Schulleiterin – um das weitere Vorgehen zu besprechen.

„Eigentlich wollte ich hier an der Schule bleiben, weil wir so ‘ne schöne Sporthalle und tolle Küche haben. Und weil ich sonst immer so weit fahren muss“, meint der 10-jährige André Dannehl aus Jennewitz.

Einen anderen Träger können sich die Eltern nur als letzten Ausweg vorstellen. „Wir wollen die Schule so erhalten wie sie ist, weil wir hier eine Topausstattung haben“, sagt Roland Klein, Vater von Lukas. Dem Kröpeliner gehe es erstens um „unsere Kinder“ und zweitens um die rausgeschmissenen Steuergelder. André Arndt schlägt deshalb vor sich an den Bund der Steuerzahler zu wenden. Die einzige Möglichkeit die den Eltern bleibt um die Regionale Schule zu erhalten, ist, dem Landkreis aufzuzeigen, dass die Schulwege für die Kinder doch unzumutbar sind und eine Überprüfung des Schulweggebietes beim Landkreis zu beantragen.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 07.04.06

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