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Eltern vom Landkreis enttäuscht

Ostseezeitung: Freitag, 07.05.2004

Kröpelins Fünftklässler sollen ab Herbst in andere Schule gehen

Mit ihren Argumenten konnten die Vertreter des Landkreises die Kröpeliner Eltern und Lehrer nicht überzeugen. Die Stadt Kröpelin will gegen die Abschaffung der fünften Klasse vor Gericht klagen.

Kröpelin Vor neun Jahren wurde die Schule in Kröpelin grundlegend saniert. 14 Millionen D-Mark an Steuergeldern kostete der Umbau. Eine Investition, von der man glaubte, damit den Schulstandort Kröpelin dauerhaft gesichert zu haben. Doch die Realität ist anders. Vergangene Woche wurde die Katze aus dem Sack gelassen. “In der Regionalschule Kröpelin wird es schon im nächsten Schuljahr keine fünfte Klasse mehr geben. Die davon betroffenen Kinder sollen in Neubukow und Kühlungsborn zur Schule gehen”, informierte Hauptamtsleiterin Helgrid Erdmann. Das Schulverwaltungsamt hatte dies der Regionalschule und der Stadt Kröpelin mitgeteilt. Dieses sei ein erster Schritt, um den Schulstandort Kröpelin zu demontieren, befürchten Lehrer und Eltern. “Ich habe ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache”, erklärte der Leiter der Regionalschule, Thorsten Ruf, vor den Eltern der künftigen Fünftklässler.

An der Versammlung, die am Mittwochabend in der Grundschule stattfand, nahmen auch der stellvertretende Landrat Dr. Wolfgang Kraatz, der Schulrat Dieter Albrecht und Kröpelins Bürgermeister Paul Schlutow teil.

Die Vertreter des Landkreises wurden gebeten, zu erklären, warum gerade die Schule in Kröpelin ihre fünfte Klasse verliert, obwohl hier von den Einrichtungen in der Region mit momentan 14 Schülern noch die meisten Anmeldungen vorliegen. Fünftklässler aus anderen Gebieten wie Neubukow in Kröpelin zu beschulen, hieße, einigen Kinder aus entlegenen Ortschaften Schulwege zuzumuten, für die über 60 Minuten Fahrtzeit benötigt würden, so Albrecht.

Dr. Kraatz meinte, dass er Verständnis für die Position der Eltern habe. Er erklärte jedoch, dass es keine andere Lösung gebe. Auf die gute Ausstattung der Schule angesprochen, führte er aus, dass diese bei der Schulentwicklungsplanung keine Rolle spielen würde.

Mit ihren Argumenten vermochten die Vertreter der Kreisverwaltung die Eltern und Lehrer aber nicht zu überzeugen. Enttäuscht stellte eine Lehrerin fest: “Wir wissen jetzt, dass der Kreis uns nicht helfen will”. Thomas Lehner aus Detershagen meinte: “Millionen, die in die Schulsanierung gesteckt wurden, setzt der Kreis in den Sand”. Und Bürgermeister Schlutow sagte: “Das Land will Lehrergehälter sparen. Und das geschieht auf Kosten der Kommunen und ihrer jungen Bürger.” Vor dem Verwaltungsgericht will die Stadt die Entscheidung des Landkreises jetzt anfechten.

ROLF BARKHORN

1 Kommentar zu “Eltern vom Landkreis enttäuscht”


  1. avatar 1 gast Anna (Gast)

    Ich habe da ein paar fragen!
    1. Wieviele Windräder gibt es in Kreis Kröpelin?
    2. Gibt es schon was neues von der Schule in Kröpelin, ich gehe in die 9. Klasse in Kröpelin und diese Schule ist so schön und es gruselt mich davor nach Neubukow zu fahren!

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