Mittwoch, 21. Februar 2018
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Meinung Einwohnerversammlung

Die Bürgerversammlung aus meiner Sicht

„Wer führt hier Protokoll?“ fragte mich mein Nebenmann nach Beginn der Bürgerversammlung am 25. November im kröpeliner Rathaus. Gute Frage, denn die eventuellen Vorschläge und Anregungen der Bürger sollten ja eigentlich innerhalb einer Frist von dem für die Angelegenheit zuständigen Organen der Stadt behandelt und nach Möglichkeit auch beantwortet werden. Schreibt das niemand auf, ist der Sinn und Zweck dieser Bürgerversammlung eigentlich verfehlt, oder?
Interessant begann Herr Fink den IST-Zustand von Kröpelin darzustellen. Da war viel bekanntes dabei, wie die sich ändernde Bevölkerungsstruktur, mit den Zu- und Abgängen der letzten Jahre, dem sich stetig ändernden Altersdurchschnitt der Bevölkerung nach oben (auch die Kröpeliner werden immer älter) und den Status der Stadt als Grundzentrum.
Wie kann also gegengesteuert werden, um den Status der Stadt zu erhalten, denn davon hängen die jährlichen finanziellen Zuwendungen von Bund und Land ab und die damit verbundenen Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten in der Zukunft. Heißt ganz einfach gesagt: Die derzeitigen Einwohner sollten wohnen bleiben und möglichst noch weitere Bürger Kröpeliner werden. Wie ist das zu erreichen, welche Potentiale hat Kröpelin und wie sind diese zu nutzen?
•Die Nähe zur Ostsee (preisgünstigen Urlaub in der 2. Reihe)
•Die gute Verkehrsanbindung (B105, A20 mit Abfahrt Kröpelin)
•Bus-und Zugverbindungen Rostock Wismar
•Sehenswürdigkeiten
•Wie wirbt Kröpelin für Kröpelin
Um nur die wichtigsten zu nennen. Die Frage von Herrn Bull, ob es in Kröpelin einen Stadtentwicklungsplan gibt, der quasi langfristig die Vorhaben fixiert, musste mit Nein beantwortet werden. Danach begann eine sehr lebhafte Diskussion mit Hinweisen und Kritiken zum gegenwärtigen Zusammenarbeiten von Bürgermeister, Stadtverwaltung und Stadtvertretung. Stadtvertreter verließen die Versammlung und kamen wieder zurück. Herr Veikko Hackendahl verlas Feststellungen zu unerledigten Aufgaben von Bürgermeister Wunschik und verließ nun endgültig mit anderen Abgeordneten die Versammlung, die danach beendet wurde. Über sechzig Kröpeliner waren gekommen. Beim Rausgehen war die Enttäuschung über diesen Abend nicht zu überhören. Will Kröpelin nicht in diesem „Schwebezustand“ verharren, braucht es endlich einen Neuanfang aller Akteure in der Stadtvertretung, dem Bürgermeister und der Verwaltung.„Miteinander statt übereinander reden“ brachte es ein Bürger auf den Punkt. Die Befindlichkeiten einzelner sollten ausgeblendet und sich wieder der Sacharbeit gewidmet werden.
Gemeinsames Handeln für unser Kröpelin muss das Ziel sein.

VIEL ERFOLG

wünscht HERBERT BOLDT

1 Kommentar zu “Die Bürgerversammlung aus meiner Sicht”


  1. avatar 1 regm Thomas Wendt (Leser)

    Mein Eindruck von der Einwohnerversammlung ist – wie sollte es anders sein – subjektiv und in mehreren Punkten ein völlig anderer. Wahrscheinlich braucht es mehrere Schilderungen, um daraus ein halbwegs objektives Bild entstehen zu lassen. Übrigens trägt dazu aus meiner Sicht der Artikel in der Ostsee-Zeitung zwei Tage nach der Einwohnerversammlung ausdrücklich bei.

    Da war der anregende und leidenschaftliche Vortrag von Herrn Fink, zu dem später noch mehr geschrieben werden wird. Ich hab mir dazu übrigens Notizen gemacht, von wegen “Schreibt das niemand auf…”.

    Anschließend stellten verschiedene Anwesende ihre Fragen oder schilderten persönliche Eindrücke. Manches konnte man bereits in vorangegangenen Einwohnerversammlungen und Einwohnerfragestunden hören. Aber so lange die Aufträge nicht abgearbeitet werden und die Fragen nicht beantwortet sind, muß man sich eben wiederholen, egal ob da mancher schon mit den Augen rollt. Aber, jeder kam zu Wort und alles lief ruhig und vernünftig ab.

    Nach rund anderthalb Stunden und einem Beitrag von Herrn Hinrichs meinte Herr Wunschik bereits, “das könnte fast schon so etwas wie ein Schlußwort sein”, doch dann kam noch die Frage von Herrn Bull. Ich gehe mal davon aus, Herr Bull hätte sich die Antwort selber geben können, denn immerhin ist er seit vielen Jahren als Sachkundiger Einwohner in einem Ausschuß aktiv. Dennoch war die kurze Frage an die Verwaltung völlig legitim.

    Wäre Herr Wunschik souverän, hätte er mit “Nein” geantwortet und dann vielleicht noch so etwas wie: “Lassen Sie uns alle die Anregungen des Abends mitnehmen und so bald wie möglich mit der Planung beginnen”. Statt dessen hielt er dem Bauamtsleiter das Mikro hin, dann kurz Frau Reichler, um dann mit Vorwürfen an alle und jeden den Abend zu versauen. Entweder vermutete er hinter der Anwesenheit der vielen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und der Frage von Herrn Bull etwas so furchtbar Gemeines, daß er sich zu rechtfertigen genötigt sah oder er hatte durch die freundliche Stimmung der Versammlung den Eindruck, er könnte vor diesem Publikum mal so richtig gegenüber den anwesenden acht Stadtvertretern auftrumpfen. Ich weiß es nicht. Aber es war so oder so peinlich. Und unhöflich gegenüber dem Gast aus der Kreisverwaltung.

    So kam es dann zu dem, was Herr Hoppe in seinem Artikel das “Tohuwabohu” nannte und es dauerte – um mal die Relationen zu dem Vorangegangenen zu nennen – vielleicht fünf Minuten.

    Übrigens verlas Herr Hackendahl keine “Feststellungen”, sondern brachte – genauso von Herrn Wunschiks verbaler Attacke überrascht wie alle – nur einige Dinge wieder zur Wahrheit zurück, etwa zu dem von Herrn Wunschik angeführten ominösen “Leitbild”. Dazu gibt es inzwischen einen erhellenden Artikel auf Kroepeliner.de.

    Herbert, das mit dem “Neuanfang” ist schön geschrieben, aber gerade als Zeuge dieses Abends doch nicht mehr realistisch. Du selber konntest in Deinem Redebeitrag nicht einmal eine dreizehn Jahre alte “Befindlichkeit ausblenden”, wie sollen da die siebzehn Stadtvertreter die immer neuen Verstöße des Bürgermeisters gegen ihre Beschlüsse und gegen die Gesetze hinnehmen? Darum ist die einzig mögliche Konsequenz einen Bürgerentscheid zur Abwahl des Bürgermeisters herbeizuführen. Dann liegt es in der Hand der Kröpeliner den “Schwebezustand” zu beenden.

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