Freitag, 16. April 2021
Schusterstadt Kröpelin
Wegweiser
Start ›  Demenzkranke in kleiner Stadt gut behütet
Presse Seniorenzentrum

Demenzkranke in kleiner Stadt gut behütet

In der Wohngruppe für Demenzkranke im Seniorenzentrum Kröpelin werden nicht nur Bewohner betreut. Hilfe gibt es auch für Angehörige.

Kröpelin Sie leben in ihrer eigenen Welt. Menschen mit Demenz. „Doch wir wollen ihnen das Gefühl geben, dass sie verstanden werden“, sagt Christine Komm, Betreuerin in der Wohngruppe für Demenzkranke im Awo-Seniorenzentrum Kröpelin. Die Wohngruppe „Klönstuv“ gibt es seit fünf Jahren im Haus am Wedenberg. Zehn Bewohner und zwei bis drei Tagesgäste gehören dazu, die besonderer Fürsorge bedürfen. Viel Verständnis und Einfühlungsvermögen sind in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen nötig. Die Erkrankung habe zugenommen, sagt Bärbel Brunzel, die zweite Betreuerin der Wohngruppe. Weil die Menschen älter werden, erklärt sie. Vergesslichkeit sei ein Warnsignal. Doch beide Betreuerinnen beklagen, dass Demenz oft nicht als Krankheit anerkannt wird, dass die Erkrankten manchmal gar belächelt würden. Sie brauchen mehr Schutz.

Der geistige Abbau von an Demenz erkrankten Menschen verändert das Leben der Angehörigen. Sie leisten in der Betreuung und Pflege oft über Jahre schwere psychische und physische Arbeit.

Um die Familien nicht zu überfordern, gibt es Hilfsangebote. Im Awo-Seniorenzentrum werden Kurse für pflegende Angehörige von Demenzerkrankten angeboten, machen Bärbel Brunzel und Christine Komm deutlich. Sie leiten diese Kurse. „Hier werden vielfältige Probleme angesprochen, die Angehörige im Zusammenhang mit der Krankheit haben“, so Christine Komm. Es geht aber auch um den Einsatz von Pflegehilfsmitteln, um rechtliche und finanzielle Aspekte. Die gemeinsamen Abende sollen ein Miteinander vermitteln und Kraft geben für die schwere Aufgabe, die pflegende Angehörige leisten, machen beide Frauen deutlich. Sie können auf einen langjährigen Erfahrungsschatz im Umgang mit Demenzkranken zurückgreifen, haben eine langjährige Ausbildung zum Gesprächsgruppenleiter für pflegende Angehörige absolviert.

Am 22. Mai beginnt ein neuer Kurs, zunächst als Informationsveranstaltung. Wer teilnehmen möchte, kann sich unter Tel.: 038292/85410 im Awo-Seniorenzentrum anmelden. Während des Treffens können die erkrankten Angehörigen in der „Klönstuv“ betreut werden.

Zur Wohngruppe gehören auch die 83-jährige Ursula Bobermien und die 84-jährige Elisabeth Rieck. Ihre Kinder haben bereits an Gesprächsrunden teilgenommen. Der Sohn von Ursula Bobermien, Joachim Bobermien, äußerte, dass er zur ersten Veranstaltung mit gemischten Gefühlen gekommen sei. Nach Kursende habe er die Krankheit aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Er empfiehlt anderen Betroffenen die Teilnahme.

Finanziert werden die Kurse von den Krankenkassen.

RENATE PETER
OZ vom 09.05.06

0 Kommentare zu “Demenzkranke in kleiner Stadt gut behütet”


  1. Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

*