Sonntag, 18. Februar 2018
Schusterstadt Kröpelin
Wegweiser
Start ›  Chancen für neuen Landweg stehen schlecht
OrtsteilePresse ländlicher WegebauWichmannsdorf

Chancen für neuen Landweg stehen schlecht

Ostsee-Zeitung, Mittwoch, 11. Mai 2005 | Neubukow und Kröpelin

Die fehlenden Eigenmittel auf Kröpeliner Seite könnten den Bau des Weges zwischen Kühlungsborn und Wichmannsdorf zum Scheitern bringen.

Wichmannsdorf Ein aufwändig saniertes Schloss, das gute Chancen im Tagungs- und Kulturtourismus hat, eine schöne Lage inmitten der waldreichen Kühlung, des landschaftlichen Kleinods im nahen Hinterland des Ostseebades Kühlungsborn – Wichmannsdorf hat ohne Zweifel ein beachtliches touristisches Potenzial. Um es zu erschließen, fehlt allerdings eine direkte Verbindung zum Ostseebad. Gesprochen wird darüber schon seit Jahren, auch eine Planung für den rund zwei Kilometer langen Landweg von der Einmündung in die Kühlungsborner Schloßstraße auf Höhe der Tankstelle über den Holm bis hin nach Wichmannsdorf gibt es.

„Der Weg nach Kühlungsborn würde sich mit diesem ländlichen Wegebau von 15 auf vier Kilometer verkürzen. Das ist nicht nur unter touristischen Aspekten sehr wichtig, sondern würde auch für die Einwohner Erleichterungen bringen“, fasst Jürgen Wienke die Meinung vieler Wichmannsdorfer zu diesem Bauvorhaben zusammen und verweist auch darauf, dass das Dorf in der Kühlung in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem gesuchten Wohnstandort geworden ist.

Doch die Chancen für den Ausbau des Landweges stehen schlecht. Noch vor einem Jahr gab es – formuliert in einer Kostenübernahmevereinbarung – konkrete Vorstellungen darüber, dass die Stadt Kühlungsborn die für die Erlangung der Fördermittel notwendigen Eigenmittel in Höhe von 41 000 Euro – rund 164 000 Euro würde der neue asphaltierte Landweg insgesamt kosten – allein aufbringt und damit den Anteil der Gemeinde Jennewitz mit übernimmt.

Doch inzwischen hat sich die Situation gründlich geändert. Kühlungsborns Bauamtsleiter Wolfgang Stange findet das Vorhaben zwar nach wie vor sehr interessant, aber: „Wittenbecker Kreisel, Ausbau der Neuen Reihe, der Bau des Radweges in der Schloßstraße bis zum ehemaligen Kühlungshotel und etliches mehr: Wir haben in den kommenden Jahren viele große Brocken zu stemmen und können es uns angesichts immer knapper werdender Mittel einfach nicht mehr leisten, für eine andere Kommune bei einem Straßenbauvorhaben den Eigenanteil mitzutragen, von dem in erster Linie die Wichmannsdorfer profitieren“, bringt Stange die Haltung im Kühlungsborner Rathaus auf den Punkt.

Die ehemalige Gemeinde Jennewitz, zu der auch Wichmannsdorf gehörte, gab mit der Gebietsreform im Juni vergangenen Jahres ihre Eigenständigkeit auf, die Dörfer sind seitdem Ortsteile der Stadt Kröpelin. Bürgermeister Paul Schlutow ordnet den Wegebau nach Kühlungsborn in größere Zusammenhänge ein: „Der Hauptausschuss der Stadtvertretung besteht auf einer Kostenübernahme des Eigenanteils durch Kühlungsborn, sonst ist an den Bau nicht zu denken. Wichmannsdorf hat bereits zwei neue, gut ausgebaute Anbindungen Richtung Jennewitz und zur Landesstraße zwischen Kröpelin und Westhofer Kreuzung hin. Außerdem haben wir in den kommenden Jahren 19 Wege im ländlichen Bereich des Stadtgebietes neu zu bauen“, setzt er Prioritäten.

LUTZ WERNER

0 Kommentare zu “Chancen für neuen Landweg stehen schlecht”


  1. Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

*