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Presse Seniorenzentrum

Burgfräulein zu Gast im Seniorenheim

Ostsee-Zeitung, Freitag, 19. August 2005

In Kröpelin brach gestern das Mittelalterfieber aus. Feuerspucker, Dudelsackspieler oder Wahrsagerin waren mit von der Partie.

Kröpelin Klänge aus dem Dudelsack, Feuerspucker, Marktfrauen die frische Kräuter und Quark verkaufen, die Schafswolle am Spinnrad spinnen oder selbst gemachten Schmalz anbieten und eine Wahrsagerin, die Besuchern die Zukunft voraussieht. So ging es gestern auf dem Hof des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Kröpelin zu. Nicht zu vergessen die Burgherrin, die mit ihrem Pferd und ihrem Gefolge auf den mittelalterlichen Markt eintraf. Motto des diesjährigen Sommerfestes: zurück ins Mittelalter. Außerdem wurde das 10-jährige Bestehen des Seniorenzentrums “Haus am Wedenberg” gefeiert.

“Wir veranstalten seit zehn Jahren Sommerfeste. Es ist Tradition, dass es immer unter einem schönen Motto steht”, sagt Maritta Blaczyk, stellvertretende Heimleiterin. Sie war maßgeblich für die Organisation des Festes verantwortlich. “Unsere Bewohner kommen ja nicht mehr groß raus, da haben wir gedacht, dann holen wir das Mittelalter zu uns”, so die 50-Jährige. Gesagt, getan.

Etwa zehn Kollegen organisierten das Spektakel. Eine Kollegin hat die Kostüme für die Marktfrauen genäht, eine andere hat mit ihrer Familie das große Eingangstor zum Hof gebastelt. “Ich finde es wahnsinnig, was die Kollegen hier auf die Beine stellen”, lobt Elfriede Pilgrim, Leiterin des Seniorenzentrums, das Engagement ihrer Mitarbeiterinnen. Fast alle 40 seien dabei, trotz Nacht- und Frühschicht.

“Das ist schon allerhand, was die hier auf die Beine stellen”, sagt Margarete Richau aus Derenburg in Sachsen-Anhalt. Die Akrobatik fand sie ganz lustig. Die 74-Jährige besucht derzeit ihre Kinder.

Und auch an die kleinen Gäste wurde gedacht. Es gab eine Springburg, einen Tisch mit Stiften zum Malen und einen kleinen Zoo mit Kaninchen und Meerschweinchen. Selbst ein Huhn war dabei.

Gisela Steinfeld war eine von drei Spinnerinnen. Sie verarbeiteten Schafswolle zu Fäden. Die Kröpelinerin war von dem Spektakel begeistert. “Ich find das toll, vor allem die Attraktionen für die Älteren”, sagt die Mecklenburgerin. Da das Seniorenzentrum keinen Tag der offenen Tür veranstaltet und es für die Rentner schwierig ist, andere Veranstaltungen zu besuchen, organisierte das Heim das Sommerfest. “Die Bewohner sollen mit den Angehörigen etwas zusammen erleben. Es soll eine Anregung für den Alltag sein”, erklärt Elfriede Pilgrim.

Etwa 20 Ruheständler aus Kühlungsborn waren extra wegen des Sommerfestes nach Kröpelin gekommen. So auch das Ehepaar Wihan. Es war das zweite Mal dabei. “Es ist sehr schön und gemütlich hier. Die ganze Atmosphäre, die Musik und die Künstler”, sagt Inge Wihan. Ihr Mann Johann ergänzt: “Wir lassen uns weiter überraschen. Es steckt viel Mühe in den Vorbereitungen.”

STEFANIE ADOMEIT

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