Dienstag, 17. September 2019
Schusterstadt Kröpelin
Wegweiser
Start ›  Bundespreis belohnt jahrelanges Rackern
OrtsteilePresse

Bundespreis belohnt jahrelanges Rackern

Schmadebeck Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege wird in diesem Jahr an Sigurd und Katharina Heinz „für die denkmalgerechten handwerklichen Leistungen am Dreiseithof in Schmadebeck“ verliehen. Die hohe Ehrung erfolgt am 11. November. Damit werden mehr als zehn Jahre Arbeit und Kreativität, Mut und Leidenschaft und die Liebe zum alten Gesicht Mecklenburgs gewürdigt und belohnt. Denn was auf diesem 1682 errichteten und 1850 umgebauten Dreiseithof – der 1997 in einem ziemlich verwahrlosten Zustand mit Viehhaus, Scheune und Wohnhaus von Sigurd Heinz erworben wurde – inzwischen geworden ist, grenzt an ein Wunder, ist der Lohn für Fleiß, Ausdauer, die Fähigkeit, sich unterschiedliche handwerkliche Fertig-keiten anzueignen und ein wenig Besessenheit.
Sigurd Heinz, Jahrgang 1949, und in der Altmark auf einem Bauernhof groß geworden, ist von Kindesbeinen eng mit dem Landleben verbunden. So war es natürlich, dass der Berufsausbildung mit Abitur in der Landwirtschaft ein entsprechendes Studium an der Universität Rostock folgte und 1976 mit dem Diplom endete. Die nächsten Stationen in der Praxis waren das VEG Satow und ab 1982 die LPG Tierproduktion Kröpelin, der Sigurd Heinz bis 1997 vorstand. Kritisch begleitete Heinz die Landwirtschaftspolitik der SED, die ihren Zenit, wenn es denn einen gab, längst überschritten hatte. Im eigenen Umfeld mit über 3000 Kühen merkte er am fehlenden Futter und anderen maroden Erscheinungen, dass Änderungen unausbleiblich sein würden. So gründete er mit Gleichgesinnten in der Wendezeit das Neue Forum in Kröpelin und erlebte danach, wie viele andere auch, Höhen ebenso wie Tiefen.

Heinz restaurierte den Hof mit Hilfe von Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, von Land und Kreis und Unterstützung der hiesigen Denkmalpfleger und natürlich mit Hilfe guter Handwerker. Den Anfang machte er beim Wohnhaus, dann folgten die 1777 gebaute Scheune und das Viehhaus von 1852. Der Hofbesitzer selbst hat in den Jahren das Mauern im Fachwerk, das Stampfen von Lehmfußböden, das Pflastern mit Feldsteinen, die unterschiedlichsten Tischler- und Zimmererarbeiten und vieles mehr gelernt.

PETER GERDS
Ostseezeitung vom Dienstag, 27. September 2005

0 Kommentare zu “Bundespreis belohnt jahrelanges Rackern”


  1. Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

*