Dienstag, 20. Februar 2018
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Beim Zeichnen fing alles an

Seit 1984 ist Ursula Zimmermann Töpfermeisterin und machte sich schon zu DDR-Zeiten selbstständig. Diesen Weg hat sie nie bereut, auch wenn heute der Verkauf von Kunsthandwerk oft schwierig ist.

Kröpelin Etwa 50 Kilogramm Ton verarbeitet Töpfermeisterin Ursula Zimmermann im Monat. Vor der Wende waren Übertöpfe für Blumen besonders gefragt. Heute werden gern, etwa in der Erdbeerzeit, Rumtöpfe gekauft. Aber auch ein Schwein aus gedrehten Körperteilen, einen Schneemann als Windlicht oder Wandlampen aus Ton für die Kröpeliner Kirche hat Ursula Zimmermann bereits hergestellt. Ein Großteil ihrer Tonprodukte sind Geschirr und Steckgefäße mit Kerzenhalter zum Dekorieren.
Seit 1987 besitzt die Töpfermeisterin eine eigene Werkstatt. „Zu DDR-Zeiten, als die Nachfrage noch groß war, habe ich mich selbstständig gemacht“, sagt die 57-Jährige. Das war zur damaligen Zeit gar nicht so einfach. „Sechs Jahre dauerte es, bis ich den Ofen bekam, und die Materialfrage stand auch immer mal wieder in den Sternen“, erinnert sich die Kröpelinerin. Das ist jetzt fast 20 Jahre her.

Heute gebe es bei der Beschaffung von Material und Glasur keine Probleme mehr, aber der Verkauf sei schwieriger. Von der Anfertigung bis zum Endprodukt vergehen mindestens 14 Tage. Allein eine Woche müssen die von ihrer Hand geformten Stücke trocknen. Insgesamt 16 Stunden verbringt eine Arbeit aus Ton im bis zu 1100 Grad Celsius heißen Ofen. „Besonders wichtig bei der Arbeit sind Geduld, Talent, Kreativität und ein bisschen handwerkliches Geschick“, meint Ursula Zimmermann.

Dass sie den Beruf der Töpferin erlernt hat, bereut die gebürtige Kröpelinerin bis heute nicht. Als Jugendliche besuchte sie damals einen Kurs im Zeichnen bei einem Bildhauer. Der war so begeistert von ihrer Arbeit, dass er das Mädchen zur Fachschule für angewandte Kunst nach Heiligendamm schickte. Schließlich begann sie mit 16 Jahren ihre Ausbildung zur Töpferin. Seit 1984 ist Ursula Zimmermann Töpfermeisterin. „Es ist aber auch ein harter Beruf. Die Arbeit ist sehr kraftaufwändig und geht auf die Wirbelsäule und die Finger“, erklärt sie.

Neben ihrer Arbeit in der Töpferstube gibt sie auch Kurse im Außenstützpunkt des Kornhauses in Kröpelin. Im Sommer töpfert sie mit Urlaubern auf dem Gutshof Bastorf. Ihre zwei erwachsenen Töchter konnte die Meisterin nicht für das Handwerk begeistern.

Ihre Vasen, Krüge, Teelichter, Kerzenhalter oder Geschirr aus Ton bietet sie auf Kunsthandwerkermärkten und in ihrem eigenen Verkaufsraum im Haus an der Strandstraße 54 an.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 18.01.2006

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