Sonntag, 18. Februar 2018
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Amt will keinen Blitzer

Die Rostocker Straße in Kröpelin ist für die Anwohner nicht ungefährlich. Bereits mehrfach rammten Autos Häuser in der Straße.

Kröpelin Als Irene Hannmann in der vergangenen Woche in ihrer Wohnstube saß und Zeitung las, während ihr Mann draußen vor dem Haus die Straße fegte, ahnte sie nichts Böses. Bis es plötzlich einen Knall gab. Irene Hannmanns erster Gedanke: So schnell wie möglich weg. „Ich bin aufgesprungen. In dem Moment habe ich gedacht, Vater steht draußen und schüppt Schnee“, erinnert sich die 66-Jährige, die an der Rostocker Straße in Kröpelin wohnt.
Ursache für den Schreck war ein Aufprall eines Autos an der Häuserwand. Passiert ist zum Glück nichts. Alle drei, Ehepaar Hannmann und Fahrerin, sind mit dem Schrecken davongekommen. Beschädigt wurde jedoch, wie immer, die Häuserwand des Ehepaares. Unfälle wie diese haben die beiden Kröpeliner nun schon zum dritten Mal miterleben müssen. Bereits 2002 rammte ein Pkw das Haus. Dabei wurden die Treppen, die Dachrinne und die Fassade stark beschädigt. Eineinhalb Jahre später riss ein Jeep eine Ecke des Hauses weg. Bezahlt wurden die Schäden immer von der Versicherung des Unfallverursachers. „Es ist eine sehr gefährliche Ecke. Die rasen hier und fahren mit einem Tempo. Wir fordern Schilder mit 30 Kilometer pro Stunde“, sagt Irene Hannmann. Auch einen Blitzer würde das Rentnerpaar befürworten.

Auch andere Anwohner fühlen sich durch den Straßenverkehr bedroht. „Sofern hier Reifen quietschen, hat man Angst, dass etwas passiert ist“, so Silke Geufke. Seitdem sie von einem Auto mit Wohnwagen, draußen beim Fensterputzen, die Spiegel in die Rippen bekommen hat, putzt sie nur noch von innen. „Ich hab gedacht, der hat mir sämtliche Rippen gebrochen. Der hat das nicht mal gemerkt“, erklärt die 42-Jährige.

Die Stadt ist für die Straße nicht zuständig. Da die Rostocker Straße eine Landesstraße ist und keine Gemeindestraße. Auch das Straßenbauamt hat keine Möglichkeit, einen stationären Blitzer oder ein Tempo 30-Schild aufzustellen. „Die einzige Möglichkeit ist, wenn die Straße gefährdet ist, dann kann ich eine Geschwindigkeitsbeschränkung aussprechen“, sagt Alfred Kohlenberger, Amtsleiter des Straßenbauamts in Güstrow.

Bevor die Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer auf 30 reduziert wird, müssten etwa Verkehrsbeobachtungen durchgeführt und Unfallstatistiken erstellt werden. Klaus-Dieter Schröder, Sachgebietsleiter für Verkehrsangelegenheiten im Straßenverkehrsamt in Bad Doberan, weist jedoch darauf hin, dass Autofahrer auch ohne Schild ihr Fahrverhalten den Verkehrsbedingungen anpassen müssen. „Das ist der normale gesetzliche Standard“, sagt er. Das Aufstellen eines Blitzers ist nicht umsetzbar. „Es fehlen Haushaltsmittel“, sagt Klaus-Dieter Schröder. Denn die stationäre Anlage müsste gepflegt, gewartet und ausgewertet werden.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 01.02.06

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