Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Ameisensäure rettete Bienen vor dem Tod

Walter Wegners Honigbienen sind gut über den Winter gekommen. In der kalten Jahreszeit bekam jedes der insgesamt sechs Völker 15 Kilogramm Futterteig. Ameisensäure tötete schädliche Milben.

Kröpelin Walter Wegner verputzt in etwa vier Tagen ein Glas Honig. Morgens auf dem Brot, nachmittags im Tee. Auch Grillhähnchen oder Kuchen werden mit dem gelben Produkt der Bienen bestrichen.

Von dem süßen Nektar bekommt der 77-Jährige nie genug. Aber auch seine Enkel naschen gern von dem klebrigen Bienenerzeugnis. Gut ist, dass der Kröpeliner an der Quelle sitzt. Seit 54 Jahren ist Walter Wegner Imker. „Mein Vater hat auch schon Bienen gehabt“, erklärt der Landwirt, der auch in jüngeren Jahren als Selbstständiger ein Fuhrunternehmen betrieb. Derzeit sind sechs Bienenvölker in seinem Garten zuhause. In Blütezeiten des Imkers summten und flogen 38 Völker in zwei Wagen und zwei Bienenschuppen umher. Vor drei Jahren verkaufte und verschenkte der Rentner einige Völker aus gesundheitlichen Gründen.

Im Gegensatz zu den Bienen einiger Imkerkollegen sind seine Insekten gut durch den Winter gekommen. „Ich habe bis zum späten November mit Ameisensäure gearbeitet“, verrät der Kröpeliner sein Geheimnis. Die Milbe könne die Säure nicht ab und sie hinterlässt keine gefährlichen Rückstände für das nächste Jahr. „In manchen Völkern habe ich trotzdem noch dreißig Milben gefunden, in anderen nur zwei oder drei“, wundert sich Wegner.

Bis zu 40 Pfund Rapshonig „erntet“ der Bienenzüchter im Jahr je Volk. Die Erträge des Lindenhonigs sind in jedem Jahr unterschiedlich. „Die Linde ist sehr launisch. Im vergangenen Jahr waren es etwa 50 Pfund“, so der Mecklenburger.

Vor Bienenstichen hat der Imker keine Angst. Unzählige hat er zwar schon einstecken müssen, aber das sieht der Honigfreund nicht so verbissen. „Bienenstiche sollen gesund sein“, meint Walter Wegner.

So lange wie der Pensionär seinem Hobby mit den Honigbienen nachgeht, so lang ist er auch im Kröpeliner Imkerverein. Viermal im Jahr treffen sich die rund 22 Mitglieder um Erfahrungen auszutauschen und gemütlich beieinander zu sitzen. Der Kröpeliner Bienenzüchter würde jedem empfehlen in seine Fußstapfen zu treten. „Allein wegen des Eigenverbrauchs, würde ich jedem raten, Imker zu werden“, sagt Walter Wegner. Das Hobby sei preiswert und der Staat fördere die Jungimker , weiß der Fachmann.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 19.04.06

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