Donnerstag, 22. August 2019
Schusterstadt Kröpelin
Wegweiser

Archiv für Juni, 2012

Freizeit und KulturVereine Kröpeliner Schützenzunft

Kröpeliner Schützenzunft beging 20. Neugründungsjahr

… mit 18. Stadt-, Schützen- und Volksfest im Stadtholz

Blick auf die Schießanlage

Die Kröpeliner Schützenzunft folgt einer langen Tradition. Seit 1673 gab es den Verein bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Zu DDR Zeiten nutzte die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) die Einrichtung zum Schießen mit dem KK Gewehr. Die Anlage wurde nicht instand gehalten, sondern so genutzt wie der Verein sie verlassen hatte. Die Natur hatte sich über Jahre zurückgeholt, was ihr einst genommen. In dem Wall waren Buchen von bis zu 45 cm Durchmesser gewachsen. Das Gebäude war marode, hatte keine Türen und Fenster mehr. Es regnete durch. Bereits Ende 1991 hatte der Gastwirt und Betreiber der
anliegenden Waldgaststätte, Peter Selck, die Idee, den Verein neu zu gründen. Selbst sehr schießsportbegeistert war aber auch eine Geschäftsbelebung angedacht, als er 1992 auf eigene Rechnung 100 Einladungen an Kröpeliner Bürger verschicken ließ. 57 Kröpeliner kamen. Es wurde ein Organisationskomitee gewählt, das die Gründungsversammlung vorbereiten sollte. Diese fand am 3. Juli 1992 statt und war erfolgreich. 31 Teilnehmer beschlossen die Neugründung des Vereins nach 53 Jahren. Es wurden eine Satzung beschlossen, ein Vorstand und der Landwirt Ullrich Kruth (+) zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits am 18. Oktober 1992 konnte der Verein ins Vereinsregister eingetragen werden. Doch bis der erste Schuss fallen durfte, war es ein langer Weg. Zur Genehmigung der Schießanlage, nach neuesten Vorschriften, musste ein Projekt erstellt und formgerecht eingereicht werden. Der Bauunternehmer und Schützenbruder Manfred Pfeffer erledigte das mit seinem Projektierungsbüro. Zuvor hatte die Stadt Kröpelin unter Bürgermeister Karl-Heinz Schwark Gelände und Gebäude zur kostenlosen Pacht dem inzwischen über 100 Mitglieder starken Verein übergeben. Es konnte los gehen.

Arbeiten am Wall der Schießanlage. Dritter von Rechts: Karl Heinz Lang. Von Anfang an aktiv im Verein und bis heute Vereinsvorsitzender.

Unzählige Arbeitsstunden mussten geleistet und das Problem der Finanzierung gelöst werden. 50.000 DM Fördermittel waren beantragt und bis diese flossen, half die Firma Pfeffer erneut mit einem kostenfreien Baukonto für den Verein. Die großen Posten für Material konnten jetzt geordert und über dieses Konto bezahlt werden. Es wurden etliche Trudelmischer Beton benötigt, um die Schalungen der Schießblenden und deren Fundamente zu füllen. Natürlich auch jede Menge Stahl für die Bewehrung. Das Holz für die Schalung hatten Vereinsmitglieder selbst geworben und zu Brettern sägen lassen, um es später unter Federführung von Manfred Pfeffer in dessen Firma vorzufertigen. Viel Hilfe und Unterstützung gab es auch durch weitere Firmen der Stadt. Bei den umfangreichen Erdarbeiten am Wall halfen die Firma Eckhard Werges, der übrigens der erste Schützenkönig nach der Neugründung wurde, und viele weitere mit Technik und Mutterboden. Die Ostseebaumschulen Hinrichs spendierten die Pflanzen für den Wall. Andere halfen mit Material für die Sanierung des Schützengebäudes. Vom Dach bis zum Fußboden, alles musste erneuert werden. Den errichteten Kamin gibt es noch heute und er senkt weiter die Heizkosten. Um- und angebaut wurde immer wieder. Sie können stolz auf ihr Schützenhaus und die moderne Schießanlage sein, die 65 Kröpeliner Schützenbrüder. Eine besondere Feier zum Jubiläum soll es aber nicht geben, wie Vereinsvorsitzender Ältermann Karl Heinz Lang uns mitteilte. Er ist von Anfang an im Vorstand aktiv und seit 1996, bis zum heutigen Tag, erfolgreich in diesem Ehrenamt.“Wir wollen uns nicht selbst feiern, sondern durch die Ausrichtung des Festes das kulturelle Leben unserer Stadt bereichern.”, sagt er und hofft auf Werbung für neue Vereinsmitglieder. “Alle sind wir in die Jahre gekommen und brauchen unbedingt Nachwuchs für unseren Verein.” Zukünftig soll die Arbeit mit der Jugend favorisiert werden. Schüler ab 12 Jahre könnten bald, ohne Mitgliedsbeitrag, im Verein Schießen üben. Wer mochte, konnte schon einmal beim 18. Vereinsfest probieren und wird vielleicht einmal Mitglied.

Schützenaufmarsch in Kröpelin