Sonntag, 18. Februar 2018
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2000 Brötchen in einer Nacht

Dirk Papenhagen hat mit 25 Jahren schon seinen Meistertitel in der Tasche. Der Kröpeliner führt das Familienunternehmen mit elf Angestellten.

Kröpelin An der Bützower Straße in Kröpelin geht es nachts heiß her. Wenn andere sich zur Ruhe legen, um sich vom Tag zu erholen, wird Dirk Papenhagen erst richtig aktiv. „Ich fange nachts an zu arbeiten“, sagt der 25-Jährige. Der Kröpeliner steht dann mit zwei Gesellen und einem Praktikanten in der Backstube, um Brot und Brötchen zu backen sowie Gebäck und Kuchen herzustellen. Rund 250 Brote und 2000 Brötchen holen die vier jungen Männer täglich aus dem Ofen. „Aber das ist jeden Tag anders. Am Wochenende machen wir mehr Brötchen“, so der Bäckermeister. Im Sommer sei es sogar mehr als das Doppelte an Brötchen. Nachdem die Backstube von Mehl und Teig befreit wurde, heißt es gegen 10 Uhr morgens für die Bäcker Schlafenszeit.
Dirk Papenhagen hat bereits seit seinem 22. Lebensjahr den Meisterbrief in der Tasche. Nur ein Dreivierteljahr, nach dem er seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, fing der gebürtige Kühlungsborner an der Meisterschule in Rostock an. In der Bäckerei seines Großvaters ist er sozusagen groß geworden. „Ich bin fast immer hier gewesen“, sagt er. Als Kind habe er Kuchen glasiert, Berliner gefüllt oder Bleche geputzt. Für den jungen Mann kam eigentlich nie ein anderer Beruf in Frage. Und so begann er seine Ausbildung zum Bäcker direkt nach der 10. Klasse in der Stube seines Vaters, der den Laden von Dirk Papenhagens Großvater übernahm.

Der Vater starb früh und so musste auch der Sohn früh ran. „Den Meisterbrief brauchte ich ja, um den Betrieb weiterzuführen“, so der Kröpeliner. Da er aber noch keine drei Jahre als Geselle arbeitete, musste er in Schwerin eine Ausnahmegenehmigung beantragen. „Das war eine ziemlich schwierige Sache“, erinnert sich Dirk Papenhagen.

Jetzt arbeiten insgesamt elf Leute von der Verkäuferin bis zum Kraftfahrer in dem Familienbetrieb. Seit 1990 wurden insgesamt sieben Lehrlinge ausgebildet. In zwei Filialen in Kröpelin und einer in Kühlungsborn sowie einem Verkaufswagen, der wochentags über die Dörfer fährt, bieten die Papenhagens ihr Backwarensortiment an. Aus zehn Brot- und rund 20 Brötchensorten sowie über 30 verschiedenen Kuchen können die Kunden wählen. Hinzu kommen etwa zehn verschiedene Arten von Gebäck. „Mandelgebäck wird immer gern gekauft“, weiß der Handwerksmeister. Bei den Broten seien Vollkornbrot und Mischbrot besonders beliebt. Dirk Papenhagen

selbst isst am liebsten Mischbrot. Für Kuchen kann sich der Geschäftsmann nicht begeistern. „Ich bin kein Kuchenesser“, sagt er.

Er esse lieber etwas Deftiges. Nach der Wende hat Familie Papenhagen viel in neue Technik investiert. So wurde aus dem Kohleofen ein Ölofen und auch neue Kneter für den Teig mussten her. Nächstes Großprojekt ist die Renovierung der Backstube.

Von seiner 6-Tage-Woche erholt sich der Bäcker am liebsten auf dem Wochenendgrundstück an der Warnow. „Die ersten drei Jahre habe ich gar keinen Urlaub gemacht“, blickt er zurück. Wenn es die Zeit zulässt, geht Dirk Papenhagen zum Kraftsport des Kröpeliner Sportvereins.

STEFANIE ADOMEIT
OZ vom 08.03.2006

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