Mittwoch, 18. September 2019
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1400 Touren im Kinderheim

Die Belegung der Kinderheime bestimmt das Budget der Ersatz-Familie. Das Kröpeliner Wohnheim ist deshalb auf Spenden angewiesen.

Kröpelin Eigentlich ist Norbert nicht mit Waschen an der Reihe, aber heute macht der 16-Jährige aus dem Wohnheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Kröpelin eine Ausnahme. „So richtig kenne ich mich mit der Maschine auch noch nicht aus“, sagt Norbert. „Aber die ist auf jeden Fall schneller als die alte.“ 1400 Touren schafft das neue Gerät im Schleudergang. „Eigentlich steht ja drauf, wie es geht“, sagt ASB-Teamleiterin Martina Zybarth. „Aber es ist schon gut, wenn einer die neue Waschmaschine erklärt.“ Lange haben Mitarbeiter und Bewohner im ASB-Heim mit der Anschaffung gewartet. Dann bot Detlef Lau seine Hilfe an.
Der Kröpeliner Allianz-Vertreter beantragte beim Kinderhilfsfonds der Versicherung Unterstützung für die Heime in Kröpelin und Kühlungsborn. Nach einem Besuch in beiden Häusern wurden insgesamt 9000 Euro für Neuanschaffungen von dem Hilfsverein mit Sitz in Berlin bewilligt. In Kühlungsborn wurde unter anderem ein neues Kanu angeschafft. In Kröpelin waren neben der Waschmaschine auch ein neuer Teppichboden, ein Computer für die Mitarbeiter, eine Anbauwand, Türen und Zargen sowie neue Handtücher dringend nötig. „In Kröpelin fehlte es an allem“, sagt Detlef Lau. „Die Handtücher waren noch aus dem Bestand zu DDR-Zeiten“, berichtet Martina Zybarth.

Zurzeit leben nur acht Kinder und Jugendliche im Kröpeliner ASB-Heim. Dass die Finanzen so knapp sind, habe mit der schwankenden Belegung zu tun, berichtet Martina Zybarth. „Es ist ein heiß umkämpfter Markt um die Plätze geworden.“ Je mehr Jugendliche im Heim wohnen, desto höher sind die Einnahmen der Einrichtung. „Es ist wie in einem Wirtschaftsbetrieb, dabei legen wir Wert darauf, dass wir hier zusammenleben wie in einer Familie.“ Ohne Spenden seien größere Anschaffungen kaum möglich. Für die Renovierung des Treppenhauses etwa spendete die Ostsee-Sparkasse Geld für den Farbeinkauf. Mit den Arbeiten wurden Lehrlinge des Internationalen Bundes (IB) betraut. Und wie in einer normalen Familie „wollen wir im April alle Helfer zu einem großen Frühstück einladen“, sagt Martina Zybarth.

CHRISTIAN VOSS
OZ vom 30.03.2006

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