Montag, 26. August 2019
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Eindruck Die Hexe von KröpelinHexen

1336 Erster in Mecklenburg bekannt gewordener Hexenprozess fand in Kröpelin statt.

Hexe von KroepelinHexenverfolgungen fanden fast ausschließlich in Mitteleuropa während der “Frühen Neuzeit” statt. Grundlage für die massenhafte Verfolgung, überwiegend von Frauen, war die von Theologen und Juristen verbreitete Vorstellung von einer vom Teufel geleiteten Verschwörung gegen das Christentum, deren meist weibliche Mitglieder man schließlich Hexen nannte.
“Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen“, übersetzte einst Luther ein Zitat aus der Bibel. Doch wer jetzt glaubt, dass die Hexenverfolgungen von Frauen (teilweise auch Kindern und Männern) ausschließlich durch die kirchliche Justiz erfolgte, unterliegt einem Irrtum. Es waren vor allem die weltlichen Hexenprozesse, wie die von Könicke Laatsch aus Kröpelin und Katharina Baumann aus Demmin, die bis heute unvergessen sind und in der Literatur einen Platz des Nichtvergessens gefunden haben.
( Leider fand der Antrag zum Aufstellen eines Gedenksteins für die Opfer der Hexenverfolgung im Kröpeliner Stadtparlament keine Mehrheit. Schade eigentlich.)
War es doch Könecke Latsch – bekannt als „Hexe von Kröpelin“ die am 10. September 1666 auf dem Galgenberg (heute etwa in der Feldstraße) verbrannt und zu einer geschichtlichen Berühmtheit wurde. Wie zu dieser Zeit üblich, fand sie ihr trauriges Ende unter “großer Anteilnahme” der Bevölkerung.
Die Prozessakten liefern bis heute Stoff für literarische Nachgestaltung, zum Beispiel für Theaterstücke, die anlässlich von Stadtjubiläen wie z.B. zur 700 Jahrfeier und 1999 zur
750 Jahrfeier in Kröpelin. Die Aufführungen waren ein Erfolg und gut besucht.
(Siehe Foto)

Der unlängst in Kröpelin gegründete Mühlenverein organisiert gegenwärtig unter der Federführung von Frau Kordshagen eine Wiederaufführung des Theaterstücks „Die Hexe von Kröpelin“. Es konnten alle Darsteller von 1999 wieder gewonnen werden. Die Proben beginnen ab Herbst und die Aufführung soll noch 2007 erfolgen.

In Mecklenburg waren Margarete Genseke aus Hohenfelde das erste und Trina Schlorff aus Hastorf das letzte unschuldige Opfer einer vom Hexenaberglauben tief befallenen Menschheit. Aus der Sicht des vaterrechtlichen religiösen Dogmas, ist der Tot im Feuer notwendig, um die arme Seele der Hexen zu erretten. Die erste bekannte Hexenverbrennung war am 21. Juli 1336 in Kröpelin, da wurde eine alte Frau verbrannt, die durch ein Zauberbild, oder durch eine Wachspuppe, dem regierenden Herzog Albrecht II. nach dem Leben getrachtet haben soll. Der wahre Hintergrund war aber der Kampf zweier Klöster gegeneinander. Bereits 1487 wurde der “Hexenhammer” herausgegeben, ein Gesetzbuch zur Verfolgung der Hexen, das bis in das 18. Jahrhundert hinein in vielen Auflagen erschien. Mecklenburg erhielt 1562 eine Polizeiordnung, die das Brennen von Hexen legitimierte.
Es folgten auch 1665-1668 noch viele Hexenprozesse und Verbrennungen. Das letzte Beispiel einer Hexenverbrennung fällt in das Jahr 1697, in dem eine Frau aus der Nähe von Doberan verbrannt wurde.

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