Nachgereicht: ein paar Zahlen zur Wahl des Kreistages in Kröpelin
Zu den Ergebnissen der Europawahl in Kröpelin und insbesondere zur Wahl der Kröpeliner Stadtvertretung wurde an dieser Stelle schon etwas berichtet. Am 7. Juni 2009 wurde allerdings auch der Kreistag des Landkreises Bad Doberan neu gewählt. Er besteht aus 53 Abgeordneten. Zur Wahl wurde der Landkreis in neun etwa gleich große Wahlbereiche eingeteilt. Die Stadt Kröpelin und das Ostseebad Kühlungsborn bilden gemeinsam den Wahlbereich 2. Acht Kröpeliner kandidierten auf den Listen der verschiedenen Parteien, Wählergemeinschaften oder als Einzelbewerber. Bisher gelang es meist drei Kröpelinern auch ein Mandat zu gelangen. Damit war die Stadt angemessen vertreten (53 Sitze / 9 Wahlbereiche / 2 Städte = ca. 3 Sitze für Kröpelin). In diesem Jahr aber lief es völlig anders, beinahe unglaublich und darum auch erst heute dieser Artikel. Zukünftig wird mit Herrn Manfred Schwarz nur noch ein Kröpeliner im Kreistag vertreten sein und das obwohl er gar nicht die meisten Stimmen in Kröpelin bekam. Klingt erst einmal paradox. Wer glaubt, das ginge nicht mit rechten Dingen zu, mag selber nachrechnen. Hier das Kommunalwahlgesetz § 38 als Grundlage für die Formeln und hier die ausführlichen Wahlergebnisse auf den Seiten des Landkreises.
Aus letzteren und den Kreistagswahlergebnissen aus der Stadt habe ich mal ein paar Zahlen in einer Tabelle zusammengetragen:
Was soll das? In der ersten Spalte stehen alle acht Kröpeliner Listenkandidaten oder Einzelbewerber in der Reihenfolge ihres Stimmenerfolges in der Stadt Kröpelin (Spalte 2). Daneben (grüne Spalte 3) die Stimmen, die zwar an die entsprechende Liste ging, aber nicht an einen Kröpeliner Kandidaten, etwa wenn jemand zwar CDU gestimmt hat, aber nicht für Frau Reichler oder für Frau Lehner (* beide auf der gleichen Liste, doch die Zahl 661 wird nur einmal zugeordnet), sondern für Herrn von Storch. Mit dabei auch Stimmen etwa für die Kreisliste der NPD oder der Grünen, die gar keine Kröpeliner Kandidaten aufstellten. Bildet man die Summen in Spalte 2 und 3 kommt man auf die Gesamtzahl der in Kröpelin abgegebenen Stimmen mit 5639. Davon gingen 3564 an Kröpeliner, 2075 in den Export an Nichtkröpeliner.
Wie sieht es mit dem Stimmenimport aus? Aus Kühlungsborn konnten 454 Stimmen importiert werden und aus dem gesamten Rest des Landkreises weitere 802 Stimmen. Damit ergibt sich ein Außenhandelsdefizit von 819 Stimmen, Stimmen die den Kröpeliner Kandidaten gefehlt haben.
Ein weiterer Grund für die geringe Vertreterzahl im neuen Kreistag ist ohne Zweifel die starke Zersplitterung der Stimmen durch die hohe Zahl an Kröpeliner Kandidaten. Jeder hat einige der Kröpeliner Stimmen gezogen, daß es am Ende für beinahe niemanden gereicht hat, außer eben für Herrn Schwarz, der als bester Stimmensammler seiner Partei im Wahlbereich 2 eines der 10 Gesamtmandate seiner Partei besetzten kann. Frau Reichler und ich waren leider nur die zweitbesten Stimmensammler ihrer Parteien im Wahlbereich 2 und so zieht für die CDU Herr Henning von Storch in den Kreistag und für die SPD Herr Knut Wiek. Außerdem gewann der Kühlungsborner Bürgermeister Karl souverän ein Mandat als Einzelbewerber.






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