Sonntag, 05. Februar 2012
Schusterstadt Kröpelin

Archiv für die 'Meinung' Kategorie

MeinungPresse Stil und Anstand

Zeig mir Deine Freunde – 2:0 für die Anhänger Herr Wunschiks

Sie liegen nun mit zwei öffentlich dokumentierten Nazi-Vergleichen deutlich und wahrscheinlich uneinholbar vor den Befürwortern der Abberufung des Bürgermeisters.

Den ersten Treffer erzielte ein Kühlungsborner Bürger, der sich in der Einwohnerfragestunde der Kröpeliner Stadtvertretung am 27.10.2011 mächtig ins Zeug legte. Das Präsidium war davon zuerst völlig überrascht und so redete sich besagter Kühlungsborner Bürger ungebremst vollends in Rage. Mittendrin ein Nazivergleich, mit seltsam gezirkelten Worten, die man kaum in völlig weggetretenem Zustand erfinden kann. Ich nehme darum an, sie waren vorab wohlerwogen.

Der anwesende OZ-Reporter (vermutlich ein anständiger Volontär) handelte klug und erwähnte diese Dummheit mit keinem Wort. Allerdings lief das Tonband mit und so ist der vollständige Wortlaut erhalten. Man überlegt noch, ob der besagte Kühlungsborner Bürger es überhaupt Wert ist, wegen Verleumndung angezeigt zu werden. Leider muß man – betrachtet man die in den darauf folgenden Wochen getätigten Äußerungen – ohnehin Uneinsichtigkeit voraussetzen und wenn am Ende ein Gericht schuldmindernde Umstände berücksichtigen muß….

Treffer zwei geht an den Herrn, welcher sich in meinen Augen besondere Verdienste bei der Wiedereinführung des Kapitalismus in Kröpelin erworben hat. Von ihm stammt bekanntermaßen das erste Schild in der Stadt mit der Aufschrift “Privatweg”. Und er war sich auch nicht zu blöde, in besagter Einwohnerfragestunde kräftig dem ersten Nazi-Vergleich zu applaudieren. Ansonsten nutzte er selbige für seine bekannt langen Bekenntnisse in der 1. Person Singular. Diese ständig zu ertragen, ohne die Miene zu verziehen, gehört zu den bitteren Leiden eines jeden Stadtvertreters.

Keine geringerer als der Chefredakteur des Doberaner Ablegers der “Ostsee-Zeitung”, nach eigenen Angaben die “Unabhängige für Mecklenburg-Vorpommern”, gab diesem Herrn (der andere Herr aus Kühlungsborn durfte sich exklusiv ein paar Tage zuvor mit einer, bis heute von der Ostsee-Zeitung unwidersprochenen, abstrusen Verschwörungstheorie rund um die Kommunalverfassung des Landes und die Hauptsatzung der Stadt austoben) nur zu willig ein Sprachrohr in seiner montäglichen Ausgabe:

Er verfolgte das Hickhack in Kröpelin von Beginn an. Leider erinnerten ihn die vergangenen Tage an 1934. Überall habe er Flyer gesehen mit der Aufschrift “Hei möt gahn!” (Er muss gehen). Für ihn sei das eine Stigmatisierung wie zur Zeit der Judenverfolgung.

Danke, Ostsee-Zeitung, für diesen Beleg dessen, was Sie wahrscheinlich als beispielhaften und gut recherchierten Qualitätsjournalimsus bezeichnen. Ich nenne es widerwärtig und einen weiteren Verstoß gegen den Pressekodex.

Zum Hohn und als Krönung auf der gleichen Seite die ganz persönlichen Worte des Chefredakteurs: “Wie wär´s mit offenem Dialog, nett – statt böse im Internet?” Ja, böses Internet. Das dort jemand seine eigene, von der Ostsee-Zeitung abweichende Meinung schreibt, das möchte man wohl nicht.

Damit kann die Ostsee-Zeitung nichts verdienen, nicht die Lufthoheit über die öffentliche Meinung behaupten und auch nicht den Konflikt in der Stadt Kröpelin weiter einseitig befeuern, um ihn dann anschließend genüßlich auszuweiden.

Meinung Einwohnerversammlung

Die Bürgerversammlung aus meiner Sicht

„Wer führt hier Protokoll?“ fragte mich mein Nebenmann nach Beginn der Bürgerversammlung am 25. November im kröpeliner Rathaus. Gute Frage, denn die eventuellen Vorschläge und Anregungen der Bürger sollten ja eigentlich innerhalb einer Frist von dem für die Angelegenheit zuständigen Organen der Stadt behandelt und nach Möglichkeit auch beantwortet werden. Schreibt das niemand auf, ist der Sinn und Zweck dieser Bürgerversammlung eigentlich verfehlt, oder?
Interessant begann Herr Fink den IST-Zustand von Kröpelin darzustellen. Da war viel bekanntes dabei, wie die sich ändernde Bevölkerungsstruktur, mit den Zu- und Abgängen der letzten Jahre, dem sich stetig ändernden Altersdurchschnitt der Bevölkerung nach oben (auch die Kröpeliner werden immer älter) und den Status der Stadt als Grundzentrum.
Wie kann also gegengesteuert werden, um den Status der Stadt zu erhalten, denn davon hängen die jährlichen finanziellen Zuwendungen von Bund und Land ab und die damit verbundenen Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten in der Zukunft. Heißt ganz einfach gesagt: Die derzeitigen Einwohner sollten wohnen bleiben und möglichst noch weitere Bürger Kröpeliner werden. Wie ist das zu erreichen, welche Potentiale hat Kröpelin und wie sind diese zu nutzen?
• Die Nähe zur Ostsee (preisgünstigen Urlaub in der 2. Reihe)
• Die gute Verkehrsanbindung (B105, A20 mit Abfahrt Kröpelin)
• Bus-und Zugverbindungen Rostock Wismar
• Sehenswürdigkeiten
• Wie wirbt Kröpelin für Kröpelin
Um nur die wichtigsten zu nennen. Die Frage von Herrn Bull, ob es in Kröpelin einen Stadtentwicklungsplan gibt, der quasi langfristig die Vorhaben fixiert, musste mit Nein beantwortet werden. Danach begann eine sehr lebhafte Diskussion mit Hinweisen und Kritiken zum gegenwärtigen Zusammenarbeiten von , Stadtverwaltung und Stadtvertretung. Stadtvertreter verließen die Versammlung und kamen wieder zurück. Herr Veikko Hackendahl verlas Feststellungen zu unerledigten Aufgaben von Wunschik und verließ nun endgültig mit anderen Abgeordneten die Versammlung, die danach beendet wurde. Über sechzig Kröpeliner waren gekommen. Beim Rausgehen war die Enttäuschung über diesen Abend nicht zu überhören. Will Kröpelin nicht in diesem „Schwebezustand“ verharren, braucht es endlich einen Neuanfang aller Akteure in der Stadtvertretung, dem und der Verwaltung.„Miteinander statt übereinander reden“ brachte es ein Bürger auf den Punkt. Die Befindlichkeiten einzelner sollten ausgeblendet und sich wieder der Sacharbeit gewidmet werden.
Gemeinsames Handeln für unser Kröpelin muss das Ziel sein.

VIEL ERFOLG

wünscht HERBERT BOLDT

Meinung BürgermeisterHubertus Wunschik

Wir lassen den Kröpeliner Bürgermeister selbst zu Wort kommen

Gelegentlich wird mir vorgeworfen, ich hätte persönlich etwas gegen den . Das stimmt nicht. Vielleicht ist er sogar ein besonders feiner Kerl, aber ein besonders feiner für die Stadt Kröpelin ist er in meinen Augen eben nicht. Dennoch oder gerade darum ist geplant, auf Schusterstadt.de dem höchstpersönlich das Wort zu übergeben, in Form von seinen eigenen Zitaten. Im Laufe der Zeit hat sich da so einiges angesammelt, was zu schade ist, um in alten Niederschriften oder Presseartikeln unbeachtet der Vergessenheit anheim zu fallen. Ich möchte Herrn Wunschik einfach für sich selber sprechen lassen.

Haben auch Sie ein original Bürgermeister-Zitat? Dann senden Sie es zu, möglichst mit genauer Quellen-, Ort- und Zeitangabe, sowie wenn nötig mit einigen erklärenden Worten. Natürlich muß alles im Rahmen der Regeln dieses Blogs sein, also nichts, was “falsch, unrichtig, diffamierend, beleidigend, vulgär, abscheulich, belästigend, obszön, profan, sexuell orientiert, die Privatsphäre einer Person bedrohend” wäre “oder sonst gegen ein Gesetz verstossen würde”. Von Zitaten nur vom reinen Hörensagen muß Abstand genommen werden, es sei denn jemand bürgt für die Echtheit mit seinem eigenen Namen. Bei öffentlich zugänglichen Quellen kann diese Bürgschaft natürlich entfallen.

Bitte benutzen Sie das nachfolgende Formular und speichern Sie Ihren Text unbedingt vor dem Absenden auch auf Ihrem Rechner oder kopieren ihn zumindest in Ihre Zwischenablage!

  1. Senden Sie uns Ihr Zitat des Bürgermeisters
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Anonyme Einsendungen können natürlich nicht berücksichtigt werden und vor der Veröffentlichung nehmen wir unbedingt noch einmal Rücksprache mit Ihnen, zumindest per E-Mail, um uns von der Echtheit Ihres Zitates zu überzeugen. Natürlich darf wie üblich nachfolgend kommentiert werden.

MeinungWahlen IHKWirtschaft

Die Wahlen zum “Parlament der Wirtschaft” haben begonnen

Wahl zur Vollversammlung 2011 der IHK zu RostockWer glaubt, das Superwahljahr wäre nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zuende, hat die Rechnung ohne die gemacht. Alle fünf Jahre wählen die gewerblich tätigen Unternehmen in ihrem jeweiligen -Bezirk ihr “Parlament der ”. 45 Mitglieder, sortiert nach Wahlbezirken (2) und Wahlgruppen (8) bestimmen daraufhin die Richtung der “IHK zu Rostock” mit. Gestern am 4. Oktober begannen die Briefwahlen und laufen noch bis zum 1. November 2011.

Wer das gering schätzt, unterschätzt die Rolle der Wirtschaft im Kapitalismus gewaltig, auf wenn dieser als soziale Marktwirtschaft und parlamentarische Demokratie daherkommt. Natürlich ist die IHK nur einer von vielen Wirtschaftsverbänden, aber sie mischt kräftig mit, öffentlich etwa mit diversen Positionspapieren. Dort findet sich zum Beispiel noch sehr aktuell die volle Unterstützung des FDP-Steuergeschenkes an die Hoteliers übrigens mit einer Forderung der Gegenfinanzierung auf Kosten der Wohlfahrtsverbände! Erledigt hat sich die Forderung nach einem Energiermix mit Atomstrom, für den auch die “IHK zu Rostock” kräftig die Werbetrommel rührte. Allerdings vor Fukushima und so kann man auch bei anderen Themen auf Einsicht hoffen, etwa bei der Forderung das “die kleinste kommunale Gebietsstruktur zukünftig mindestens 10.000
Einwohner umfasst”.

Wie so oft hängt es von den Menschen selber ab, die die IHK abbilden. Und wenn man schon mal (Zwangs-) Mitglied der IHK ist, sollte man sich die Kandidatinnen und Kandidaten genauer anschauen. Alle Informationen zur Wahl der Vollversammlung der IHK zu Rostock, einschließlich der Kandidatinnen und Kandidaten findet man auf den Sonderseiten der IHK.

2006 konnte der Kühlungsborner Hotelier Andreas Krechlok ein Mandat erringen. Er tritt 2011 wieder an, jedoch als Neu-Dierhagener im Wahlbereich II. Tatsächlich sind die 56 Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlbezirk I (Rostock – Bad Doberan – Güstrow) ohnehin fast durchgängig mit ihren Unternehmungen in Rostock ansässig. In unserer Region treten lediglich an, in der Wahlgruppe D (Gastgewerbe) Frank Röntgen, Steffenshagen und in der Wahlgruppe F (Vermittlungsgewerbe) Makler Erwin Broksch, Anna-Luisenhof.

Abgesehen von der regionalen Einbindung sollten die persönlichen Positionen entscheidend sein, die man jedoch den kurzen Statements (siehe Link) kaum entnehmen kann. Wahrscheinlich entscheidet letztlich der Bekanntheitsgrad der Bewerber oder der Einfluß der jeweils dahinterstehenden Firmen, ob und wen die rund 36.000 IHK-angehörigen Unternehmen ihre Stimmen verteilen. Man kann nur dazu aufrufen, daß auch die Kröpeliner (Zwangs-) IHK-Mitglieder bewußt und gezielt von ihrem Recht der Wahl Gebrauch machen. Wahrscheinlich ist die Wahlbeteilung eher gering und da zählt jede abgegebene Stimme (*) besonders.

Gerne stellen wir an dieser Stelle Platz bereit, um Positionen einzelner Kandidatinnen und Kandidaten bekannt zu machen oder begründete Wahlempfehlungen zu veröffentlichen.

(*) Die Anzahl der Stimmen ist je nach Wahlbezirk und Wahlgruppe verschieden und beträgt zwischen 1 und höchstens 7, aber das steht ganz gut erklärt auf dem Stimmzettel. Witzig übrigens, daß auf den Stimmzetteln sogar die Portäts der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten zu finden sind, wohl für Menschen mit eher optisch geprägtem Gedächtnis…

MeinungOrdnung und SicherheitVerkehr BürgersteigBützower StraßeGroßer ParkplatzRostocker StraßeStrandstraßeToiletteWismarsche Straße

Bürgersteiggeschichten – oder was einfach nicht passieren will in Kröpelin

Verlässt man Kröpelin fußläufig ist festzustellen, dass der befestigte oft weit vor dem letzten Haus in den Straßen endet. Bis auf den Ortsausgang ist das jedenfalls so. Nur hier ist die Straßenführung übersichtlich, mit einem Bürgersteig und Fahrradweg aus dem Ort. Sicher der Umgehungsstraße zu verdanken, die bald nach der Wende gebaut wurde. Die anderen Ortsausgänge scheinen irgendwie vergessen worden sein. Erinnert sich der “gelernte Kröpeliner” an Wahlversprechungen unterschiedlicher Parteien in den letzten vergangenen 20 Jahren, wird ihm einfallen, dass alle dieses “Kleine Problem” immer wieder einmal lösen wollten. Nun gut, werden Sie sagen, da gibt und gab es sicher immer wieder Wichtigeres, das Vorrang haben musste. Zum Beispiel das Toilettenhäuschen am Großen Parkplatz. Für über 70.000,00 Euro (mit Fördermitteln) errichtet, war es für den neuen Busbahnhof Kröpelins angedacht. Nach dem sich herausstellte, dass kein Bus auf diesen Platz fahren darf und wird, obwohl er es könnte, ist es jetzt aus Kostengründen geschlossen worden. Kröpelin hat ja schon ganz lange eine gut geführte öffentliche . Die reicht natürlich aus, wenn man sein dringendes Bedürfnis bis dorthin zügelt. Notfalls gibt es ja noch die “Giebelstube” in unmittelbarer Nähe, oder die Büsche für ganz eilige Bedürftige, auch wenn das ja eigentlich verboten ist. Was nun aus dem teuren Toilettenhäuschen werden soll, weil es als solches ja nicht mehr gebraucht wird, ist noch nicht bekannt. Hier sind noch gute Ideen gefragt. Vielleicht fällt Ihnen ja etwas ein? Doch zurück zu den Bürgersteigen der Ortsausgänge. In der endet dieser weit vor dem letzten Haus und eine Anbindung zum Fahrradweg nach Altenhagen fehlt ebenfalls noch. Auch in der Wismarschen Straße ist nach der Einmündung zum Gewerbegebiet Schluss. Das Ende von den Kartoffellagerhallen bis zu den Bahnschranken in Richtung Detershagen ist gänzlich ohne Bürgersteig. Doch richtig wichtig, und das nicht nur für Wandersleute, wäre ein Bürgersteig zu den Einkaufsmöglichkeiten am Ende der . Den “Pennymarkt” z.B. gibt es seit 1991. Einen durchgehenden Bürgersteig dort hin, leider bis heute nicht. Warum hier nichts passierte hat sicher viele viele Gründe. Angefangen bei den Kosten bis hin zu der Zuständigkeit für diese Straße und das diese sicher irgendwann einmal, ganz bestimmt einmal, saniert wird und dann hoffentlich auch einen Bürgersteig erhält. Warten wir es gemeinsam ab, in diesem Jahr sind ja wieder Wahlen. Grund genug, an diese unendlichen “Kröpeliner Bürgersteiggeschichten” zu erinnern. Vielleicht findet sich ja noch ein Kandidat, zu dessen Wahlkreis Kröpelin gehört, der sich der Sache verschreiben möchte und einmal zu Fuß im “Penny” von Kröpelin einkaufen geht. Dunkel sollte es sein, und nach Möglichkeit auch regnen, damit die Dringlichkeit im Selbstversuch unmissverständlich festgestellt und für die kommenden 10 Jahre richtig eingeordnet werden kann. Wie gesagt:

Warten wir es ab!

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